Montag, 8. August 2016

Friedrich Glauser aus Matto regiert. 1936

„ Was unter den Namen der Religion umgeht, ist bestenfalls, wie ich ihnen in Wien schon sagte, etwas Ähnliches wie Lebertran. Man sagt, es kräftigt, aber es ist unangenehm zu schlucken, und es hilft nicht viel. Auf alle Fälle herrscht der Ekel vor, und der Ekel ist sicher stärker als die gesundheitsfördernde Wirkung „

Zum Glück sind Heute, für viele Menschen  sowohl Lebertran als auch  Kirchengebundene-Religion  obsolet geworden.


Freitag, 5. August 2016

Eine Art von Pygmalion

Kai Uwe von   X   stammte aus sogenannt gutem Hause. Früher hätte  sicher ein Titel seinen Namen geschmückt, aber diese Zeiten sind nun längst vorbei. Schon im Gymnasium hatte er viele Affären, ja er wechselte seine Freundinnen regelmässig, wobei er oft für kurze Zeit zu einer seiner Verflossenen zurückfand. Die meisten dieser jungen Frauen liessen es zu, so begehrt war Kai Uwe eben. Als er zum Studium in die Landeshauptstadt ging wurde sein Frauenverschleiss noch grösser. Dann wurde er Juniorpartner in einem Verlag für schöngeistige Literatur. Sein Lebenswandel blieb der eines Schwerenöters. Verliebt hat sich unser Kai Uwe nur in die Liebe, nie in eine seiner unzähligen Kürzestzeitsexualundlebenspartnerinnen.
Er brach viele Herzen, aber komischerweise waren die meisten seiner Ex-Geliebten immer wieder—gegen besseres Wissen— bereit neu mit ihm anzubandeln. Er war so was zwischen Salonlöwe und Möchtegern-Playboy. Ganz unmerklich kam er in die Jahre. Zur goldenen Hochzeit seiner hochbetagten Eltern richtete er im Ballsaal des angesagtesten Hotels der Stadt ein rauschendes Fest aus. Und da verlor er etwas, was er eigentlich nicht zu besitzen schien, sein Herz! Ja eine blutjunge Schönheit, mit einem Ansteckschild Antje Azubi, die am reichhaltigen Buffet ein ganzes Tablett voller Häppchen umgekippt hatte und nun mit hochrotem tränenüberströmtem Kopf dastand stach ihm nicht nur ins Auge sondern irgendwo ganz tief ins Gemüt. Als der Oberkellner Antje aus dem Saal verweisen wollte griff Kai Uwe sofort ein und bat die „Kleine“ zu einem Tanz!
Drei Monate später wurde Hochzeit gefeiert—im selben angesagten Ballsaal—Rache muss sein, dachten Antje und ihr Kai Uwe.
Antjes Kreuzberger-Berlinisch war zwar charmant, doch Kai Uwe erschauderte jedes Mal, wenn Antje mit den beiden Zwillingen—die nach kurzer Zeit die Familie vergrössert hatten—sprach. Der vor seiner Kindlichen Gattin so schüchterne ehemalige Schwerenöter korrigierte nie, nein er wiederholte alles was Antje den kleinen sagte mehrmals in gutem Deutsch, in der Annahme und Hoffnung, dass sein Beispiel Schule machen würde, doch es schien zwecklos zu sein. Die beiden Zwillinge lernten  waschecht zu berlinern, trotzdem war die Familie, so denk ich mal, überglücklich und Kai Uwe entwickelte sich zum behäbigen Pater Familias in Französisch auch mal Papa Gateaux genannt.



Donnerstag, 4. August 2016

Out oder in? in Sachen Life-Style

Nach zwei Wochen Urlaub im übervollen Venedig—ich bin sicher, dass alle die in—wahlweise—Türkei, Tunesien, Ägypten, Paris Brüssel, Nizza Lampedusa etc. ihren wohlverdienten Urlaub gebucht hatten auf Venedig ausgewichen sind, stelle ich mir einige wichtige Fragen. Habe ich Trends verpasst und bin dadurch für die moderne Gesellschaft nicht mehr geschaffen? Ich habe nämlich versucht, wie fast alle Mitreisenden meine beschuhten Füsse auf Sitze in Bahn, Boot und auch in den Restaurants auf die vorhandenen Sitzflächen zu stellen beziehungsweise zu legen, leider ohne Erfolg. Meine zum Teil beginnende zum Teil etablierte Arthrose verunmöglicht es mir zu meinem Leidwesen, mich dem Modetrend des saloppen Sitzens anzuschliessen. Auch habe ich versucht mit übervollem Mund meiner Lebenspartnerin während den Mahlzeiten Geschichten zu erzählen.   Auch dies scheiterte da ich kaum einen audiblen Ton hervorbrachte;nicht etwa weil ich Angst haben müsste meine Zähne zu verlieren-dank meiner Zahnärzte,erst Dr.Daniel Chappuis in Lausanne dann Dr.Felix Bertschinger in Winterthur habe ich noch kein "mobiles" Kauwerk!!                                              Muss ich nun auf Reisen und Ausgehen verzichten und im stillen Kämmerlein auf meinen Tod warten? Oder ist Hoffnung da, dass diese Modeerscheinungen  genauso wie alle Moden bald vorübergehen? Kann mir bitte ein/e kompetente/r Leser/in beratend zur Seite stehen?!



Kalauer des Tages

Auf seinem Arbeitsweg sagt sich mancher sicherlich: ist es nicht bitter in diesen sauren Apfel zu beissen ?

Mittwoch, 3. August 2016

Homage an Werner Finck –1902 >1978—

Werner Finck ist viel mehr als ein genialer Kabarettist gewesen, er war ein Humanist im wahrsten Sinne des Wortes.
Oft denke ich an seine Gedichte, am Häufigsten wenn ich nach längerem Verzicht mal wieder, irgendwo auf der Welt ins Meer wate.
Ja da fällt mir sein Gedicht „Der Zögerer“ wieder ein und ich ärgere mich oft, dass mir meinige Worte fehlen, wenn ich es „in Petto“ vor mich hin murmle. Nun also ,und zwar in extenso, ohne Gedächtnislücken  : Der Zögerer.


Wenn sich des Meeres salzige Substanz
Mit nassem Schlag um seine Lenden schlingert,
Verspürt man, wie sich seine Arroganz,
Bei jedem Atemzug verringert.

Die Brust wird nass, er winselt vor Vergnügen,
Hineingetaucht! und alles ist vorbei.
Schon zählt er, um sich zu belügen.
Erst zählt er eins, dann zählt er zwei.

Dann zählt er langsam in der Runde
Das Volk am Strande, bis er landwärts strebt.
Und zählt gerade diese halbe Stunde,

Zum schönsten was er je erlebt.

Dienstag, 2. August 2016

Urlaubs-Mitbringsel der kleinstren Art

Im Google Artikel  über  Norovirus Infektionen steht, dass es ausser  subfrebilen Temperaturen, Gliederschmerzen Übelkeit und Durchfall auch zu Geschmacksverlust kommen kann. Erklärt dies, dass ich mir zwischen zwei Gängen zur Toilette am Fernsehen so geschmackloses Zeug reinziehe?? 

Montag, 1. August 2016

Venezianische Idylle

Gut erinnere ich mich noch an die Zeit in den frühen Sechzigerjahren, als ich das erste Mal im Hochsommer in Venedig weilte. Die ganze Stadt –um es euphemistisch zu sagen— roch seltsam. Dann wurde, auch mit internationaler Hilfe, das ganze Abwasserproblem angegangen. In den Achtzigerjahren war kaum noch Gestank auszumachen. Irgendwie muss dies die Venezianer nostalgisch gestimmt haben, denn sie helfen der gerucharmen Luft auf ganz besondere Art und Weise ab. Jeder Venezianer der sich selbst respektiert hat nämlich mindestens einen, meist aber mehrere Hunde. Besonders beliebt sind Hunde, die weder vom Breitengrad noch von der städtischen Bauart her in diese schöne Stadt passen, wie Huskys, Neufundländer, deutsche oder dänische Doggen, Schäferhunde jeglicher Herkunft—obwohl ich ausser auf Metzgerbänken nirgends irgendein Schaf gesehen habe— und natürlich die Modehunde par exellence Golden Retriever, die mit ihrem flauschigen Fell geradezu ideal in südliche Gegenden passen. Dazu kommen nostalgische Rassen wie Pudel jeglicher Grösse und Schur, Bulldoggen, Bullterrier—ja Kampfhunde sind sehr angesagt— und natürlich Möpse. All diese lieben Tierchen werden stolz „Gassi geführt“ und sorgen dafür, durch ihre Pisse den alten typischen Venedig-Duft wiederherzustellen.
Das „ grosse Geschäft“ wird wie überall auf der Welt üblich—so hoffe ich doch—weggeräumt, wenn der/die Hundehalter/in nicht sicher sein kann, dass niemand sie/ihn dem dampfenden Haufen zuordnen kann. Wie sonst, frage ich mich, sollten  die vielen „vergessenen“ Haufen, die dann oft mit den Schuhen in Hotels und Gaststätten getragen werden—denn bei der Menschenmasse kann man auch mit dem besten Willen den Boden meistens nicht sehen—zu erklären sein??