Donnerstag, 14. Mai 2015

Politisch korrekt,oder vom gewöhnlichen Irrsinn.

Man muss ja heute korrekt sprechen, zum Beispiel ist es nicht statthaft wenn man Ärzte und Ärztinnen einfach als Ärzte erwähnt. Wie ist es wohl wenn man von der Ärzteschaft spricht, es heisst ja DIE Ärzteschaft genügt das den Feministinnen oder eben doch Ärzteschaftinnen??Dasselbe fragt man sich bei die Menschen wird daraus Mensch und Menschin oder entsprechend  Menschen und Menschinnen? Und wie geht man zum Beispiel mit den Abgeordneten um? Abgeordnetinnen, tönt irgendwie falsch; soll es deshalb nur männliche Abgeordnete geben? Und in der Religion was wird aus den Erwählten und den Erkorenen? Erwähltinnen und Erkorinnen ? tönt auch komisch, fast so komisch wie die Menschinnen die korrektes Benennen  ad absurdum führen. 

Mittwoch, 13. Mai 2015

Geschlagener Mann

Wenn Männer von ihren Frauen misshandelt werden ist das ja für Aussenstehende immer auch ein wenig lächerlich, aber für die Betroffenen handelt es sich um schwerwiegende Einschnitte in ihre Würde und in ihre körperliche Integrität. Die Frauen die „schlagende“ Argumente verwenden sind oft nicht, wie in den Witzen, maskuline Schlägertypen, nein oft sind es zierliche feminine Biester. Genauso wie die geschlagenen Männer nicht schwächliche halbe Portionen sein müssen, sie sind einfach psychisch nicht in der Lage sich gegen ihre Frau zur Wehr zu setzen, haben auch Hemmungen sich physisch zu wehren.                                                                                                                            Vor vielen Jahren kannte ich solch ein Paar, er der Mann Gaston, war ein Hüne von fast zwei Metern, sie seine Frau Fabienne ein zierliches Persönchen. Nicht täglich, aber mehrmals pro Woche ging Fabienne von Kneipe zu Kneipe um Gaston zu suchen. Fand sie ihn mehr oder weniger betrunken, bugsierte sie ihn mit Fusstritten und Faustschlägen laut keifend nach Hause. Die ganze Nachbarschaft war Zeuge dieses wiederkehrenden Schauspiels und die höhnischen Bemerkungen sowie das sarkastische Lachen, dass Gaston, je nach Trunkenheitsgrad ,meist mitbekam, taten  ihm viel mehr weh als die—nicht schwachen—Schläge und Tritte von der wütend schreienden Fabienne. 
  Als Gaston, er war Arbeiter im Strassenbau, tödlich verunglückte—ein Raser hatte ihn auf der Autobahn überfahren—stand Fabienne laut heulend am offenen Grab und beklagte ihr Schicksal: er war der beste liebste der Männer und man hat ihn mir ermordet.

Dienstag, 12. Mai 2015

K A L A U E R

Er nannte seinen Sohn Alko    weil : Alko    hol mir noch ne Flasche!

Warum spricht man am Radio in den Nachrichten von einem Fair-Unglück mit vielen Toten und noch mehr vermissten? Was soll daran Fair sein?

Montag, 11. Mai 2015

Im Park (Philosophische Überlegungen)

Aus welchem Land sie ursprünglich stammen weiss ich nicht, es scheint mir aber, dass es irgendwo in Südost Europa sei. Ich sehe sie nun schon seit vielen Jahren, von meinem Fenster aus, wie sie in der schönen Jahreszeit so ab März bis in den November hinein mittags sowie abends diesen kleinen Park, der auch ein Kinderspielplatz ist, als ihren persönlichen Garten nutzen. Sie kommen, kurz nach dem Mittagsessen, setzen sich gemeinsam auf eine Bank und schwatzen angeregt miteinander. Alle beide sind wohl schon seit vielen Jahren Rentner. Auch abends sieht man sie gemeinsam friedlich, auf meistens derselben Bank sitzen und den Kindern bei Spiel und Sport zuschauen.                                Eigene Enkel scheinen sie nicht zu haben, sie reden nur manchmal mit anderen älteren Menschen die sich auch hier im Park treffen. Seit diesem Jahr ist etwas anders, zwar kommen die Beiden wie eh und je und zur selben Zeit, setzen sich auf „ihre“ Bank und beginnen zu schwatzen. Nun wird aber aus dem Gespräch oft ein Streit und der Mann erhebt sich und setzt sich auf eine etwa fünfzehn Meter entfernte Bank. Nach kurzem Schweigen, er raucht inzwischen eine Zigarette, wird das Gespräch, aus der Entfernung, wieder gestenreich aufgenommen. Manchmal geht er zurück auf die gemeinsame Bank doch oftmals erheben sich aber beide gleichzeitig beinahe schon synchron  und gehen in einigen Metern Abstand—noch immer  gestikulierend und schwatzend—ihrer Wohnung entgegen. Ich frage mich nun, was mag diese Änderung im Verhalten hervorgerufen haben, senile Starrköpfigkeit, ein psychorganisches Syndrom des einen oder der Beiden oder einfach neu aufgeflammte Streitigkeiten aus längen vergangenen Zeiten? 

Freitag, 8. Mai 2015

Ritas Riten und Sitten oder „ seduta et non abandonata“

Sie hiess Rita. Sie war die Tochter armer aber frommer Leute gewesen. Sie lebte in dieser ärmlichen Kleinstadt in Norditalien.                                                                                                                               Die Grossmutter—die Mutter war bei ihrer Geburt gestorben—hatte sie schon als ganz kleines Mädchen fast täglich zu Messe mitgeschleppt.So bigott die Oma auch war, dumm war sie nicht, nein sie wusste genau was sie tat, hatte es doch grosse Tradition. Ja sie selbst hatte das gleiche erlebt. Auch sie war von ihrer Oma zur Kirche mitgenommen  und später, als sie zu  einem  hübschen kleinen  Ding herangewachsen war, dem Pfarrer zur Obhut anvertraut worden.                              Jener, längst verstorbene Priester, hatte sie jahrelang missbraucht, ihr dann aber einen braven Ehemann gefunden. Und nun führte sie diese Tradition weiter, wäre sie gebildet gewesen, sie hätte an die drei Äffchen denken müssen, nichts sehen nichts hören und vor allem nichts sagen. Und so wurde aus Rita das, was  später dazu führte, im ganzen Städtchen als die „schöne im Tabakladen“ bekannt zu sein.                                                                                                                                                          Ja sie war in sehr jungen Jahren vom Priester geschwängert und von der Engelmacherin von diesem unerwünschten „Gotteskind“ befreit worden; dass dabei auch ihre Gebärmutter daran glauben musste sei nur nebenbei erwähnt. Auch ihrer Frömmigkeit tat dies keinen Abbruch. Der Priester sorgte dafür, dass Rita regelmässig zu Schule ging und später richtete er ihr, mit Geldern des lieben Gottes, einen kleinen Laden mit angegliederter Wohnung ein, in dem sie Tabak und Süssigkeiten anbot. Später kamen  noch eine Kaffeemaschine und eine Kühltruhe für Gelati dazu.                                                Als der liebe Gott den sündigen Priester, noch in recht jungen Jahren, zu sich rief, kamen alle folgenden Priester—mit Ausnahme eines schwulen—in den Genuss, bei Rita Kaffee zu trinken und ihre klitzekleine Wohnung zu „segnen“. Ja sie war und blieb der Kirche verhaftet, dadurch blieb ihr Ruf tadellos und sie konnte in aller Ruhe ihrer Neigung  nachgehen. Rita war sexbesessen und da sie keine Schwangerschaft befürchten musste lebte sie ihre Neigung hemmungslos aus.                                 Somit hat der erste Seelsorger, Ritas Verführer, der ganzen männlichen Bevölkerung, ohne es gewollt zu haben, einen grossen Dienst erwiesen. Einzig die Bordellbesitzerin im nahegelegenen Vercelli litt unter dieser unlauteren Konkurrenz.                                                                                         Und damit ist wieder einmal bewiesen wie wichtig die Institution unserer alles selig machenden heiligen römisch katholischer Kirche ist.


Dienstag, 5. Mai 2015

Legat oder Erbe "nach Murphy’s Gesetz"

Sie, Henriette war die wohlbehütete und einzige Tochter eines sehr reichen Verlegers gewesen. Sie war schon sehr jung verwaist da beide Eltern bei einem Unfall ihr Leben lassen mussten. Aufgezogen wurde sie von zwei Tanten, den Schwestern ihres Vaters. Sie genoss eine grossbürgerliche Erziehung, schon im Backfischalter kam sie in ein Luxus-Internat in der französischen Schweiz wo sie die Matura als Beste ihres Jahrgangs bestand, was viel bedeutete, mussten doch die Schüler von Privatschulen eine sogenannte Eidgenössische—also viel strengere—Matura absolvieren.  Danach machte sie in Göttingen und München ein Literatur-Studium dass sie sogar mit einem Doktorat abschloss.Nun war sie eigentlich sehr gut vorbereitet, in dem Verlag—den ihre Tanten bisher leiteten—die verlegerische Leitung der Sparte Literatur zu übernehmen; die Abteilung Sachbücher—vor allem Medizin, Physik Chemie und Mathematik leitete eine ihrer Tanten, sie war Ärztin, hatte aber nach ihrem Studium nie ihren Beruf ausgeübt denn sie war ,nach dem unerwarteten Tod des Bruders, sofort in den vom Urgrossvater gegründeten Verlag eingestiegen.                                                        Beruflich hatte Henriette grossen Erfolg, denn der Verlag, der bis anhin achtzig Prozent des Umsatzes mit Sachbüchern realisierte, mauserte sich im Lauf der Zeit zu einem der wichtigsten im Land, und dies dank Henriettes unbestechlichem Gespür für gute, wenn nicht gar sehr gute Literatur und ihrem fairen Umgang mit oft schwierigen Autoren.                                                                                   Henriette war alles andere als eine Schönheit, sie hatte grobe, fast schon hässliche Gesichtszüge und eine chronische Hautkrankheit. Dadurch war ihr Gesellschaftsleben, trotz ihrer intellektuellen Qualitäten, inexistent. Manchmal musste sie aber, dem Kommerz zu liebe, im Rampenlicht stehen denn sie war einzige Besitzerin des—bisher von den Tanten verwalteten—Verlags. Als sie schon in mittleren Jahren war, machten sich immer mal wieder Männer an sie heran, boten ihr sogar die Ehe an um, nicht etwa in ihr Leben zu treten, sondern um in den so prosperierenden Verlag einzuheiraten. Henriette merkte meist—aber eben nur meist—die Unehrlichkeit der Anwärter, bis Thilo kam. Thilo war ein gut aussehender Zahnarzt mit eigener Praxis, er war frisch geschieden—von einer Psychisch kranken— rechthaberischen Frau.                                                                                                      Thilo war eigentlich mehr an Literatur und Kultur im Allgemeinen, als an seiner Praxis interessiert. Er liebte schnelle Autos und schicke Hotels. Wie er es fertigbrachte, die sonst vor und klarsichtige Henriette um den Finger zu wickeln ist im Nachhinein absolut unverständlich. Immerhin war er der erste Mann mit dem sie ins Bett ging. Für die, auf sexueller Ebene ganz unerfahrene, Henriette war er ein phantastischer Liebhaber, konnte sie doch nicht vergleichen. Diese mehrmals wöchentlich stattfindenden Liebesstunden trübten den –sonst so klaren—Verstand Henriettes.                                        Als sie wieder klar denken konnte und einige schwere Macken an Thilo entdeckte war sie schon um einige Hunderttausend Mark ärmer.Thilo hatte sie nie um etwas gebeten, seine Art und die Blicke sagten ihr aber ganz klar was ihn freuen würde. Als sie eines Tages starke plötzlich auftretende Zahnschmerzen hatte und in Thilos Praxis –die sie noch nie besucht hatte—gehen wollte, stand aber  Thilos Name nicht  auf dem Praxisschild dieser Gruppenpraxis. Sie trat ein und wollte ihren, ja was nun, Verlobten, Bald Ehemann oder doch Liebhaber sehen. Nach längerem Hin und Her erfuhr sie, durch den wirklichen Inhaber dass Thilo schon seit langem, wegen unangemessenem Verhalten Patientinnen und Mitarbeiterinnen gegenüber, aus der Praxis ausgeschlossen worden war. Nach einer notfallmässigen provisorischen Behandlung ihres schmerzenden Zahnes, vom Inhaber persönlich vorgenommen, fuhr sie zu Thilos Wohnung.                                                                                           Einen Schlüssel hatte sie nicht, war auch noch nie dort gewesen, fand  aber nach längerem Suchen den von ihr bezahlten Porsche 911 vor einem heruntergekommenen Reihenhaus um das mehrere schmutzige Kinder tobten. Nun wollte sie der ganzen Wahrheit ins Auge blicken. Resolut klingelte Henriette an der Haustür ,eine ungepflegte sichtlich genervte Frau riss die Tür fluchend auf, verstummte aber beim Anblick der immer noch hässlichen aber elegant gekleideten Dame, die so gar nicht in diese vergammelte Gegend passte. Thilo war nicht da. Er kommt, sagte die Frau, nur ab und zu, stellt eins der Autos ab und fährt mit dem anderen wieder weg. Den vom Scheidungsgericht verordneten Unterhalt hat er nur sehr selten und auch nie vollumfänglich bezahlt, sie lebte mit den vier Kindern von der Sozialhilfe. Manchmal, aber eher selten, kommt er mit Geschenken für die Kinder, mit mir redet er nie. Als Henriette sich einigermassen gefangen hatte, ging sie in den Verlag und tat ihre Arbeit, als sei nichts geschehen.                                                                                        Als sie zu Hause unter der Dusche stand, kam Thilo nackt ins Badezimmer und stellte sich ganz selbstverständlich zu ihr unter die warme Brause. Also wusste er nichts von ihrer Entdeckung. Henriette überwand den aufkommenden Ekel und dachte sich während des „Liebesaktes“ –zum Glück bin ich die Frau und kann einen Orgasmus vortäuschen—als Mann müsste ich jetzt eine Ausrede finden oder die Katze aus dem Sack lassen. Beide gingen in dem, auch neuen, BMW in ein sehr angesagtes Lokal, wo, wie Henriette genau wusste Tratsch und Klatsch zu Hause war. So süss wie möglich fragte sie ihn nach seinem Arbeitstag, er antwortete mit vielen lustigen Anekdoten und Witzchen über die behandelten Patienten und verstrickte sich sehr gekonnt immer weiter in seine  Lügen. Henriette genoss es, trotz ihrer inneren Wut ihn nun nach seinem Leben auszufragen. Nach langem Essen und Gespräch liess sie genüsslich und lautstark—damit der ganze Jet-Set es hören musste—ihrer Wut freien Lauf;  ohne auch nur  ein unanständiges Wort anzuwenden, wenn Erbschleicher Zuhälter Profiteur, Sozio und Psychopath als Feststellungen und nicht als Beschimpfungen gelten.                                                                                                                        Henriette wurde älter, von Männern hatte sie genug, der Spass beim Sex, den sie ja wirklich sehr genossen hatte,  war es nicht wert einen weiteren Versuch und eine erneute Enttäuschung zu riskieren.                                                                                                                                                      Nun reiste sie viel. Überall dort wo junge Männer auf Frauenfang aus waren um sich eine Möglichkeit nach Europa zu  kommen zu schaffen,  kehrte sie den Spiess um—sie genoss, bezahlte auch mal eine Uhr oder ein neues Hemd—aber dann verschwand sie ohne Abschied; als Dame von Welt liess sie immer einen wohlgefüllten Briefumschlag an der Rezeption so als Trostpflästerchen.                                                                                                                                   Plötzlich war sie alt, das heisst sie fand sich alt. Mehrere Krankheiten kamen dazu und so entschloss sie sich ihrem Leben ein Ende zu setzten, nicht ohne vorab ein Testament zu machen. Da sie durch lange Erfahrung keinem Menschen mehr vertraute und Tiere sehr liebte hatte sie eine Folgenschwere Idee. Ja sie hatte doch vor einiger Zeit im Schweizer Fernsehen einen Tieranwalt gesehen. Er hiess Adrian Frey und kümmerte sich weltweit um das Wohl von Tieren, ja er sammelte Gelder um weltweit Tierschutz-Vereine zu unterstützen. Und darum schickte sie ihm, vor ihrem wohlüberlegten und gut vorbereiteten Suizid, einen Brief mit Testament.                                                                      Und das Testament lautete folgendermassen: Ich Henriette vermache mein ganzes Vermögen Herrn Andreas Frey an der XXX Strasse  in XXX Schweiz, damit er mit dem Erlös aus Verlag und Immobilien  das unterstützt was ihm am Herzen liegt. In einem zweiten Rundschreiben informierte sie Behörden und ihren Verlag darüber, dass ihr Testament, mit derselben Post an diesen Herrn Andreas Frey an der  XXX Strasse  in XXX Schweiz geschickt worden sei. Das Testament kam an, kam überraschend gut an bei Herrn Andreas Frey  an der XXX Strasse in XXX Schweiz. Leider bekam der ach so liebe Tierschützer  A D R I A N  Frey auch wohnhaft an der XXX Strasse in XXX Schweiz keine Post von Henriette.                                                                                                         Die Tiere hatten das Nachsehen und gäbe es eine Existenz nach dem Tod würde sich Henriette sicherlich im Grabe umdrehen.

Montag, 4. Mai 2015

Anonymität

Es gibt ja anonyme Alkoholiker, Workoholiker, Sexsüchtige und was alles noch, dachten sich einige einzelne Socken die zusammen in einem bunten Wäschekorb in einer Grosswäscherei lagen. Alle waren alleine, keine Socke fand sein Gegenpart einfach getrennt waren sie und keine Socke hatte eine Erklärung zur —ja was denn Hand? Fuss? — egal so kann es nicht weitergehen sagte eine rot-gelb-grün und weiss gestreifte. Ganz richtig erwiderte eine blau auf rosa Grund gepunktete, es muss etwas gegen unsere Einsamkeit geschehen ,denn ab und zu mit der einen oder der anderen ein kleiner Flirt ist ja ganz nett, aber auf Dauer gehören wir doch zu unseren vermissten Hälften, denn wir sind wie die Täubchen ,treu bis in den Tod. Und so wurde in dieser historischen Nacht in jener Grosswäscherei die weltweit aktive Vereinigung der verlassenen Socken  als Anonyme-Socks gegründet. Unterstützt wurden sie sehr schnell von den einzelnen Schuhen die man oft auf Landstrassen, Waldwegen, Autobahnrastplätzen, Stränden und Festplätzen sehen kann.