Donnerstag, 30. April 2020

Traurige Zeiten


TODESANZEIGE

gestern verstarb im Klinikum Zum Heiligen Geist
unser geliebter
Gatte, Vater,  Grossvater, Bruder, Onkel, Vetter
Hans Mustermann
wohl versehen mit dem Gottgesandten COVID 19
aber total abgeschirmt von uns. seinen Liebsten.
Kein Priester oder sonstiger sog. Seelsorger war abkömmlich,
sodass Hans ganz unbefangen vor der Himmelstür angekommen ist.
Die Kremation—Erdbestattung war aus Seuchen-polizeilichen
Überlegungen verunmöglicht—fand unter Ausschluss der Angehörigen und Freunden statt.
Statt Blumen bitten wir das
RKI Robert Koch Institut  
zu unterstützen.

Witwe Berta Mustermann
Klaus Mustermann mit Helga Mustermann geb. Musterfrau
und Fritz, Lisa, Nadine und dem kleinen Benjamin sowie allen Freunden und Anverwandten

RIQ
ruhe in Quarantäne


Donnerstag, 9. April 2020

Stellt euch mal vor…………


Man hört ja immer wieder bissige Kommentare zum Corona-Sterben wie: es sterben eben Alte aber die hatten doch schon ein langes Leben…. ,Die welche sterben waren ja schon vorher krank und wären sowieso bald gestorben, in dem Alter zu sterben nach einem erfüllten Leben ist doch nicht schlimm….
Stellt euch mal vor dieses Virus würde Kinder und Jugendliche betreffen und in den Medien würde täglich von Hunderten toter Kindern und Teenies geredet und wir, die Alten gäben Kommentare dazu ab wie zum Beispiel: „Na ja Kinder können erneut  gezeugt werden….Kinder wissen ja gar nicht was sie verpasst haben und werden zu Engelchen….Früher starben Kinder an anderen Krankheiten, zur Verminderung der Bevölkerungsexplosion ist es besser, dass statt der Alten—deren Erdendasein ja beschränk ist und die sich nicht mehr fortpflanzen—die aufsteigende Generation dezimiert wird“.
Wie gross wäre da der Aufschrei der Generation zwischen 25 und 60! Gerade aus dieser Generation kommen ja die meisten gerontophoben Hasstiraden.


Mittwoch, 1. April 2020

Covid 19 oder lieber CORONA-Virus.


Wie man in den Medien liest und hört muss man in unserem Nachbarland Österreich ab sofort Atemmasken tragen um in Lebensmittelgeschäften einkaufen zu dürfen und können. Zugleich melden dieselben Medien, dass es aber nicht genügend Masken gibt. Ich kann mir gut vorstellen, dass analog zum Klopapierhamstern viele nicht nur eine sondern viele oder mindestens mehrere Masken aus den aufgestellten Distributoren vor den Supermärkten nehmen—oder gibt es bald eine Maskenpolizei?
Corona heisst doch Krone, sollte man nicht schon wegen der Namensanalogie beim Lesen der Krone-Zeitung—dem österreichischen Bild, Blick, Sun etc. ANALog-Blatt eine dieser Masken tragen?


Montag, 30. März 2020

Rechnen, Mathematik und Dauer


Ich war schon immer schwach im Rechnen, so schwach dass mir Ausdrücke wie Mathematik, Algebra und auch  Logarithmus wie ein mit hunderten von Siegeln verschlossenes Geheimnis geblieben sind.
Aber trotz dem weiss ich, dass die Dauer dieser Quarantäne bei uns Alten nur einen kleinen Prozentsatz unserer bisherigen Lebensdauer ausmacht ABER, ja aber von der verbleibenden Lebenszeit doch einen beträchtlichen Tribut zollt! Sch…… ach ja es heisst Schade und nicht Sch…………


Sonntag, 29. März 2020

Homeoffice


Viele Menschen, ob weibliche männliche oder irgendeine der mannigfachen Zwischenspezies der sexuellen Orientierung, sind angehalten von zu Hause aus zu arbeiten. Erst mal konzentriere ich mich auf Singles, das heisst Personen die alleine leben. Ob sie nun diszipliniert zur gegebenen Zeit aufstehen und sich bürofertig machen oder den ganzen lieben langen—ach wie langen—Tag rumgammeln in Pyjama, Schlabberhose und T-Shirt oder gar im ausgewetzten kaffeebesudelten Morgenmantel, irgendwann müssen sie an dem als Bürotisch umfunktionierten Esszimmertisch oder an dem freigeräumten Sofatisch ihre Office-Sachen wie Rechner Mobilfone, Papierblock, Blei und Buntstifte  Füller oder Kugelschreiben zurechtlegen um dann mit der Arbeit zu—ah erst noch n’en zweiten Kaffee—beginnen. Und dann merken sie plötzlich dass sie gar nicht alleine sind, nein viele Wesen bevölkern ihr bescheidenes Heim.
Ganz kleine koboldähnliche Gestalten sind auszumachen. Einer dieser kleinen heisst Pflichtbewusstsein jener noch winzigere Loyalität und ganz in der Sofaecke sitzt Fleiss; all diese kleinen Troll-ähnlichen Wesen fürchten sich vor dem Zerberus der als Innerer Schweinehund weltberühmt ist.
Dieser innere Schweinehund ist ja eigentlich ein guter Freund, er ist es der dir—vor der Homeoffice Zeit— zuflüsterte doch mal wieder einige Migränetage zu beziehen oder wegen Menstruationsbeschwerden den Frei oder Montag zum Wochenende zuzugeben.  Nun hier im trauten Heim ermahnt er—der innere Schweinehund—dich, dich nicht zu vernachlässigen und doch jetzt mal was zu die zu nehmen und Schwupps bist du vor dem Kühlschrank oder bereits vor der gutbestückten Hausbar.
Vergessen sind elektronische Zeiterfassung oder die altehrwürdige Stechuhr, aber du hast-im Gegensatz zu deinen verheirateten Kollegen nicht mal die Entschuldigung dass dich Ehepartner und Kinder immer mal wieder von der Arbeit abhalten.
Ja nun zu den zum  Homeoffice verdonnerten Ehepartnern. Sie brauchen keine „kleinen Wesen“ um sie von der Arbeit abzulenken. Nun lernen sie Ehepartner und Kinder erst richtig kennen – es ist nicht einfach so eng zusammenzusitzen und neben der Arbeit auch noch als Lehrperson zu fungieren!
Alle sind genervt und stellen sich die Frage: Ist das wirklich meine bessere Hälfte, sind das wirklich meine Eltern? Wie schön wäre es Single, geschieden oder Vollwaise zu sein.
Und alle stöhnen VIRUS WANN GEHST DU WIEDER WEG?



Samstag, 28. März 2020

Bergamo und die Seuche


Dass in Bergamo am meisten Viruserkrankte sterben ist tragisch. Wie es dazu kam scheint nun  doch recht klar zu sein. Der, am 19. Februar in Mailand ausgetragenen Fussallmatch gegen Valencia scheint nicht nur für die Tifosi beider Klubs ein Fest gewesen zu sein sondern auch als ein idealer Tummelplatz für das schon allzu bekannte Virus aus China gedient zu haben. Die Bergamasken kehrten nach ausgiebigem Feiern mit Umarmungen und Freudetaumel nach Bergamo heim, die Valencianer ihrerseits zogen nach Valencia. Beide Kohorten wohlversehen mit vielen „Krönchen“ also Corona-Viren im Leib.
Ob die grosse Zahl erkrankter in Spanien ihren Ursprung bei den Heimkehrern des—leider verlorenen Spiels—aus Mailand hat ist wohl wahrscheinlich.
Nun fallen täglich hunderte von Leichen an für die jetzt die—wegen Ausgangssperre verwaisten Kirchen—als Aufbahrungs-Ort dienen. Es ist irgendwie komisch die durch Schutzmasken anonymisierten Priester ihr Weihwasser—ganz gleich wie die Desinfektionsmittel—über die Särge  träufeln zu sehen.
Freut sich wohl die Kirche, dass nun endlich ihre Schäfchen—wenn auch nicht ganz freiwillig— zurück in ihren gütigen Schoss gelangt sind?
Und von Ferne hört man die ekelhaft frömmelnden  Stimmen der Fundamentalisten jeglicher religiösen Vereinigung von der Strafe Gottes predigen; man muss ja seine Schäfchen bei Laune—oder doch eher bei der Stange— halten


Freitag, 27. März 2020

CORONA SLAM POETRY


Solang man noch nicht niesst,
Solang der Spargel spriesst
Solang er wird gestochen
Wird nicht ins Grab gekrochen!

Solang wir „Alte“ zünftig saufen
den Wein den „Junge“ für uns kaufen
und vor die Haustür für uns stellen
kann Garnichts s’Leben uns vergällen.