Dienstag, 31. März 2015

Salopp

Ich war lange Jahre verheiratet mit einer Westschweizerin. Wir lebten immer in der Westschweiz. Da ich auch oft Besuch von Familie und Freunden aus der Deutschen Schweiz hatte kam es öfter zu, manchmal lustigen manchmal peinlichen, Sprachproblemchen. Wenn man zum Beispiel von einer Frau sagt : sie ist, oder gibt sich sehr salopp kommt das nicht wirklich gut an den „une saloppe“ ist zu Deutsch eine Schlampe; so versteht man auch wie schockiert meine Frau beim ersten Mal ,als sie glaubte so bezeichnet worden zu sein,  notgedrungen sein musste. Auch das in der Deutschen Schweiz sowie in Deutschland sehr gebräuchliche „leger“  oft „läschär“ gesprochen kann zu Pikiertheit führen; eigentlich verständlich denn wie in Deutsch ein Leichtes-Mädchen kein Kompliment ist, schätzt eine Frau im Französischen Sprachgebiet es kaum als legere bezeichnet zu werden auch wenn man hier alles ein klein bisschen leichter nimmt. Umgekehrt, wenn der Franzose von ordinaire spricht heisst das einfach nur gewöhnlich, Ordinär wäre in Französisch vulgaire=Vulgär!              Auch eine nette Verwechslung meines damaligen Chefs, eines Zürchers, der allerdings sehr fliessend Französisch sprach—mit hartem Akzent— aber die Subtilitäten der Sprache nicht verstand. Es war in den Sechzigerjahren als Küsschen-Küsschen in der Deutschen Schweiz noch nicht usuell war begrüssten sich auf einem Empfang die Frau eines seiner Angestellten und die Frau eines Kunden ,wie hier in Lausanne üblich, mit Küsschen, woraufhin mein Chef sagte: ici en Suisse Romande les Femmes se „BAISENT“ was genaugenommen heisst: hier in der Westschweiz vögeln die Frauen zusammen. Es entstand ein betretenes Schweigen. Es ist ganz gut zu wissen dass „ un baiser“ ein Kuss oder Küsschen bedeutet, aber baiser als Verb eben ein vulgärer Ausdruck für Beischlaf ist. Eine berühmte Sprachfalle für Französisch sprechende ist das deutsche Wort Schiessen ganz besonders in der Schweiz. Heisst doch auf Schweizerdeutsch Schiessen  Schüsse und nicht wie zu erwarten wäre Schiesse,was wiederum "Stuhlgang" heisst.

Montag, 30. März 2015

Flugsicherheit

Man macht ein riesen Tamtam und gibt Unsummen aus  um Doping Tests bei Sportlern zu machen. Sportler die verbotene Substanzen nehmen lügen und betrügen, sie  schaden sich selbst, dem Sport sicher auch, doch eigentlich kann das der Gesellschaft egal sein.                                                                 Aber bei Risikoberufen die auch sehr stressbelastet sind wird gar nichts kontrolliert. Die meisten Psychopharmaka werden in vielen Ländern—schon  in Flughafenapotheken—auch ohne Rezept verkauft. Geschäft ist ja schliesslich Geschäft und PECUNIA NON OLENT  wie schon der Kaiser Vespasian so schön sagte; aber dies ist eine andere Geschichte.                                                             Ja es ist wohl unvermeidbar, Piloten—genauso wie Sportler—unerwartet in irgendeinem angeflogenen Flughafen, noch in der Transitzone zu Urin & Blutprobe zu bitten. Auch müssten einige Haare gelassen werden um Langzeit Tests zu machen. Man wäre extrem erstaunt welche und wie viele Substanzen man finden würde; wie Kokain Haschisch Heroin sowie viele Designer-Party-Drogen und alle Psychopharmaka ob dämpfend oder stimulierend.                                                      Und all die ADHD Kinder die im Schulalter Ritalin nahmen, sind die im späteren Leben ohne solche Substanzen unterwegs?? sind einige davon im Cockpit?  Ich weiss es nicht, die Frage stelle ich aber trotzdem. Das moderne leben und der extreme Kostendruck trägt nicht dazu bei, seine Schwächen zur Schau zu stellen, nein alles muss Leistung sein, da greift man eben schon mal zur erweiterten Hausapotheke, umso wichtiger ist es direkt und unangekündigt zu kontrollieren.                                                                                                                                                   Für die jährliche Arztvisite die ja obligat und nach Termin erfolgt, kann man sich in aller Ruhe vorbereiten und viele berufsverhindernde Symptome „vergessen“. Die Meldepflicht die man den Ärzten auferlegen will und soll   —würde sie eingeführt—kann leicht umgangen werden, denn Piloten sind schon von Berufswegen sehr mobil und es findet sich immer ein Arzt irgendwo auf der Welt der nicht viel fragt… und dem man ja nicht auf die Nase binden muss, dass man Pilot ist. Ja warum soll es bei den Piloten anders sein als bei Anwälten ,Bänkern, Ärzten, Künstlern usw. die ja auch schon mal, sei es zur Flasche sei es zu Medikamenten greifen, so etwas toleriert die Gesellschaft problemlos,  wer, ja wer hat in seinem Umfeld nicht mehrere solche ,ganz banale, „Süchtige“? Nicht nur die Oma mit Benzodiazepin seit dreissig Jahren, auch viele „normale“ Menschen können nicht mehr ganz ohne solche, ja was denn? Chemo-Krücken Lebenshilfen oder Trösterchen ….leben.

Sonntag, 29. März 2015

Zwillinge

Er war nach vielen Jahren die er im Ausland verlebt hatte in seine Heimat zurückgekommen. Da er keine Verwandten mehr hatte und auch sonst keine besondere Bindung zu seinem Heimatort bestand, wählte er seinen Wohnsitz nach folgenden Aspekten aus. Es sollte eine mittelgrosse Stadt mit gutem kulturellen Angebot,besten Bahnverbindungen und einer guten medizinischen Versorgung sein. In der ausgewählten Stadt kaufte er sich eine schöne Wohnung und richtete sich nach seinem Gusto ein .Er nahm sich Theater und Konzertabonnemente und genoss das Leben. Schon beim zweiten Konzert fiel ihm eine junge sehr aparte, ja beinahe schöne Cellistin auf. Sie war recht gross, hatte lange Rabenschwarze Haare und fiel ihm durch ihre sehr aufrechte Körperhaltung auf.                                Wie riesig war sein Erstaunen, als er nach einigen Tagen an ein Extrakonzert, ausserhalb seines Abonnements, ging, es war ein Kammermusikkonzert mit Mozart und Beethoven Quintetten, dass „seine Cellistin“ plötzlich am Piano sass. Das Konzert war sehr schön, er beglückwünschte sich selbst die richtige Stadt gewählt zu haben um seinen wohlverdienten Ruhestand zu verbringen. Beim nächsten Abo-Konzert war „seine Cellistin“ wieder an ihrem Platz.   Einige Monate später auf einem Empfang mit Aperitif für die Sponsoren des Orchestervereins zu denen er als wohlhabender und musikliebender Neu Zuzügler in dieser Stadt gehörte, staunte er nicht wenig, als „seine Cellistin“ im Doppelpaket mithalf die Häppchen anzubieten. Auf seine diskrete Frage hin sagte eine der Beiden schwarzhaarigen Schönheiten  dass ihre Zwillingsschwester hier im Orchester Cello spiele und sie selbst weit weg in einem anderen Land verschiedene Streicher Trios und Quartetts  regelmässig auf dem Piano begleitete. So wurde aus dem Multitalent eine banale Zwillingsschwester.

Samstag, 28. März 2015

Gedanken zur Flugkatastrophe „GERMANWINGS“

Wie kann es sein, dass der Co-Pilot  P.L. der  seine Ausbildung wegen Depressionen während mehreren Monaten unterbrechen musste, dann wieder in die Ausbildung zurückkehren konnte? und am Ende eine Lizenz ( zum Töten??) erhielt?                                Bei Behandlungsbedürftigen Depressionen junger Erwachsener und Jugendlicher,  weiss schon jeder Assistenzarzt, dass die Rezidiv Rate extrem hoch ist, ausserdem werden solche Depressionen fast immer mit Psychopharmaka behandelt in deren Packungsbeilage wird davor gewarnt, dass das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden kann und man darauf verzichten sollte ein Fahrzeug zu lenken und/oder gewisse Apparate und Maschinen zu bedienen. Des Weiteren ist auch die euphorisierende Wirkung—die zu Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeit führen kann—nicht zu vernachlässigen. Was auch zu bedenken ist, die Antidepressiva stimulieren ,deshalb müssen sie mit Sedativa kombiniert werden; lässt der Patient diese sedierenden Medikamente weg, so ist das Risiko  dem Drang sich selbst zu töten nicht mehr gehemmt, nein durch die Stimulation sogar gefährlich erhöht. Dass die Flugschule der Lufthansa so leichtsinnig mit den Risiken umgeht, obwohl sie als eine der Besten gilt, stimmt schon nachdenklich!                                                                                                             So tragisch es für P.L. auch gewesen wäre, seinen Traumberuf nicht ausüben zu können, ist es doch 149-mal tragischer –durch grobe Fehler der Selektion der Lufthansa—seiner Angehörigen verlustig gegangen  zu sein.



 NB-Eigentlich müssten Ärzte welche Piloten behandeln bei Verschreibung von psychoaktiven Medikamenten die Fluggesellschaft informieren. Die Sicherheit der Passagiere ist höher zu werten als das Arztgeheimnis.


Zeitenwandel

Ich erinnere mich, als ich in den frühen Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts in Altdorf, in der einzigen Apotheke weit und breit arbeitete, hatte ich doch ab und zu Probleme mit dem  Urner Dialekt und auch mit einigen Gepflogenheiten der Kundschaft. So kam eines Tages, ich war alleine in Laden, ein junger bärtiger Mann und sagte „Rekrutenschule“, es war weder seine noch meine Schuld dass ich nichts verstand; denn ich hätte wissen müssen das normalerweise auf diese Aussage hin der Apotheker dem zukünftigen „Landesverteidiger“ folgendes verkaufen musste. Zahnbürste und die dazugehörige Zahnpaste, Rasierapparat mit genügend Klingen Rasierseife und Rasierpinsel, dazu ein grosses Stück Seife und nicht zu vergessen einen s o l i d e n Kamm.  Glücklicherweise konnte ich per Telefon die, frisch operierte, Apothekerin in ihrem Spitalbett erreiche, die mir trotz der Wundschmerzen unter schallendem Lachen die Lage erklärte.                                                           Als routinierter Verkäufer hatte ich die Angewohnheit die Kunden, sollte eine Pause im Heruntersagen ihrer Einkaufswünschen entstehen, nach weiteren Desiderata zu fragen, dies war hier in Altdorf bei vielen, vor allem älteren Kunden, ein grober Fehler, fingen sie doch nach einer Unterbrechung wieder mit ihrer Einkaufsliste von vorne an.  Bald merkte ich dass viele Alte, des Schreibens unkundig, ihre Einkaufsliste die oft sehr gross war, da sie ja für mehrere Familien in ihren Dorf die Einkäufe erledigten, wie ein Gedicht auswendig gelernt hatten und dass jede Unterbrechung sie zwang von Neuem am Anfang zu beginnen.                                                                                Viele Kunden bestellten telefonisch, es handelte sich meist um kleine Dorfläden, die eine geringe Menge Medikamente als Erstversorgung an Lager nahmen, da zu dieser Zeit nur wenig Leute über ein Auto verfügten. Die Anrufe gingen etwa so: Grüezi Herr Dokter ich bruche 10 Aspirin 4 Pflasterpäckli 5 Hustesirup und und und, Danke und Adjö, natürlich kannte der Chef, der jedoch in der Armee für die Sicherheit des Landes sorgte, alle Kunden an der Stimme und musste nicht nach Name und Ort des „Lädelis“ fragen. Auch da half mir die immer noch im Spital weilende Apothekerin, kannte sie doch die Gewohnheiten aller Kunden, es kam kaum zu Fehllieferungen. Ich bin sicher dass alle Kunden heute per Internet bestellen, es geht zwar viel besser aber ich als alter Nostalgiker finde es hatte, damals, schon auch seinen Charme. 

Freitag, 27. März 2015

Geschwister

 Nun war auch noch der geliebte Vater gestorben, lange Jahre nach der verhassten Mutter. Beide Johanna und Bernhard hatten sich notgedrungener massen bei den Besuchen, erst noch in der Wohnung, dann im Heim und zum Ende in der Klinik, abgelöst. Wie jedes Mal wenn sie sich sahen war es zu Streit gekommen als sie die Besuchszeit festlegten um sich möglichst aus den Weg zu  gehen aber doch sicherzustellen dass der ,von beiden vergötterte, Vater täglich mindestens zwei, besser vier Mal besucht würde. Nach der pompösen Trauerfeier—jeder wollte den anderen übertrumpfen—ging Bernhard nach Hause um in Ruhe zu überlegen, wie es nun mit dem—sehr grossen—Erbe weitergehen sollte; ob er bald seinen Traum verwirklichen und mit dem verhassten Job Schluss machen könnte.                                                                                                                 Das Testament war beiden ja bekannt, der Vater hatte sie gezwungen ihre Fehde auf Eis zu legen und einen Erbschaftsvertrag zu unterschreiben. Sie sollten zu gleichen Teilen erben!                                Der Termin auf dem Notariat  hatte für alle beide  Schwester und Bruder eine grosse Überwindung bedeutet. So lange zusammen zu sein, erst Mittagsessen, dann der Termin im Notariat und zum Schluss die Heimfahrt mit dem Vater ins Haus ihrer zänkerischen Kindheit hatte beiden an den Nerven gesägt.                                                                                                                                      Was die beiden Streitenden nicht bemerkt hatten –da sie vor lauter Streit den Vertrag nur oberflächlich gelesen hatten— war eine im Erbvertrag vorhandene Klausel die vom Humor ihres Vaters zeugte. Im Vertrag stand, dass sowohl Haus wie Hausrat verkauft werden musste—im gegenseitigen Einvernehmen—ja jeder noch so keine Verkauf musste schriftlich dokumentiert und von beiden unterschrieben werden. Alle Objekte die einer der beiden selbst behalten wollte musste genauso dokumentiert, auf das gesamte Erbe angerechnet und vom anderen bestätigt werden. Erst nach dem Verkauf der Möbel und Objekte konnte der Verkauf des Hauses in Angriff genommen werden und erst dann kamen die beiden an das grosse Aktienpaket und das viele Bargeld heran. Bernhard wusste genau, dass er wegen des streitbaren Charakters von Johanna erst nach langen Jahren in den Genuss des ganzen Geldes kommen würde, ja er wäre dann schon lange Rentner und müsste auf  das viele schöne Geld bis in alle Ewigkeit warten.

Donnerstag, 26. März 2015

Unterstützung von Glaubensbrüdern

Es war in einer alteingesessenen Pharmafirma. Gegründet war sie von einem aus Osteuropa in die Schweiz eigewanderten Apotheker, er war Jude und hatte sich entschieden in  die liberale Schweiz zu kommen, da hier die Möglichkeit bestand eine Firma zu gründen und seiner Religion ohne allzu viele Probleme nachzuleben, gab es doch hier in der gewählten Stadt   eine aktive meist unbehelligte jüdische Gemeinde. Nun führte die dritte Generation die Firma, der Inhaber—Enkel des Gründers—war an Kunst und Kultur viel mehr interessiert als an Pharma, verschmähte  aber die pekuniären Vorteile, die ihm aus der Familienfirma erwuchsen nicht, im Gegenteil er nahm sie sehr gerne entgegen. Seine Schwester war Apothekerin und arbeitete Teilzeit in der Firma mit, wohl vor allem in der strategischen Leitung. Es wurde mal wieder ein Direktor gesucht und gefunden, in der jüdischen Gemeinde gefunden. Er war Arzt, Bruder eines berühmten Professors der medizinischen Universitätsklinik. Schlecht machte er seine Arbeit nicht, im Gegenteil denn er kannte seine Grenzen und umgab sich mit gut ausgebildeten Mitarbeitern. Das Geschäft florierte. Man suchte einen Wissenschaftler als Leiter der Forschung, der aber auch „Public-Relation“ Talent mitbringen sollte. Man fand einen in der Forschung versierten Arzt—einen jüdischen Arzt aus Israel— der aber seit einiger Zeit in einem Schweizer Universitätsspital forschte. Nach einigen Monaten, in denen er sich in der Firma einarbeiten sollte, wurde die Firma aufgefordert, an einem Kongress ihre Forschungsarbeit auf dem von ihr beackerten Spezialgebiet vorzustellen. Doktor Moshe Rohm, so wollen wir ihn nennen, der neue Chef der Forschungsabteilung übernahm ganz selbstverständlich diesen Vortrag. Der Kongress fand in der Universitätsklinik wo Doktor Moshe Rohm gearbeitet hatte statt. Es muss noch gesagt werden, dass Doktor Rohm sehr ungepflegt mit Dreitagebart und Fünftagehemd auftrat, ja eben wie ein zerstreuter Wissenschaftler. Der Vortrag war eine bunte Mischung aus Inkompetenz, Überheblichkeit, Phantasmen und wirren Gedanken  alles konfus und ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage. Die Publikumsreaktion ging vom betroffenen Schweigen über ungehemmtes Lachen zu höhnischen Zwischenrufen seiner ehemaligen Kollegen und endete in einem gewissen Tumult. Dem langjährigen Aussendienstmitarbeiter der Firma, der natürlich anwesend war fiel die undankbare –ja  eigentlich undenkbare—Aufgabe zu den Firmeninhaber, den er schon als halbwüchsigen Sohn des Chefs gekannt hatte zu informieren. Im Gespräch stellte sich heraus, dass Doktor Moshe Rohm auf ein dithyrambisches Zeugnis des Professors aus jener Universitätsklinik hin, angestellt worden war. Nun bat man den Langjährigen Mitarbeiter doch so schnell wie möglich, diesem Professor  einen Besuch abzustatten und um eine Erklärung zu bitten.  Der Mitarbeiter war ein alter Fuchs und merkte sofort dass da etwas nicht stimmte, also traf er den Professor „ganz zufällig“ im Korridor der Klinik. Auf Doktor Moshe Rohm angesprochen, bat  der Professor, ihn abends nach der Arbeitszeit der Sekretärin in seinem Büro zu besuchen. Der Professor verwarf seine Hände und sagte „ das ausgerechnet ihre Firma betroffen ist tut mir ja wirklich sehr leid, aber als Doktor Rohm mich um ein Zeugnis bat ,hatte ich nicht einmal den Mut es meiner Sekretärin zu diktieren, denn alle im Institut wussten dass Doktor Rohm absolut unbrauchbar ist und überall mit besten Zeugnissen weggelobt wurde. Auch ich als—nicht praktizierender—Jude konnte ihm, meinem Religionsbruder  doch keine Steine in den Weg legen, nein ich war ja so froh ihn endlich loszuwerden, aber dass ich ihn so wiedersehen musste ist wohl die Rache des Schicksals.                                                                                                                                                           Doktor Moshe Rohm wurde mit einer exorbitanten Abgangsentschädigung zurück ins gelobte Land geschickt.