Sonntag, 25. Oktober 2015

Arbeitszeugnis

Wenn ein guter oder sogar sehr guter Mitarbeiter auf eigenen Willen hin eine Firma verlässt, weil er merkt, dass er dort seinem Beruf nicht so nachgehen kann wie es eigentlich Standard wäre, wird er in der Kündigungszeit oft schlecht behandelt. Das geht von beleidigender Willkür bis zu offener Feindseligkeit. Überzeitkompensation  und Restferien werden als  pure Schikane nicht am Ende gewährt sondern vom frustrierten Chefchen  bestimmt. Vorwürfe wie: jetzt wo du eingearbeitet bist und anfängst effizient arbeiten zu können gehst du, wo bleibt denn da die Dankbarkeit? und vieles mehr.                                                       Auch verwandelt sich so manches Rachearbeitszeugnis zum ARMUTSZEUGNIS  für die verlassene Firma.                           Wäre es besser gewesen seine Arbeitsweise zu ändern und  sich auf das tiefere und schlechtere Niveau herabzulassen? Nein man ist ja nur sich selbst etwas schuldig!

Samstag, 24. Oktober 2015

Idee für ein Start-Up Unternehmen

Man müsste eine Firma gründen die Tennisbälle auf Bestellung mit Gesichtsaufdruck herstellt. Wie schön wäre es mit aller Kraft auf unliebsame Politiker, Nachbarn, Chefs, Lehrer, Polizisten, Briefträger, Rivalen, Konkurrenten Ex-Geliebte/Liebhaber und sonstige verhasste Mitmenschen, auf schweisstreibende Art, loszuschlagen.

Freitag, 23. Oktober 2015

Schiffsbrüchige

Stellen wir uns mal vor, ein Schiff gerät in Seenot und alle Passagiere werden auf einen grossen Frachter gerettet. Auf dem Frachter ist für alle genügend Platz zum Schlafen und die Kombüse liefert, zwar einfaches deftiges aber gutes gesundes, Essen und dies drei Mal am Tag. Bei den Passagieren handelt es sich um eine bunt gemischte Gesellschaft, Familien mit und ohne Kinder, Omas, Opas, Alleinreisende Kinder und Jugendliche aber vor allem junge gesunde Männer die alle wohlbehalten an Bord genommen wurden. Die Traumreise ist‘s zwar nicht aber alle sind in Sicherheit. Da fährt ein Luxusliner auf sie zu und alle springen ins, zum Glück warme, Meer, nachdem sie vorsichtshalber die Schwimmwesten—die für die Crew bestimmt waren—angezogen haben. Sie fuchteln wie wildgeworden mit den Armen und rufen um Hilfe—nein sie fordern sofortige Rettung—! Alle werden gerettet, nur eine Oma stirbt an  Herzversagen. Und dann liest man in der naiven Presse: Hunderte von in Seenot geratenen werden von Luxusliner geborgen und verlangen von den Passagieren zusammenzurücken damit auch jeder der durchnässten menschenwürdig untergebracht werden kann. Einige Passagiere wollen keine dieser armen Schiffbrüchigen in ihren Luxuskabinen aufnehmen ! sagt die empörte Reporterin einer  staatlichen Fernsehanstalt, auch betont sie das mehrere –wegen Hungerstreik beinahe verhungerte—meutern müssen, weil nicht nach ihren Gewohnheiten/Religionsvorschriften gekocht wird. Das diese Schiffsbrüchigen von einem sicheren rettenden Frachter kommen sagt die ach so gute liebe  Reporterin natürlich nicht. Irgendwie erinnert mich diese Geschichte an irgendetwas…………. 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Krankheit als Lebenshilfe

Nein, nicht nur die Beteiligten am –Medical Business— also Ärzte, Apotheker, Pflegepersonal und die –ach so böse—Pharmaindustrie, sondern auch viele Patienten, oder mehr wohl noch  „innen“, beherrschen intuitiv die grosse Kunst, aus der Krankheit Nutzen zu ziehen. Ja hat man sich, ob durch Zufall oder kluge Überlegung, für eine Krankheit—die meist auch reell vorhanden sein kann— entschieden, so fängt man vorsichtig damit an, davon zu profitieren. Sei es die Pathologie mit dem breitesten Rücken, ich meine natürlich die Migräne, oder irgendwelche obskure neurologische oder rheumatologische Beschwerden, man kann als Patient/in jederzeit und unobjektivierbar die Symptome zu gewünschter Zeit abrufen.                                                                                                                                                                                                                                                  Kannst du mir bitte dies oder das machen, holen, bringen, erledigen usw. tönt es dann, aus dem meist abgedunkelten Schlafzimmer, durch die Wohnung ;oder man wird mit weinerlichem Ton aufgefordert  sich doch endlich ums Nachtessen der Kinder zu kümmern ,damit man sie dann gebührlich mit den Zubettgehriten ,wie Zähneputzen, Baden, Geschichtenvorlesen, Nochmalpipimachen und schliesslich Beten,  versehen, zur Ruhe legen kann. Ein anderer ,nicht zu verachtender Vorteil, besteht darin, dass man unerwünschten Anlässen—wie Firmen oder Familienfesten—guten Gewissens fernbleiben kann; dann heisst es ,es tut mir ja so leid aber du musst absagen, mir geht es so schlecht heut. Auch zur Urlaubswahl  taugt die Krankheit sehr. Du weisst doch, dass ich –wahlweise—in den Bergen, Städten, am Meer,  in den Tropen in kalten Gebieten, bei starkem Wind etc. Anfälle habe und du willst ja nicht dass ich dir damit den Urlaub vermiese. Wen wundert’s, dass manchem Gesunden ab und zu der Kragen platzt! und dass solche Ehen, nachdem die Kinder raus sind, meist in die Brüche gehen, es sei denn, dass, wie ein Wunder, die ach so praktische chronische Krankheit plötzlich „ausgebrannt“ ist. Ja viele Ärzte reden von „ausgebrannten“ Krankheiten, so ist es bekannt, dass nach der Menopause vieles besser wird—vielleicht weil man dann ja Menopause Beschwerden vorschützen kann??—. Die ach so häufig missbrauchte Migräne—deren Timing meist montags oder freitags ist— dauert normalerweise bis zur Pensionierung und hört danach schlagartig auf. Um gerecht zu sein, es gibt fast genauso viele Männer die von ihrer Krankheit profitieren, hier sind aber Herzrhythmusstörungen der absolute Renner. Der Mann greift sich mit Leidensmiene dramatisch an die Brust, atmet heftig und muss sich erst mal hinsetzen nur um nicht—wahlweise— den Müll rausbringen, die Blumen giessen, den Garten pflegen, mit dem Hund oder Kind –trotz Wind und Wetter—spazieren gehen, zu müssen. Die meisten Männer wissen auch ganz genau, wie man eine simple Erkältung zur  Staatsaffäre hochstilisieren kann .  Dieser Erkältete wird dann auch zum Tyrann, mal braucht er Tee, mal Ruhe mal Zuwendung, ja er schwelgt in dieser gefährlichen Krankheit und muss sich danach wochenlang „schonen“. Hätte der –wahlweise—liebe Gott, Schöpfer, die Natur, die Evolution oder sonst etwas,es vergessen den Menschen Krankheiten zu geben wäre das Zusammenleben sicher nicht einfacher, denn die Seele des Menschen hätte andere Unterjochungsmethoden gefunden!

Dienstag, 20. Oktober 2015

Sozialhilfe, na was nun ? , Empfänger, Nutzer, Akrobat, Künstler oder einfach Schmarotzer ?

Es gibt hier und anderorts ganze Familien—besser noch Clans—die seit Generationen auf beinahe schon professionelle Art von der öffentlichen Hand leben. Vorausschicken möchte ich, dass echte Härtefälle—denen diese Schmarotzer die Geldmittel ja entziehen—nicht gemeint sind, ganz im Gegenteil! Denn bestünde der Wille den Profiteuren den Futternapf etwas höher zu hängen, wären mehr Mittel da um, unschuldig in Schieflage geratenen, besser helfen zu können. Es gibt geschiedene Mütter, denen ihr Ex die Alimente vorenthält, ältere Kleinrentner denen der Hauswirt die Miete ungebührlich erhöht, Kranke, deren Krankheiten die Versicherungen nur teilweise oder gar nicht decken und noch viele andere Miseren. Dass aber Menschen, die nie gearbeitet haben, Alkohol oder Drogen konsumieren sich oft in Beschaffungskriminalität üben, Jahrzehntelang von Steuergeldern leben ,ein sogenanntes Recht auf Unterstützung haben, dass verstehe ich nicht und will es auch nicht kautionieren. Auch all die vielen, von naiven Ärzten als teilinvalid erklärten Profiteure, die an schlecht Objektivierbarem zu leiden vorgeben gehören zu dieser verachtenswerten Schmarotzerbande. Viele davon arbeiten Teilzeit, kümmern sich dann in der Ruhezeit um Haus und Garten, wohl als Rückengymnastik gegen chronisches Rückenleiden. Die –glaubt man Presseberichten—nicht wenigen Rentner, die ihr Kapital leichtsinnig in fernen Ländern ( Thailand, Spanien, Südamerika usw.) innert wenigen Jahren verschleudert haben und dann beim Zurückkommen ein Anrecht auf Wohnung, Krankenkasse und Kostgeld-Zulage beantragen können, gehören in Heime wo sie vor Unbill des Klimas geschützt auf ihr Ende warten können, und nicht in teure Wohnungen mit viel staatlichem Geld in der Tasche . Leider sitzen in Sozialämtern viele „Fühlst mich spürst mich“  Sozialarbeiter, die nur an das Gute und Ehrliche im Menschen zu glauben vorgeben und sich um den –leider nie mahnend erhobenen—Zeigefinger wickeln lassen. Ja wer in solchen Ämtern mahnt und hinterfragt ist schneller als er denken kann weggemobbt! Aussagen wie: man kann doch nicht, er hat ja ein Anrecht auf, klar ist er/sie selbst Schuld aber man kann ihn/sie doch nicht einfach so hängen lassen…. lassen mir immer öfters den Kragen platzen .Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den altersmüden Augen, ohne Sozialschmarotzer gäbe es ja viel weniger Arbeitsstellen für Sozialhelfer, na wer frage ich mich sägt am eigenen Stuhlbein? also wer ist hier auch Schmarotzer der Steuergelder, wer? Auch frage ich mich, wie viele dieser—eigentlich gar nicht so naiven—Sozialarbeiter ihr akkumuliertes Wissen über Sozialprofiteure nicht eigennützig, einige Jahre vor ihrer Rente, selbst in Anspruch nehmen; gibt’s da Statistiken oder herrscht hier OMERTA ?


Montag, 19. Oktober 2015

Geldwäscherei

Benoit war ein Stänkerer und seine Frau war ein Dummchen, so wars! Benoit vergass immer mal wieder Sachen in seinen Hosen, meist Jeans, wenn er sie in den Schmutz-Wäschekorb schmiss. Auch in die Brusttaschen der Hemden sah er nie nach Vergessenem.  Manchmal fielen die Wäschestücke daneben, Benoit liess sie liegen, denn er fand, dass Dummchen, ja er nannte sie wirklich so, und keiner ihrer Freunde und Bekannte wusste dass sie eigentlich Sabine hiess, dazu bestimmt war hinter ihm, dem Hausherrn und Geldverdiener, herzuräumen —was seinem Ego einen Booster versetzte—.Einmal vor einiger Zeit hatte Benoit einen grösseren Geldbetrag auf der Bank abgehoben und in seine Jeanstasche gesteckt. Es handelte sich um über neunzigtausend Euros, mit denen er sein neues Auto bar bezahlen wollte. Da er noch einen Kumpel getroffen hatte mit dem er dann in der Eckkneipe einige Gläser zu sich genommen hatte kam er an diesem Abend mit einer Scheisslaune nach Hause. Er stänkerte übers Essen und ärgerte sich einfach über alles. Nach dem obligaten Streit ging er besoffen und mürrisch zu Bett, die Wäsche samt Jeans lag wie üblich an solchen Abenden in der halben Wohnung verstreut herum. Am nächsten Morgen, nachdem sie ihm sein Katerfrühstück gemacht und ihn zu Tür gebracht hatte, schob Dummchen die rumliegenden Kleidungsstücke in die Maschine. Die geldbeladene Jeans war natürlich auch dabei. Wie ja in der Fernsehwerbung empfohlen fügte Dummchen der Wäsche eine doppelte Dosis Bleichmittel hinzu um ja alle Flecken zu entfernen, denn wenn auch nur ein einziger Fleckenschimmer in einem Hemd oder T-Shirt war gab’s wieder Krach. Beim Aufhängen der Jeans fand Dummchen in den beiden  vorderen Taschen je ein verwaschenes und ausgebleichtes Bündel Papier. Dummchen sah es sich nicht genau an und entsorge es pflichtgemäss in den Müllsack, den sie auch sogleich zur Abholung vors Gartentor auf die Strasse stellte. Als sie in die Wohnung zurückkehrte klingelte das Telefon, es war Benoit. Hast du das Geld in meinen Jeans gefunden, war statt einer Begrüssung seine ruppige Frage. Dummchen fragte was für Geld und was für Jeans, dann hatte sie eine Eingebung und lief mit dem Drahtlos-Telefon zum Gartentor um gerade noch den Müllwagen um die nächste Strassenbiegung wegfahren zu sehen. Ich habe dein Geld gewaschen und dann als Altpapier entsorgt, eben ist der Müllwagen um die Kurve entschwunden.
Seit dieser Zeit nannte Benoit sein Dummchen nur noch „die Geldwäscherin" und  wies ihr selbstverständlich alle Schuld zu, denn wer war denn so saublöd, die Taschen vor dem Waschen nicht zu kontrollieren! Bei jedem Essen mit Freunden erzählte er nun wie abenteuerlich er dem Müllwagen nachgerast war und wie schwierig es gewesen war das „gewaschene Geld“ zurückzubekommen. Dass Dummchen „die Geldwäscherin" eigentlich, wegen Geldwäscherei  ins Gefängnis gehörte ist ja klar sagte Benoit immer scherzend.


Freitag, 16. Oktober 2015

Krückstock

Fridolin hiess sein Hund. August, genannt Gusti, wie üblich hier in der Zürcher Gegend, war sein Name. Beide waren nicht mehr jung, nein Fridolin zählte schon bald achtzehn Jahre, Gusti war eben zweiundachtzig geworden. Fridolin quälte sich zwar die Treppe herab und vor allen Herauf, sonst gings noch recht gut. Gusti war noch ganz rüstig, nur der Rücken…. ja und auch der dicke Bauch störte ihn sehr. Wie erstaunt waren alle seine vielen Freunde und Bekannte, als sie Gusti mit einem Krückstock  in der Hand sahen wie er ,noch immer strebsam auf den Park zuging ,natürlich mit Fridolin an der verlängerten Leine. Sag mal Gusti, hast du nun auch mit der Hüfte zu tun, fragte ihn spöttisch Roswitha eine seiner ehemaligen  Schulzeits-Schätzchen, die selbst, mit ihrem Rollator, dem im Park gelegenen Tea Room—wo ihre Kaffeeklatschrunde schon auf sie wartete—zueilte. Von vielen wurde er, wegen des Krückstocks, befragt; mal teilnahmevoll mal — eher von selbst behinderten—mit verhaltener Schadenfreude. Gusti antwortete keinem und keiner, nein wortkarg ging er mit Fridolin weiter und verschwand bald hinter dem dichten Gebüsch. Roswitha, die Gusti, nach den vielen Jahren, immer noch mit Rachegefühlen verfolgte, hatte  Gusti sie doch verschmäht und dem Heinrich,  diesem –schon längst verstorbenen Säufer und Tunichtgut— in die Arme getrieben. Somit war in ihren, Roswitas, Augen, Gusti schuld daran dass sie nun nur mit der bescheidenen Grundrente über die Runden kommen musste, also spionierte sie ihm nach, als er mal wieder mit Fridolin zusammen hinters Gebüsch verschwand.  Und da sah sie, wie Gusti—nachdem Fridolin sein grosses Geschäft erledigt hatte—sich mühsam auf die Knie niederliess, mit dem immer an der Hundeleine befestigten Plastikbeutel sorgfältig den noch warmdampfenden Hundekot auflas und sich sehr mühsam am mitgetragenen Krückstock aufzurichten versuchte, es misslang mehrere Male, doch schlussendlich stand  Gusti schwer Keuchend auf zittrigen Beinen. So schnell wie Roswitha an diesem Morgen hat wohl noch nie eine Alte ihren Rollator dem Kaffeekränzchen entgegengesteuert um die Neuigkeit Gustis Hundescheissebeknieung zu verraten ;eine späte aber süsse Genugtuung für die damals so tief verletzte Roswitha.