Dienstag, 22. Dezember 2015

Neu im DUDEN

Islam             =    Gehbehindert

Gelenk          = nimm du das Steuer

Profeten        =  Lebemänner die gerne feiern

Seminar        = Halbe Löli (CH)     auf Deutsch Halbidiot

Montag, 21. Dezember 2015

Bizarre Freundschaft

Wer schon einmal in einem Resort auf einer der vielen kleinen barfuss- Inseln der Malediven war, kennt sicherlich diese Badezimmer in denen nur ein Teil überdacht ist und wo man über der Dusche, je nach Ort Palmen oder nur den leere Himmel sieht. Es ist schön, wenn man dann mal nachts auf dem Thron sitzt und das Licht nicht angemacht hat, den klaren Sternenhimmel zu sehen. Oft passiert es aber auch, dass tropische Regenschauer ins Badezimmer fliessen. Als ich jüngst dort war, hat sich ein aus Frankreich stammender Nachbar lauthals über die „Sauerei“ beklagt die der Regen in seinem Badezimmer hervorgerufen hatte; dies sei aber wirklich am falschen Ort gespart. Ich war so baff, dass ich sprachlos blieb und nicht einmal die Kraft hatte den Kopf zu schütteln. Nun muss ich von einem eigenartigen Erlebnis erzählen. Jedes Mal wenn ich tagsüber zur Toilette ging, kaum dass ich mich auf den Thron gesetzt hatte, kamen zwei Raben oder Dohlen-artige Vögel geflogen und sahen mir mehr oder weniger laut schimpfend bei meinem Geschäft zu. Wegzuscheuchen war zwecklos, sie blieben, ihr Schreien fortführend da, bis ich mich zurückgezogen hatte. Wären sie auch nur einmal nicht gekommen, hätten sie mir sicherlich gefehlt, irgendwie empfand ich ihre Präsenz  als Ausdruck einer echten Freundschaft, bizarr oder nicht?

Sonntag, 20. Dezember 2015

Kunst und Gunst

Ganz altruistisch zeigt  Volkstribun Christoph Blocher, im Museum Oskar Reinhart in Winterthur, seine recht grosse und beindruckende Sammlung Schweizer Malerei. Ich frage mich ob Herr Blocher nur etablierte Werte also bekannte Schweizerkunst oder auch zeitgenössische Schweizer-Kunst gekauft hat. Bekannte Kunst zu erwerben braucht Geld, neue Kunst unbekannter Künstler aufzuspüren braucht mehr als nur Geld ,man benötigt dazu einen Sinn für Qualität und die notwendige Neugierde.  Dem (Wähler)Volk wird nur die seit langem etablierte und bewertete Kunst dargeboten. Dadurch hat er, in  der grossen Flüchtlingsvölkerwanderungszeit, eine –zwar kleinere aber dennoch grosse—Völkerwanderung  vieler Schweizer—die ansonsten nie oder doch sehr selten in Museen gehen—hervorgerufen. Könnte es sein, dass Herr Blocher weiss, dass eine Sammlung wenn sie einmal in einem namhaften Museum gezeigt worden ist, immer an Wert zunimmt, oder ist dies ein, nicht vorhergesehener aber doch sehr wohl willkommener, Nebeneffekt?


Freitag, 18. Dezember 2015

Die Geister die ich rief…….

Nein, so hatte er sich das wirklich nicht vorgestellt, so nicht. Er, Ulrich war Abteilungsleiter in einem Grossspital irgendwo in Europa. Da er eine sogenannte Querschnitts-Funktion in der Spitalleitung innehatte, war er immer schon vorinformiert wenn mal wieder Neuorganisation angesagt war. Seitdem die Betriebswirte das Sagen hatten—Nota-bene um Geld einzusparen—wurde auf Teufel komm raus umgekrempelt was das Zeug hielt. Komischerweise wurde die Administration so sehr aufgeblasen, dass die neuen Löhne der vielen (?unnützen?) Manager die Summe die erspart worden war um ein mehrfaches, oft sogar vielfaches, überstieg. Ulrich hatte in diversen vertraulichen Sitzungen mitbekommen, dass nun die verschiedenen Abteilungen oder Kliniken, neu in einige wenige Departemente umgestaltet werden sollen. In jedem dieser Departemente wird es einen Akademisch-Wissenschaftlichen Leiter geben und einen ihm vorgesetzten Verwalter. Nun glaubte er sehr clever zu handeln, als er seine Chef-Sekretärin für diesen Posten vorschlug. Sein Vorschlag wurde problemlos durchgewinkt, das Riesenproblem kam erst Monate später anlässlich eines einfachen Meinungsunterschieds. Sibille, das war die neue Departements-Chefin und natürlich seine Ex-Chefsekretärin, fuhr ihm dem früheren Chef vor allen anderen Chefteams, anlässlich einer wichtigen Entscheidungs-Sitzung, auf sehr direkte—ja fast schon brutale—Art ins Wort. Sie konterte mit guten, aber unter die Gürtellinie gehenden Argumenten. Es war, für alle, aber ins besondere für Ulrich, eine sehr peinliche Situation. Ulrichs Argumente wurden von Sibille und den anderen richtiggehend zerpflückt. Abends, als Ulrich Sibille in sein Büro rief, kam die lakonische Antwort du kommst zu mir ins Büro wann ich es dir befehle, die Zeiten wo du mich rumkommandiert hast sind nun vorbei und dass wir mal—bis Erika in die Abteilung kam— sehr eng liiert waren hast du wohl in deiner Überheblichkeit als berühmter Professor und Klinikchef völlig verdrängt. Danke auch, dass du mich in diese Position gehievt hast, wo ich nun süsse Rache nehmen kann an dir mein Schatzi-Putzi.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Zeit

Vor einiger Zeit, als er, Paul Emil, alleine im Urlaub war, 

hatte er grössere Probleme mit der Zeitumstellung. Nein 

eigentlich nicht mit der Umstellung sondern damit, dass er ja 

je eine Lebenspartnerin in der Schweiz,  in Los Angeles  und 

eine andere in Miami hatte. Alle drei wussten natürlich nichts 

von der Existenz der anderen. Nun war er auf den 

Philippinen für einen mehrwöchigen Erholungsurlaub. Ja in 

seinem Job war er stets auf Achse mal in Orlando mal in 

Genf oder L. A. Er war ein sehr gefragter Spezialist in seinem

 Fach. Aus Diskretionsgründen sei sein Fach nicht erwähnt. 

In seinem Resort auf einer der Trauminseln des Archipels

 hatte er eine reizende Ukrainische junge Dame

 kennengelernt. Da dieser Urlaub von Anfang Dezember bis

 mitte Januar dauerte musste er all seine Aufmerksamkeit 

den verschiedenen Zeitzonen widmen, denn seine 

Lebenspartnerinnen erwarteten tägliche  Weck und 

Gutenacht-Anrufe und dann natürlich am Heiligabend und 

Weihnachtstag zur Bescherungs und Frühstückszeit 

  Glückwunschs-Telefonate. Und eine Woche später um

 Punkt Mitternacht die obligaten Neujahrswünsche. Bei 

manch bizarrer Frage einiger der Partnerinnen fragte er sich

 ob er mit den Zeitzonen durcheinandergekommen war.

 Fazit: willst du stressfreien Urlaub, bleibe monogam oder 

besser noch Single.



Mittwoch, 16. Dezember 2015

Louis Alptraum

Mein Freund Louis hat schon sehr jung damit angefangen Antiquitäten zu sammeln. Sein bevorzugtes Sammelgebiet war der Jugendstil, aber auch ganz allgemein das Design des zwanzigsten Jahrhunderts. Auf der Suche nach Objekten, Bilder und auch Möbeln dieser Epoche traf er immer wieder auf günstig zu erwerbende Dinge, ob Bücher, Objekte Möbel oder Bilder, die anderswo viel mehr wert hatten. Und so kam es dazu, dass wir gemeinsam—auch ich sammelte Diverses—nach Zürich zum Flohmarkt fuhren um unser Schätze feilzubieten. Da das Preisgefälle zwischen der Westschweiz und Zürich enorm war, konnten wir in kurzer Zeit alles aber auch wirklich alles gewinnbringend verkaufen. Louis sprach kein Deutsch und ich tat so als ob auch ich nur französisch verstünde, dies erlaubte mir alle Kommentare der Käufer zu verstehen. Oft musste ich mir das Lachen gewaltsam verkneifen, denn  Bemerkungen wie „die verstehen ja nichts von den Sachen“ „haben die das alles gestohlen um so billig zu verkaufen“ „wie kommen die zu solcher Spitzenware“ waren immer zu hören. Damals hätten wir sicher um einiges teurer verkaufen können, wären  dann allerdings nicht so schnell alles losgeworden und hätten unverkauftes zurücknehmen und einlagern müssen. Unser Ziel war schnell frisches Geld zu machen und von  dem vielfältigen Angebot in unserer „unterentwickelten Wohngegend“ zu profitieren. Louis lieferte den Löwenanteil der Ware, er hatte auch ganz bewusst nur  einen 50% Job als Zeichenlehrer gewählt—ich hatte ja noch einen Nebenjob, eigentlich meinen Hauptjob—der mir doch auch recht viel abverlangte. Dies alles war in den 1960er Jahren, es war eine schöne Zeit. Louis hat ein Leben lang  weiter mit Antiquitäten gehandelt, so auf Halbzeit Niveau, auch hatte er  später einen kleinen Laden und ein grosses Lager. Durch seine einnehmende Art hat er sich im Laufe der Zeit viele freundschaftliche Beziehungen aufgebaut. Auch schaffte er es immer wieder Trends zu lancieren, so kaufte er zum Beispiel Eierbecher, Mokkalöffel, Aschenbecher, Objekte in Kugel, Hand, Ei oder Sternform und lagerte sie einige Zeit ein, um dann mit Dutzenden oder gar Hunderten davon auf den Markt zu gehen, der Erfolg gab ihm beinahe immer Recht. Jetzt über fünfzig Jahre später, frage ich mich oft, ob Louis manchmal Albträume hat? ob er im Traum unter hunderten von Vasen, Tellern, Eierbechern, Skulpturen Teppichen Vintage-Modeartikeln oder weiss Gott was allem begraben wird. Wie gross müsste sein Lager sein, wenn wie durch Magie alles was er je gekauft und weiterverkauft hat plötzlich zurückkäme? Könnte er sich an all die Sachen erinnern? Ich wünsche ihm bis zu seinem, hoffentlich noch in weiter Ferne liegendem, Ende lauter (ALP/ALB)TRAUMLOSE NÄCHTE !!!!!

Heisst es nun Alb oder Alp-Traum? da streiten sich die Germanisten.