Mittwoch, 16. März 2016

Schüttelreime auf Englisch

Auch die Briten kennen Wortspiele!


                              Sing for Rex     = Ring for Sex

 What is the difference between a Lady in her Bath and a Lady in a Cathedral?  The Lady in the Cathedral has her soul full of hope; the Lady in the Bath has her Hole full of soap.       


  

Dienstag, 15. März 2016

Kleinannonce

Kleinannonce( diese Annonce stammt aus der französischen Zeitung L’os a moelle von Pierre Dac)

Links amputierter Mann, mit Schuhgrösse 44 sucht Rechts amputierten mit derselben Schuhnummer zum gemeinsamen Einkauf von Schuhen.



Neue Rubrik: Inserate die ich gerne lesen würde !!

Freiherr  Johann Jakob Ferdinand von Schnegg-Grüneck 
und seine Ehefrau Fidelia Roswitha Claudia von Schnegg-Grüneck
sehen sich gezwungen die Entlobung ihrer Tochter
Roswitha-Claudia Fidelia von Schnegg-Grüneck
von ihrem Verlobten Hans Meier, simpler  Buchhalter,
bekannt zu geben.
Dem Nörgeln und  den Streitereien über die Hochzeitsfeier,
Gästeliste und Tischordnung
hat die Beziehung, wohl wegen Mangel an Liebe und Devotion,
seitens Hans Meiers
nicht standgehalten.


Die erhaltenen Verlobungsgeschenke werden—so nicht verderblicher Natur—selbstverständlich den lieben Spendern zurückerstattet!

Serie wird fortgesetzt

Montag, 14. März 2016

Fotos

In unserer Welt sind Bilder und Fotos ja omnipräsent, sei‘s in der Presse, auf Plakatwänden oder noch mehr im Internet. Vor einigen Tagen habe ich in meinen alten Fotos gekramt. Es war eigentlich interessant, dass ich mich an manche, aber bei weitem nicht an alle, der abgebildeten Personen, die ich vor Jahrzehnten ja selbst aufgenommen hatte, erinnerte. Ob Schulkameraden oder Arbeitskollegen ist einerlei. Dass manche Namen nicht  im Gedächtnis haften geblieben sind ist gut verständlich aber dass viele Gesichter wie aus der Erinnerung verschwunden sind ist doch eigenartig. Ich kam ins Überlegen, ist das nun Vergesslichkeit oder Mangel an Interesse? Irgendwie ist es aber auch beunruhigend einen Teil seiner Vergangenheit als weggewischt zu erkennen, aber ganz plötzlich kam mir die Erinnerung zu Hilfe. Im Laufe meines Lebens bin ich sehr oft umgezogen und oft habe ich die alten Fotos angesehen, aussortiert und dann wieder in Kartons verstaut; weggeschmissen habe ich eigentlich keine Bilder, auch wenn ich schon damals vieles nicht mehr wiedererkannte. Schon damals—in noch jungen Jahren—erkannte ich Personen auf Fotos nur sehr selektiv, also ist es nicht meine senile Involution sondern einfach das Ausradieren unwichtiger Fakten.                                                                      Ein anderes lustiges Spielchen, beim Betrachten alter Fotos, besteht darin, dass ich auf alten geerbten Bildern zu erkennen versuche, wo meine Eltern, Grosseltern und sonstige Anverwandte auf den, beispielsweise Klassenbildern, Hochzeitsfotos oder Familienszenen einzuordnen sind. Selbst wenn man einzelne Personen, z.B den Grossvater –den ich leider nicht mehr gekannt habe— auf einem Bild beschriftet eruieren kann, auf anderen Bildern sei es jüngeren oder im Gegenteil älteren ist es fast unmöglich ihn sicher wiederzuerkennen; eine Ausnahme sind die Bilder aus dem Schützengraben bei Verdun wo er mit einem deutlichen Kreuz gekennzeichnet ist. Da meine Grosseltern Mütterlicherseits alle beide Lehrer waren müssten sie ja auf den Klassenbildern leicht zu erkennen sein, dachte ich, jedoch es war gar nicht so einfach, denn einige der Klassenbilder waren die Bilder, auf denen Oma und Opa selbst noch Kinder waren. Es ist sehr lustig aber auch berührend in der persönlichen Vergangenheit –vor der eigenen Zeit— rumzuwühlen.


Freitag, 11. März 2016

Garderobenwechsel Garderobenwechsel

Lydia hatte ein psychologisches Problem. Sie verliebte sich immer wieder, obwohl sie in Petto wusste, dass sie nicht beziehungsfähig war. Na ja schon beziehungsfähig aber sie hatte bisher nie einen Mann gefunden, der die Beziehung so lebte wie sie, Lydia, es sich ausgemalt hatte. Kaum hatte sie jemanden kennengelernt, was bei ihrem Aussehen immer sehr einfach zu bewerkstelligen war, fing schon nach wenigen Monaten die Trennungsphase an. Genauso stürmisch und ungehemmt wie sie in der Balzzeit mit ihren Partnern verfuhr war sie auch in der –oft lange andauernden—Trennungsphase; die Fetzen flogen, Anschuldigungen, die immer unter die Gürtellinie zielten und leider meist auch trafen, waren an der Tagesordnung. Ja mit ihren knapp dreissig Jahren hatte sie –abgesehen von kurzen Flirts—schon ein knappes Dutzend Beziehungen, statt, wie sie es sich so oft erträumt hatte, auf eine Bank im Standesamt, in den Sand gesetzt. Schuld, ja Schuld waren immer die Männer gewesen, die ihre Hingabe und ihre Grosszügigkeit einfach schamlos ausnützten. Nach jeder turbulenten Trennung erzählte sie ihren Freundinnen alles was aus ihrer Sicht mal wieder schief gelaufen war. Ob es nun „sein“ Fussball TV Abend, sein Zuspätkommen, seine Rücksichtslosigkeit, das abflauen seiner sexuellen Gier ihr gegenüber oder sein ewiges Anstarren anderer Frauen war, ihm wurde an allem die Schuld gegeben, alles wurde schlechtgeredet. Dass sie selbst, wie immer, nach wenigen Wochen insgeheim auf der Suche nach einem neuen besseren Partner war und schamlos drauflosflirtete verschwieg sie natürlich, wusste aber insgeheim, dass die Freundinnen sich in diesen Dingen nicht so leicht düpieren liessen. Nun kam ihr Hauptproblem, kaum hatte sie ,sei‘s die Wohnung des Partners verlassen, sei‘s den Partner aus ihrer Wohnung rausgeschmissen, kam sie in eine krankhafte wegwerf und Neukauf Phase. Nichts was sie mit dem „bösen“ Mann je getragen hatte sollte wieder mit ihrem Körper in Berührung kommen.                                                                            Sie kaufte wie wild ein um doch wieder was anzuziehen zu haben—entsprechend billig und schlecht kleidete sie sich auch—.Dies war sicherlich der Hauptgrund ihrer permanenten finanziellen Misere, die sie immer mit neuen grosszügigeren Partnern zu überbrücken trachtete und so den Circulus- vitiosus  am Drehen hielt. Dass sie langsam in ein  Alter kam, wo es nicht mehr so einfach sein würde ihre Spielchen weiter zu ziehen, bedrückte sie, trotz ihrer überheblichen Einbildung, ab und zu doch ein klitzeklein wenig.

Donnerstag, 10. März 2016

Der Knipser

Baldur liebte die Liebe so sehr, dass ihn seine Frau deshalb  nach über fünfzehn Jahren Ehe und einer sehr unschönen Begegnung abrupt verlassen hatte. Diese Begegnung war im Innenpool der luxuriösen Villa, die er sich mit viel Zielstrebigkeit erarbeitet hatte, passiert. Ja Regula, seine Frau war mit einer Freundin für zwei Wochen nach Mallorca gereist und Baldur hat die Gelegenheit nicht verpassen wollen, seiner derzeitigen Geliebten—einer Sekretärin seines Chefs—die Villa zu zeigen. Dass er dann neben dem Pool mit ihr wild gevögelt hatte war, wie sich später herausstellen sollte, der erste seiner fataler Fehler. Regula ging wie eine Furie auf das eng umschlungene, nichts von ihrer Umgebung wahrnehmende  Paar zu. Ein eiskalter starker Wasserstrahl brachte die beiden in die harte Realität zurück. Was war geschehen? Regulas Freundin musste wegen eines akuten medizinischen Notfalls per Rettungsjet zurück in die Heimat geflogen werden und Regula begleitete sie. Hätte Baldur, in seiner Überheblichkeit, nicht den zweiten fatalen Fehler begangen und  seit zwei Tagen das Smartphone ausgeschaltet, wäre er gewarnt gewesen und alles wäre beim Alten geblieben, aber nun war das Ende der Ehe plötzlich da! Baldur war vor etwa achtzehn Jahren, als junger Investment-Banker in die Schweiz gekommen. Dank einer gewissen Begabung und vor allem eiskalter Rücksichtslosigkeit, hat er es sehr schnell zu viel Geld gebracht. Reich geheiratet hat er dann natürlich auch, Regula war die Tochter des Senior-Chefs und schon bald seine Gattin. Kinder kamen keine, ob gewollt oder nicht tut nichts zur Sache. Auch wenn Regula mit viel Geld aus der Ehe verschwand, blieben  ihm noch genügend Mittel seine Villa und Gespielinnen weiterhin (im materiellen Sinn) zu unterhalten. Auch liess er sich Zeit einen neuen Job zu suchen, sein Arbeitsvertrag war ja sofort sistiert worden, denn sowas tut man dem Senior-Chef nicht ungestraft an. Da sein privilegiertes  Jagdgebiet, die vielen willigen Sekretärinnen der Grossbank, ihm nun verschlossen war, sann er auf eine neue Jagdmethode. Er erinnerte sich an seine Jugend, als er seine Eroberungen immer fotografiert hatte; er kramte sein altes—Haremsbuch genanntes—Fotoalbum raus. Sein Entschluss war schnell gefasst, ein Fotostudio musste her. Als Rache baute er das sehr geräumige  Boudoir Regulas als Studio um. Mit Hilfe von Internet-Begegnungsportalen und Kleinannoncen fand er was er brauchte und wollte. Es gab verschiedene Bewerberinnen, die welche an ihre Schönheit und dadurch auch an eine Karriere als Modell glaubten und die welche einfach nur Spass mit einem neuen Partner haben wollten aber das Fotoshooting als Anstandsvorwand brauchten. Den vielen naiven, dummen  Möchtegern- Modells versprach er  viel, nahm sich noch mehr und hielt seine Versprechen nie. Nur die erotischen Bilder, auf denen er seine „Männlichkeit“ eminent zur Schau stellte, seine Schönlings-Visage aber im Schatten liess, welche er von und mit   seinen Modellen schoss, konnten diese  frustrierten, enttäuschten sich betrogen fühlenden dann im Internet auf seinem Blog ansehen.

Mittwoch, 9. März 2016

Agathe die Erbtante

Sie war 1898 als jüngstes und fünftes Kind  in einer behüteten Familie  in einer süddeutschen oder österreichischen Kleinstadt zur Welt gekommen. Mit sechzehn, kurz nach dem Ausbruch des Krieges—der später als der erste Weltkrieg in die Geschichte einging—heiratete sie und  ihr Tanzschulpartner in den sie sich schon als Backfisch verliebt hatte. Wie bei so vielen, wurde die Ehe also etwas überstürzt geschlossen um den jungen Einberufenen  Halt  zu geben. Die Flitterwochen dauerte nur drei Tage, die Zeit der  Hochzeitsreise  in ein Hotel an einem der wunderschönen Seen der Gegend. Johann fuhr danach in den Krieg und Agathe begann, nach der erfolgreich bestandenen Reifeprüfung, ob Abitur in Deutschland oder Matura in Österreich sei dahingestellt, ihr Studium der Philosophie und Germanistik. Einmal noch kam Johann für eine Woche zum Urlaub, somit dauerte das eheliche Zusammensein gerade mal zehn ganze Tage und Nächte! Dann kam der so gefürchtete Brief: auf dem Feld der Ehre, fürs  Vaterland, dessen dank ihm gewiss sei…… Agathe trug‘s mit Fassung und Würde, verhärtete aber innerlich. Ihre zwei Brüder kamen unversehrt aus dem Krieg in die Heimat zurück heirateten und gründeten Familien. Auch die  Ehemänner der zwei Schwestern  hatten den Krieg  heil überlebt. Mit der Zeit hatte Agathe elf Nichten und Neffen. Agathe wurde zuerst Lehrerin später Leiterin einer Privatschule für „höhere Töchter“. Schon kurz nach Beginn ihrer Lehrtätigkeit zog sie zu ihren Schwiegereltern in das grosse Herrschaftshaus das in einem riesigen Park am Stadtrand stand. Die Schwiegereltern waren schon vorzeitig sehr gebrechlich geworden, der Kriegstod ihrer fünf Söhne hat ihren Lebensmut gebrochen. Johann war das einzige ihrer Kindere, dass kurz vor dem grossen „ Völkerschlachten“ seine Jugendliebe Agathe geheiratet hatte, die andren vier sind ohne eine Liebste zurückzulassen gefallen. Agathe hatte nie in Erwägung gezogen, einem anderen zu gehören, nein treu bis in ihren eigenen Tod wollte sie Johann bleiben. Sie wurde den Nichten und Neffen eine—zwar sehr strenge aber helfende—Mentorin für alle schulische Fragen. Viele Jahre später, die Schwiegereltern waren längst verstorben und Agathe lebte ganz alleine in den riesengrossen Haus, kamen die Grossnichten und Neffen regelmässig zu der schon lange im Ruhestand lebenden Grosstante. Jedes Weihnachtsfest  wurde  die ganzen  Grossfamilie zur Bescherung erwartet, alle Geschenke gehörten unter den riesigen Weihnachtsbaum. Agathe war aufs Alter hin sehr hager geworden, ihr Charakter war nun bissig böse.  Sommer wie Winter erwartete sie, dass die Jungmannschaft ihr zu Händen ging. Das Obst musste geerntet und eingekocht, der Rasen  gemäht und die Beete gepflegt werden. Immer sagte Agathe, ihr seid ja meine ganze Familie und meine Erben, und alleine schaffe ich das ja nicht.
Als Agathe—fast hundertjährig—eines schönen Tages nicht  zum Frühstück kam, wurde sie von der alten Aufwartefrau tot auf dem Klo sitzend ,mit der verrutschten Brille auf der langen Nase und einem Buch auf dem Schoss, gefunden. Zur Testamentseröffnung hatte der Notar alle Verwandten ins Haus bestellt. Nur die Grossneffen und Nichten erbten. Was sie erbten setzte sie aber doch sehr, zuerst Staunen und dann in grosse Wut. Alle Familienbilder und Fotos sowie die gesammelten Briefe und Postkartenalben waren ihnen zugedacht.                                                                                            Haus und Grundstück hatte Agathe vor Jahrzehnten—ohne irgendeines ihrer Geschwister zu informieren— einer grossen Immobilienfirma gegen eine  stattliche Leibrente veräussert. Übrigens war dies das schlechteste Geschäft der Käuferfirma, die über dreissig Jahre an den Vertrag gebunden war und bezahlen musste. Die vielen Möbel und Kunstgegenstände gingen an das Museum für angewandte Kunst.  Alle  Anwesenden gingen somit  leer aus. Blickte man in die ungläubig bestürzten Gesichter glaubte man das hämisch Lachen Agathas zu hören.