Samstag, 19. November 2016

Geschmacklose Reime

Wenn Dethlef in der Scheisse steckt                                                                                       
War sicher das Kondom defekt!

Weil Aischa in der Schule weilt
Ihr Bruder schnell zur  Ziege eilt.


 Lässt der Postmann sie in Ruh
Schickt sich Mutter selbst was zu,
Klingelt‘s dreimal dann und wann
Nimmt zur Brust sie ihn sich dann.

mein Schalk ist stärker als meine Scham über diese geschmacklosen Verse

Mittwoch, 16. November 2016

Taxi-Intelligenz oder logische Zusammenarbeit

Vor vielen Jahren war ich für einige Wochen nach Marokko in den Urlaub gefahren, ich wollte im Palais Jamai in Fez Paul Bowles „Haus der Spinne“ lesen. Warum gerade dort kann man sich mit Fug und Recht fragen, weil Bowles dies Buch in diesem wundervollen, der Vorstellung eines Märchenpalastes aus Tausend und einer Nacht entsprechenden  Hotels  geschrieben hatte. Ich redete mir dann auch ein, dasselbe Zimmer wie der berühmte geniale Schriftsteller zu bewohnen, wie schon in der Bibel steht—Glaube macht selig—. In diesen Tagen durchforschte ich, in Begleitung einer—der einzigen—weiblichen Fremdenführerin,Stadt und Umgebung. Ja sonst sind alle Fremdenführer Männer und nur darauf bedacht die Besucher von Laden zu Basar zu lotsen um dann—sollte man etwas kaufen—beim Händler abzukassieren und natürlich so oft wie möglich den Besucher ans obligatorische Bakschisch zu erinnern, denn die Besucher könnten‘s ja vergessen!
Also ich hatte von Anfang an klargestellt, dass ich den Preis nach Tarif und bei Zufriedenheit ein gutes Trinkgeld bezahlen täte, wenn Amina, so hiess die Führerin, mich nicht in Läden und Basare schleppte. Amina war etwa fünfzig, hatte Kunstgeschichte an der Sorbonne studiert und musste nun ihren Unterhalt selbst verdienen weil ihr Mann sie und die vier Kinder verlassen und einer Touristin nach Deutschland gefolgt war, nicht ohne sie—wie bei Muslimen üblich—vorab zu verstossen.
 Die zauberhafte Altstadt von Fez und einige umliegende Orte haben mir äusserst gefallen und die Begleitung von Amina hielt mir die sonst allgegenwärtigen Bettler und pseudo-Führer vom Leib; ausserdem war Amina sehr belesen und in ihrem Fach sehr bewandt.
Nach etwa einer Woche war es an der Zeit nach Marrakesch, meinem nächsten Ziel zu fahren. Ich bat den Concierge mir einen vertrauenswürdigen Chauffeur zu bestellen um früh morgens nach Süden aufzubrechen.
Die Route geht über hohe Berge und nach einigen Stunden Fahrt, mit einem eher schweigsamen, besonnenen Fahrer, kamen wir an einen Ort, wo das Unwetter der letzten Nacht die Strasse weggespült hatte. Dutzende von Autos, meist wie meins Taxis, waren blockiert. Und nun begann was ich am liebsten ein Ballett nennen würde. Mein Fahrer  zog seine Schuhe aus, schürzte seine Djellaba und überquerte baren Fusses das Geröllfeld. Ich sah ihn, wie er mit mehreren Fahrern auf der anderen Seite des zerstörerischen Flusses palaverte. Dann trank er Tee mit einigen, ihm wohl bekannten Fahrern, bevor er zurück zu seinem Auto, also auch zu mir kam. Ich habe mich mit einem Kollegen abgesprochen, er bringt Sie nach Marrakesch und ich übernehme seinen Fahrgast nach Meknès. 
Pas de problème ! Sie zahlen den ausgemachten Preis wenn sie in Marrakesch ankommen und der Andere bezahlt mich in Meknès, pas de problème!
Alles hat bestens geklappt. Nun stellte ich mir dieselbe Situation irgendwo in Westeuropa vor, einfach unvorstellbar, dass man ohne Vertrag, Versicherung und Garantien einfach—dank eines Glases Tee— das Problem löst.



Dienstag, 15. November 2016

Salafisten

Ob die Salafisten in englischsprachigen Ländern ihre Aktion wohl auch—wie in Deutschland und der Schweiz—LIES also LÜGEN nennen, dumm genug sind ja sicher viele davon.


Samstag, 12. November 2016

Tiziano

Nur weil die Hebamme, die Tiziano zur Welt gebracht hatte betrunken war und bei seiner Mutter da unten—wie man damals verschämt diskret sagte—viel Schaden angerichtet hatte, sodass  man ihr im Spital die Gebärmutter rausschneiden mussten, ist Tiziano als Einzelkind aufgewachsen. Seine Eltern, Dante und Elvira verliessen ihre Norditalienische Heimat um ihr Glück in dieser Schweizer Kleinstadt im Jura zu suchen. Sie wussten ja nun, dass sie nur ein einziges Kind haben würden und dies war damals sehr ungewohnt, kamen doch beide aus Grossfamilien. An seinen Vater konnte sich Tiziano nur sehr schwach erinnern, als er knapp vier Jahre alt war, wurde Dante von der Polizei abgeholt. Was man ihm vorgeworfen hatte erfuhr Tiziano nie, Elvira wollte nicht über „diese Sache“ reden. Aber dass Dante sich im Gefängnis erhängt hatte war für die Mutter eine bleibende Schande und für Tiziano ein lebenslanges Fragezeichen.
In der Schule kam er mehr schlecht als recht mit. Lesen und Rechnen konnte er wie viele seiner Mitschüler. Es genügte um die grossen Titel der Zeitungen zu lesen und, wenn die Worte nicht zu schwierig waren, auch zu verstehen. Eine richtige Lehre hat Tiziano nie gemacht. Aber er arbeitete als Hilfsarbeiter mal beim Schlosser mal beim Schreiner, mal in irgendeiner Werkstatt mal auf Baustellen. In den frühen Fünfzigerjahren hatte er genug erspart um sich ein kleines Atelier einzurichten. Dass die immer sparsame Mutter Elvira, die ihr Geld mit Waschen und Putzen verdiente, einen Grossteil mitfinanziert hatte war in dieser Zeit selbstverständlich, genauso selbstverständlich war, dass Tiziano, trotz eines sehr „leichten“ Lebenswandels, es vermied heiraten zu müssen um sich seiner Mutter zu widmen.
Sein Atelier nannte er REPARATIONS DE TOUT GENRE, BOIS, METAL, PIERRE ETC. (Reparaturen jeder Art Holz, Metall, Stein etc.)
Mit seinen 30 Jahren hatte er so viele Erfahrungen gesammelt, dass er fast alles reparieren konnte. Rief man ihn für eine Arbeit, sah er sich‘s an und sagte sofort, da müssen sie den Schreiner, Maurer Spengler etc. kommen lassen, wenn er auch nur einen kleinen Zweifel hatte es selbst machen zu können ;dies war aber eher selten. Sein Geschäft florierte. Abends fing er an mit elektrischen Geräten—die ihm Kunden gaben oder die er auf der Müllhalde fand—zu pröbeln. Bald schon schrieb er auf sein Ladenschild auch noch ELECTRICITE.
Tiziano ging gerne und oft ins Kino, alleine ins Kino, denn er wollte nie eine seiner vielen Gelegenheits-Geliebten kompromittieren—und vor allem seine Freiheit und Ruhe geniessen.
Seine Mutter Elvira hatte ihn natürlich katholisch erzogen, sie selbst war oft in der Kirche und kümmerte sich um noch ärmere Alte.  Tiziano ging sonntags—seiner Mutter zu Liebe—mit ihr zur grossen Messe, obwohl sein Glaube mehr als wacklig war. Elvira beichtete jedes Mal, obwohl sie sicher nichts Böses zu berichten hatte. Eines schönen Herbsttages hatte Tiziano—als er auf die Mutter wartete—einen Geistesblitz. Aus den Spionagefilmen wusste er was Wanzen waren und wie man sie versteckte. Bei der nächsten Reparatur zu der ihn der Pfarrer gerufen hatte baute Tiziano Wanzen in den Beichtstuhl. Was er dann hörte war nicht nur Interessant sondern auch sehr nützlich! Dass viele Frauen—er erkannte fast alle an ihrer Stimme—dem Pfarrer intimste Geheimnisse verrieten und auf die insistierenden Fragen des Geistlichen-Lüstlings auch noch bis ins kleinste Detail gingen um eine Absolution zu ergattern, liess Tiziano erst Mal sprachlos. Dann, als der Herr Pfarrer einige der jüngeren hübscheren auch noch zu einem Gespräch ins Pfarrhaus lockte, war Tizianos Entschluss gefasst! er wollte teilhaben an des Pfarrers Harem.
Bei der nächsten Gelegenheit verwanzte er das Schlaf und Arbeitszimmer des „Heiligen-Mannes“
Tiziano kannten fast alle in der Stadt und viele nahmen seine Dienste sei’s im Haus oder im Garten sehr oft und gerne in Anspruch. 
Genötigt oder gar erpresst hat Tiziano nie, aber seine erlauschten Kenntnisse der dunklen Seite der Frauen die er sehr subtil erwähnte öffneten ihm manches Mieder und viele Betten. Und so bereute Tiziano noch weniger dem heiligen Stand der Ehe entsagt oder widerstanden zu haben.

PS: Die Beichten seiner Mutter wollte er sich—verständlicherweise—nicht anhören.








Donnerstag, 10. November 2016

Trumpereien

Im Unterschied zu Europa, wo die meisten Länder ein mehr Parteien System haben und wo exzessive Meinungen meist korrigiert  werden können—ich denke allerdings nicht an z.B. Ungarn und einige andere —sondern an gemässigtere Staaten, ist nun in den USA mit fast schon totalitärer Macht zu rechnen da die Republikaner alle Levels der Macht besetzen. Wie der neue Machthaber nun seine unrealistischen Wahlversprech(er)en umsetzen will—was ja klar unmöglich ist—ist schleierhaft. Die vielen, meist ungebildeten Trump-Wähler werden sehr schnell enttäuscht sein und sich dann von Trump sagen lassen, dass das verzwickte Demokratische Establishment ihm Steine in den Weg legt seine Wahlversprechen zu realisieren; und die düpierten Wähler werden’s auch noch glauben.
Schuld sind wahlweise: die Juden, Ausländer, Demokraten, Muslime, Mexikaner, Latinos, Schwulen und Abtreibungsunterstützer und wenn es sein muss auch noch das bösartige Establishment der eigenen Republikanischen-Partei.

 Wetten??

Mittwoch, 9. November 2016

Neue Maschen

Halt, es handelt sich nicht, wie es der Titel vermuten lassen könnte, um Strick oder Häkel-Mode. Nein ich möchte hier eine Geschichte erzählen die, wenn sie auch nur erdacht ist, sicherlich in der—nicht nur virtuellen—Realität immer mal wieder passiert.
In diesem Fall ist es eine Gruppe gutaussehender junger Männer aus dem Süden Europas, das Land soll nicht enthüllt werden um möglichen xenophoben Reaktionen den Riegel zu schieben. Die fünf Männer waren gut aussehend und ein ganz klein wenig übertrieben charmant. Gute, ja sehr gute Tänzer waren drei von ihnen, die beiden anderen hatten eher technische Talente. Man traf sie nie zusammen, waren sie im selben Lokal, meist Disco oder Tanzveranstaltungen auf irgendwelchen Volks oder Vereins- Festen kommunizierten sie wohl, aber nur durch, dem neutralen Beobachter, nicht auszumachende Zeichen oder durch SMS Kontakte. Die Tänzer hatten selten Mühe eine Tanzpartnerin zu finden und ihre Art zu tanzen brachte die Damen dazu dahinzuschmelzen. Oft waren ja die Tanzpartnerinnen ein Teil einer Frauengruppe im Ausgang, darum luden sie die Tänzer an ihren Tisch um vor den Freundinnen angeben zu können mit—wie sie dachten—ihrem Erotikfang. Unsere drei Tanzboden-Helden versteiften sich—nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes—sondern auch nur auf alleinlebende Tanzpartnerinnen. Der Abend endete immer in einem Hotelzimmer, wollte eine der Damen nicht, so war's vorbei und Tschüss! Denn zu ihr nach Hause konnten die Herren nicht, und sie zu sich mitnehmen um ihre Identität preiszugeben, dazu waren sie viel zu Schlau. Auf gemeinsames Duschen verzichteten unsere Helden, sie brauchten die Zeit um den Komplizen die nötigen Tipps zu geben um die Wohnungen der Damen aufzusuchen.

Europa ist gross, sagten sich die fünf Kumpels und wechselten alle paar  Wochen Stadt oder Land. Überall hinterliessen sie doppelt betrogene Frauen, die aber insgeheim den paar intimen Stunden—die zu den schönsten ihres Lebens zählten— mehr nachtrauerten als dem geklauten Geld, Schmuck und Wertsachen.

Dienstag, 8. November 2016

Wahltag in den Vereinigten Staaten von Amerika

Diese Geschichte—besser diese Gedanken zur Geschichte—schreibe ich vor den Wahlen. Die Amerikaner müssen heute zwischen Cholera und Pest wählen; das ist so wie wenn ein zum Tode verurteilter die Wahl zwischen der Garrotte und dem Henkerbeil hat. Soweit ich zurückdenken kann war die Wahl noch nie so pervertiert. Klar waren zwielichtige Kandidaten wie Richard Nixon, Barry Goldwater, und noch viele andere zur Wahl angetreten, aber allen diesen—je nach politischem Lager—Wunsch oder Horror-Kandidaten muteten  selbst die Gegner zu, das Land schlecht und Recht vier –im schlimmsten Fall acht—Jahre lang vor dem Untergang zu bewahren. Und nun 2016 wenn Frau Clinton ans Ruder kommt, kann’s noch gehen, aber Donald Trump, ja bei dem geht’s sicher auch….aber schief!
 Das schlimmste für die westliche, ja was denn—Kultur, Welt, Gemeinschaft—ist der durch das Machtvakuum bedingte Auftrieb der, in den Startlöchern stehenden Russen, Inder, Chinesen und vor allem muslimischen  Erdölproleten.
Schon wieder lobe ich meine Nähe zu den ewigen Jagdgründen, die es mir erlauben dem—hoffentlich noch fernen—Ende gelassen entgegen zu sehen.