Freitag, 3. April 2015

Ostern

Das Christkind und der Weihnachtsmann sassen auf dem Rasen
Rundherum im saftigen Grass sah  man Lämmlein grasen
Der Hirtenknab pflückt  Blümelein für Mutters schönste Vasen
Und weil es schon bald  Frühling war kamen  viele Hasen
Die kamen aus dem Hühnerstall ganz vollbepackt mit Eiern
Die Hasen malten  Eier  bunt weil Menschen  Ostern feiern
Die Hennen gackerten wie wild  und schrien nach ihren Kleinen

Die Hasen bestehlen uns jedes Jahr doch wir wir trauern und weinen.

Donnerstag, 2. April 2015

Wie ich beinahe zum Mörder wurde

Ja ich, ein Pazifist, hätte fast einen Menschen umgebracht. Und so ist es gekommen. Es waren die  Siebzigerjahre, ich war Ende dreissig und hatte mich entschlossen mir in Lausanne eine Wohnung, zur Miete, zu suchen. Mein Traum war eine grosse Altbauwohnung, die ich      —zwar ohne Bestechung—aber mit Beziehung auch fand. Ich war mit dem Direktor der Kantonalbank gut bekannt, denn wir sahen uns regelmässig auf Vernissagen, im Theater  und in Konzerten, ausserdem hatten wir gemeinsame Freunde. Er empfahl mich an zwei grosse Immobilien- Verwaltungen, eine davon hiess Truan (was, auf Französisch, rein phonetisch Gangster, Betrüger heisst). Ich ging vorsichtshalber erst zur anderen. Es war geradezu grotesk wie es dort ablief. Ich meldete mich am Schalter und bat Herrn M zu sprechen. Im hinteren Teil sah ich einen dicklichen hemdsärmeligen verschwitzten Mitfünfziger der sich an seinem Schreibtisch flätzte. Haben sie einen Termin kam patzig aus dem kaugummibearbeitenden Mund der Frau—Dame wäre übertrieben—am Schalter. Meine Antwort war ganz einfach, Herr Direktor J.T. von der Kantonalbank –Besitzerin der Immobilienfirma— wollte mich bei Herrn M. anmelden. Nun schlenderte sie zu dem Hemdärmeligen und sagte ihm, so laut dass ich es hören musste, dieser Typ behauptet, Herr Direktor J.T. habe ihn bei ihnen angemeldet. Plötzlich erbleichte der Hemdärmelige zog sich eilends Krawatte und Jacke an und bat mich mit devoten Verbeugungen in sein Büro, liess Kaffee bringen und fragte mich nach meinen Wünschen. Ich erklärte was ich suchte, er versicherte mir, dass alle in Frage kommenden Wohnungen mir sofort angeboten würden bevor sie  inseriert  würden und instruierte in meinem Beisein seine Mitarbeiterin darüber. Ich bekam viele Anrufe und besuchte sehr viele Wohnungen bis ich die Wunschwohnung, schon nach wenigen Wochen fand. diese Wohnung entsprach meinen Wünschen zu etwa neunzig Prozent; sie war allerdings renovationsbedürftig. Herr M. stellte mir den technischen Leiter vor und befahl ihm alles in meinem Sinne zu tun. Wir vereinbarten eine lächerlich tiefe Miete, in Gegenzug sollte ich die Wohnung nach meinem Gusto und auf meine Kosten erneuern. Ich willigte ein und fragte Herrn T. nach guten Handwerkern, die er mir auch empfahl. Einige dieser Handwerker waren wirklich perfekt, mit zwei von ihnen gab’s Probleme. Der Plattenleger liess seinen Sohn die Nasszellen neu machen, es war unbrauchbarer Pfusch und ich musste recht deutlich werden! Am Ende hatte ich schöne Nasszellen zu einem humanen Preis. Und nun zu meinem beinahe-Mordopfer. Er war aus Süditalien, in der Gegend von Neapel, vor langer Zeit in die Schweiz gekommen. Seine Offerte war günstig und sein Auftreten ein klein wenig zu devot .Während der Arbeiten, ich war täglich auf der Baustelle, fragte er mich oft“ machen wir hier in diesem Zimmer auch die Decke und die Einbauschränke“? meine Antwort war immer, ja natürlich, alles wird neu gestrichen. Es war auffällig, dass immer andere junge Arbeiter, die kein Wort Französisch verstanden auf der Baustelle zu treffen waren. Am Ende waren die Malerarbeiten sehr schön geworden. Die Rechnung allerdings war doppelt so hoch wie die Offerte. Ich zitierte den Malermeister in die Wohnung, informierte ihn dass ich eine Erklärung wegen der Preisüberschreitung wolle. Es gibt keine Preisüberschreitung sagte er mir, alles was  auf der Offerte figurierte—die sie ja unterzeichnet haben— ist auch so verrechnet! alles andere was nicht offeriert war muss dazugezählt werden. Erst als er mir zeigte, dass in jedem Raum, mal eine Wand mal die Decke mal die Fenster etc. nicht aufgeführt waren begriff ich wie er mich zu betrügen versuchte. Und dann, ja dann sah ich rot. Wir standen an einem Fenster das nur etwa dreissig Zentimeter überm Boden war, es war offen. Wutentbrannt stiess ich den kleinen Mann zum Fenster schrie ihn an und drohte ihm mit der Fremdenpolizei, da ja seine Arbeiter sicher nicht gemeldet waren. Sollte er mir nicht sofort eine neue Rechnung  entsprechend der Offerte machen, würde ich nicht davor zurückschrecken ihn aus der dritten Etage auf die Strasse zu werfen. Ich muss sehr überzeugend gewesen sein, er bestätigte mir alles schriftlich und bat mich keinem davon etwas zu sagen, erst heute breche  ich mein Wort, denn der Mann wäre heute weit über neunzig!

Mittwoch, 1. April 2015

Der Liebhaber

Sie waren Liebhaber gewesen noch lange bevor Gaston heiratete und blieben es auch als er die geschwängerte Tochter der Nachbarn, mit der er schon als Halbwüchsiger rumgemacht hatte, heiraten musste. Sie hiess Lisa und hat dann einen Arbeitskollegen in der Fabrik für Zifferblätter in der sie beide angestellt waren geheiratet. Ja sie hatte ihn plötzlich doch noch genommen, ihn der schon seit langem versuchte bei ihr zu landen. Eine Tochter wurde schon nach sieben Monaten geboren, war aber keine Frühgeburt! Wer nun der Vater war ist nicht bekannt es gab auch noch keine Gentests zur Untermauerung eines eventuellen Verdachts. Die Ehe ging nach kurzer Zeit in die Brüche, der Liebhaber Gaston blieb ihr erhalten. Als ich die Beiden kennenlernte, sie war Mieterin meines Schwiegervaters, waren sie so ende fünfzig. Die Tochter litt an einer Rheumatoiden  Polyarthritis lebte aber selbstständig mit ihrem Mann, ob Gaston der alte Liebhaber ihr Vater war wurde nie diskutiert war aber naheliegend war doch die Ähnlichkeit frappant. Gaston hatte mehrere Maitressen in der ganzen Stadt verteilt, kümmerte sich um alle ja er verteilte seine Zeit gerecht zwischen seiner Familie und seinen Maitressen,er war immer auf Trab! Ob noch viele Liebesbeweise ausgetauscht wurden entzieht sich meiner Kenntnis. Lisa und Gaston benahmen sich wie ein altes Paar, stritten oft lautstark sodass die ganze Nachbarschaft mitfiebern konnte. Dann ging er wüst schimpfend und wie er schwor für immer weg, kam aber einige Tage danach wieder. Gaston war ein immer in Bewegung sein müssender Mensch, mähte umsonst den Rasen, schaufelte Schnee und machte sich nützlich wie und wo er konnte. Oft fragte ich mich, ob er wohl eher der Arbeit und Gesellschaft wegen so regelmässig kam oder Lisas wegen, insbesondere weil er auch erschien wenn Lisa im Urlaub war und dies nicht nur der Topfpflanzen wegen die auch der Schwiegervater oder andere Nachbarn gegossen hätten.

Dienstag, 31. März 2015

Salopp

Ich war lange Jahre verheiratet mit einer Westschweizerin. Wir lebten immer in der Westschweiz. Da ich auch oft Besuch von Familie und Freunden aus der Deutschen Schweiz hatte kam es öfter zu, manchmal lustigen manchmal peinlichen, Sprachproblemchen. Wenn man zum Beispiel von einer Frau sagt : sie ist, oder gibt sich sehr salopp kommt das nicht wirklich gut an den „une saloppe“ ist zu Deutsch eine Schlampe; so versteht man auch wie schockiert meine Frau beim ersten Mal ,als sie glaubte so bezeichnet worden zu sein,  notgedrungen sein musste. Auch das in der Deutschen Schweiz sowie in Deutschland sehr gebräuchliche „leger“  oft „läschär“ gesprochen kann zu Pikiertheit führen; eigentlich verständlich denn wie in Deutsch ein Leichtes-Mädchen kein Kompliment ist, schätzt eine Frau im Französischen Sprachgebiet es kaum als legere bezeichnet zu werden auch wenn man hier alles ein klein bisschen leichter nimmt. Umgekehrt, wenn der Franzose von ordinaire spricht heisst das einfach nur gewöhnlich, Ordinär wäre in Französisch vulgaire=Vulgär!              Auch eine nette Verwechslung meines damaligen Chefs, eines Zürchers, der allerdings sehr fliessend Französisch sprach—mit hartem Akzent— aber die Subtilitäten der Sprache nicht verstand. Es war in den Sechzigerjahren als Küsschen-Küsschen in der Deutschen Schweiz noch nicht usuell war begrüssten sich auf einem Empfang die Frau eines seiner Angestellten und die Frau eines Kunden ,wie hier in Lausanne üblich, mit Küsschen, woraufhin mein Chef sagte: ici en Suisse Romande les Femmes se „BAISENT“ was genaugenommen heisst: hier in der Westschweiz vögeln die Frauen zusammen. Es entstand ein betretenes Schweigen. Es ist ganz gut zu wissen dass „ un baiser“ ein Kuss oder Küsschen bedeutet, aber baiser als Verb eben ein vulgärer Ausdruck für Beischlaf ist. Eine berühmte Sprachfalle für Französisch sprechende ist das deutsche Wort Schiessen ganz besonders in der Schweiz. Heisst doch auf Schweizerdeutsch Schiessen  Schüsse und nicht wie zu erwarten wäre Schiesse,was wiederum "Stuhlgang" heisst.

Montag, 30. März 2015

Flugsicherheit

Man macht ein riesen Tamtam und gibt Unsummen aus  um Doping Tests bei Sportlern zu machen. Sportler die verbotene Substanzen nehmen lügen und betrügen, sie  schaden sich selbst, dem Sport sicher auch, doch eigentlich kann das der Gesellschaft egal sein.                                                                 Aber bei Risikoberufen die auch sehr stressbelastet sind wird gar nichts kontrolliert. Die meisten Psychopharmaka werden in vielen Ländern—schon  in Flughafenapotheken—auch ohne Rezept verkauft. Geschäft ist ja schliesslich Geschäft und PECUNIA NON OLENT  wie schon der Kaiser Vespasian so schön sagte; aber dies ist eine andere Geschichte.                                                             Ja es ist wohl unvermeidbar, Piloten—genauso wie Sportler—unerwartet in irgendeinem angeflogenen Flughafen, noch in der Transitzone zu Urin & Blutprobe zu bitten. Auch müssten einige Haare gelassen werden um Langzeit Tests zu machen. Man wäre extrem erstaunt welche und wie viele Substanzen man finden würde; wie Kokain Haschisch Heroin sowie viele Designer-Party-Drogen und alle Psychopharmaka ob dämpfend oder stimulierend.                                                      Und all die ADHD Kinder die im Schulalter Ritalin nahmen, sind die im späteren Leben ohne solche Substanzen unterwegs?? sind einige davon im Cockpit?  Ich weiss es nicht, die Frage stelle ich aber trotzdem. Das moderne leben und der extreme Kostendruck trägt nicht dazu bei, seine Schwächen zur Schau zu stellen, nein alles muss Leistung sein, da greift man eben schon mal zur erweiterten Hausapotheke, umso wichtiger ist es direkt und unangekündigt zu kontrollieren.                                                                                                                                                   Für die jährliche Arztvisite die ja obligat und nach Termin erfolgt, kann man sich in aller Ruhe vorbereiten und viele berufsverhindernde Symptome „vergessen“. Die Meldepflicht die man den Ärzten auferlegen will und soll   —würde sie eingeführt—kann leicht umgangen werden, denn Piloten sind schon von Berufswegen sehr mobil und es findet sich immer ein Arzt irgendwo auf der Welt der nicht viel fragt… und dem man ja nicht auf die Nase binden muss, dass man Pilot ist. Ja warum soll es bei den Piloten anders sein als bei Anwälten ,Bänkern, Ärzten, Künstlern usw. die ja auch schon mal, sei es zur Flasche sei es zu Medikamenten greifen, so etwas toleriert die Gesellschaft problemlos,  wer, ja wer hat in seinem Umfeld nicht mehrere solche ,ganz banale, „Süchtige“? Nicht nur die Oma mit Benzodiazepin seit dreissig Jahren, auch viele „normale“ Menschen können nicht mehr ganz ohne solche, ja was denn? Chemo-Krücken Lebenshilfen oder Trösterchen ….leben.

Sonntag, 29. März 2015

Zwillinge

Er war nach vielen Jahren die er im Ausland verlebt hatte in seine Heimat zurückgekommen. Da er keine Verwandten mehr hatte und auch sonst keine besondere Bindung zu seinem Heimatort bestand, wählte er seinen Wohnsitz nach folgenden Aspekten aus. Es sollte eine mittelgrosse Stadt mit gutem kulturellen Angebot,besten Bahnverbindungen und einer guten medizinischen Versorgung sein. In der ausgewählten Stadt kaufte er sich eine schöne Wohnung und richtete sich nach seinem Gusto ein .Er nahm sich Theater und Konzertabonnemente und genoss das Leben. Schon beim zweiten Konzert fiel ihm eine junge sehr aparte, ja beinahe schöne Cellistin auf. Sie war recht gross, hatte lange Rabenschwarze Haare und fiel ihm durch ihre sehr aufrechte Körperhaltung auf.                                Wie riesig war sein Erstaunen, als er nach einigen Tagen an ein Extrakonzert, ausserhalb seines Abonnements, ging, es war ein Kammermusikkonzert mit Mozart und Beethoven Quintetten, dass „seine Cellistin“ plötzlich am Piano sass. Das Konzert war sehr schön, er beglückwünschte sich selbst die richtige Stadt gewählt zu haben um seinen wohlverdienten Ruhestand zu verbringen. Beim nächsten Abo-Konzert war „seine Cellistin“ wieder an ihrem Platz.   Einige Monate später auf einem Empfang mit Aperitif für die Sponsoren des Orchestervereins zu denen er als wohlhabender und musikliebender Neu Zuzügler in dieser Stadt gehörte, staunte er nicht wenig, als „seine Cellistin“ im Doppelpaket mithalf die Häppchen anzubieten. Auf seine diskrete Frage hin sagte eine der Beiden schwarzhaarigen Schönheiten  dass ihre Zwillingsschwester hier im Orchester Cello spiele und sie selbst weit weg in einem anderen Land verschiedene Streicher Trios und Quartetts  regelmässig auf dem Piano begleitete. So wurde aus dem Multitalent eine banale Zwillingsschwester.

Samstag, 28. März 2015

Gedanken zur Flugkatastrophe „GERMANWINGS“

Wie kann es sein, dass der Co-Pilot  P.L. der  seine Ausbildung wegen Depressionen während mehreren Monaten unterbrechen musste, dann wieder in die Ausbildung zurückkehren konnte? und am Ende eine Lizenz ( zum Töten??) erhielt?                                Bei Behandlungsbedürftigen Depressionen junger Erwachsener und Jugendlicher,  weiss schon jeder Assistenzarzt, dass die Rezidiv Rate extrem hoch ist, ausserdem werden solche Depressionen fast immer mit Psychopharmaka behandelt in deren Packungsbeilage wird davor gewarnt, dass das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden kann und man darauf verzichten sollte ein Fahrzeug zu lenken und/oder gewisse Apparate und Maschinen zu bedienen. Des Weiteren ist auch die euphorisierende Wirkung—die zu Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeit führen kann—nicht zu vernachlässigen. Was auch zu bedenken ist, die Antidepressiva stimulieren ,deshalb müssen sie mit Sedativa kombiniert werden; lässt der Patient diese sedierenden Medikamente weg, so ist das Risiko  dem Drang sich selbst zu töten nicht mehr gehemmt, nein durch die Stimulation sogar gefährlich erhöht. Dass die Flugschule der Lufthansa so leichtsinnig mit den Risiken umgeht, obwohl sie als eine der Besten gilt, stimmt schon nachdenklich!                                                                                                             So tragisch es für P.L. auch gewesen wäre, seinen Traumberuf nicht ausüben zu können, ist es doch 149-mal tragischer –durch grobe Fehler der Selektion der Lufthansa—seiner Angehörigen verlustig gegangen  zu sein.



 NB-Eigentlich müssten Ärzte welche Piloten behandeln bei Verschreibung von psychoaktiven Medikamenten die Fluggesellschaft informieren. Die Sicherheit der Passagiere ist höher zu werten als das Arztgeheimnis.