Donnerstag, 30. Juni 2016

Telefonwerbung.

Eben bin ich abrupt aus dem Tiefschlaf meiner Mittagsruhe gerissen worden, das Klingeln des Telefons!

Ich: Ja
Sie: Schönen guten Tag, mein Name ist S. von der Schweizer Familie, bin ich richtig bei Herrn M. ?
Ich: verschlafen, Was wollen sie von mir.
Sie: Wir möchten ihnen ein Geschenk machen. Die Zeitschrift Schweizer Familie ist dies Jahr 123 Jahre alt und darum möchten wir ihnen ein Probeabonnement schenken.
Ich: Gibt es die Zeitung auch in Blindenschrift?
Sie: hörbar betretenes Schweigen und dann tschuldigunggestammel.
Ich: Ich gratuliere ihnen zum hundertdreiundzwanzigsten Jubiläum.

ENDE


Mittwoch, 29. Juni 2016

Nigel, David und Boris oder frei nach dem alten Goethe

Die Zauberlehrlinge David, Nigel und Boris heckten mal wieder Unfug aus, als der alte Meister ihnen sagte, ich muss kurz weg, macht keine Dummheiten bis ich wiederkomme. David, der älteste war schon im dritten Lehrjahr, die beiden anderen erst im ersten beziehungsweise im zweiten. Nigel, der jüngste heckte immer Dummheiten aus, die seine älteren Mit-Lehrlinge begeistert ausführten. Und so kam es, das sie die Geister beschwörten alles auf den Kopf zu stellen. Es klappte diesmal sofort und sehr gut. Als sich die drei und die vielem Millionen Zuschauer am entstandenen Chaos sattgesehen hatten, sagte der Witzbold Boris zu David: nun sag schon das Zauberwort, um den lustigen Spuk zu beenden. David versuchte es mit vielen Zaubersprüchen die er dem Alten Meister abgelauscht hatte—ja er glaubte schon lange mehr als der Alte zu können—aber es klappte nicht. Der alte wird ja bald kommen prustet Nigel heraus, der kommt doch sonst auch immer im falschen Moment, jetzt soll er mal im richtigen Moment aufkreuzen.
Nur, was die drei nicht wussten, der Alte hatte sich vor Verzweiflung über die Dummheit seiner Lehrlinge in aller Stille das Lebenslicht selbst ausgeblasen und so sprach keiner die befreienden Worte: IN DIE ECKE……….! 



Dienstag, 28. Juni 2016

Babyklappe mal anders

Sofie hatte sehr lange auf ein Kind gewartet. Jedes Mal wenn sie irgendwo im Urlaub war, meist in Drittweltländern, wo die Männer nicht wählerisch sind wenn sie glauben aus Urlaubsaffären Bares gewinnen zu können, liess sie sich mit mehreren Männern ein. Sofie war –mit allem Respekt gesagt—schrecklich hässlich und beinahe schon pathologisch fett, aber luzide genug es zu wissen. Geld hatte sie für westeuropäische Verhältnisse genug, für die Länder des Maghreb war sie reich! stinkreich. Schwarzafrika kam für sie nicht in Frage, denn das eventuelle Resultat ihrer Ferienbemühungen wäre zu auffällig ausgefallen. Ja sie machte Urlaub so oft sie konnte. Zu jedem Eisprung plante sie einen Kurztrip in eins der Länder des Maghreb. Dann endlich mit fast fünfzig Jahren wurde sie schwanger. Ihren Berechnungen nach musste der Vater Tunesier sein. Sie gebar, erstaunlicher Weise ohne die geringste Komplikation, Zwillinge. Es war ein Junge und ein Mädchen. Wie die meisten alten Mütter war sie überängstlich. Weil sie aber alleinerziehende Mutter war, musste sie die Kleinen immer mitnehmen, ob im Supermarkt oder sonst wo zum Einkaufen. Dann als sie ein au Pair Mädchen suchte, fand sie—Ironie des Schicksals—eine junge Tunesierin.
Nun konnte Sofie wieder normal arbeiten um ihren Lieblingen ein schönes Heim zu bieten. Auch Aischa entwickelte sich zu einer lieben Betreuerin, dank ihres jungen Alters sah es fast so aus als ob Aischa mit Puppen spiele.
Sofie war überglücklich. Jetzt im Juni, wo es sehr lange hell blieb, ging Sofie gerne abends, ihren Doppelbabywagen stolz vor sich hin schiebend mit den beiden Kleinen spazieren.
In der Nähe des, bis spät abends geöffneten kleinen Supermarktes erinnerte Sofie sich, dass sie vergessen hatte Pampers zu kaufen. Sie stellte den Babywagen vor dem kleinen Quartierssupermarkt ab, nahm die beiden Babys raus und balancierter sie auf den Einkaufskaddy denn sie war ja viel zu ängstlich ihre Schätzchen auch nur fünf Minutenlang unbeaufsichtigt zu lassen. Es war schon ein Kraftakt—für die immer fetter werdende Sofie— die, dank einer Aktion im Viererpack angebotenen Pampers und die zwei Kids zum Doppelkinderwagen zu bugsieren.
Im ersten Moment glaubte Sofie zu spinnen, im Babywagen lag ein Kind! War das ihr Babywagen? Es war kein anderer Wagen da, also musste es ihrer sein. Auch die Namen ihrer beiden Kleinen standen ja, von Aischa schnörkelreich angeschrieben, da. Das Hauptproblem war erst Mal die Zwillinge in und das fremde Baby aus dem Wagen zu bringen ohne dass der Kaddy davonrollte. Sofie sah, als der erste Schock vorbei war, dass an der Strampelhose ein Zettel angeheftet war. Wo habe ich jetzt meine Brille fragte sich die immer noch sehr verwirrte Sofie? Endlich las sie, den mit ungelenker Schrift bedeckten Zettel: bite nim meinem klein Kefin ,ich kann  nich um ihn sorgn—gott wird  dich dankn.
Und so kam Sofie zu—zwar unechten—aber gesunden Drillingen.



Montag, 27. Juni 2016

Lottogewinn als Lockvogel

Heiner hatte  nur noch wenige Freunde. Zu lange war er weg gewesen. Nun war er krank, ernsthaft krank. Ja nach den Ärzten waren seine Tage gezählt. Sehen tat man‘s nicht; es war nicht eine dieser Krankheiten die einen körperlichen Zerfall mit sich bringen. Durch seine vielen Stunden auf dem  Golfplatz und seiner  Gewohnheit stundenlang am Pool zu liegen und zu lesen, war er sonnengebräunt und sah kerngesund aus. Wie, fragte er sich, kann ich alle meine alten Freunde und Bekannte dazu bringen mit mir wieder Kontakt aufzunehmen. Da hatte er eine geniale Idee.

Durch seinen einzig verbliebenen Freund, einem Journalisten bei der Lokalzeitung, liess er verbreiten, er habe einen Riesengewinn in der Internationalen Lotterie gemacht und sei deshalb zurück in die Heimat gekommen. Arm war er nicht, er lebte recht gut in diesem Nobelhotel am See, wusste er doch, dass bei seiner prophezeiten Lebenserwartung das Geld  bestimmt reichen würde um hier an See seine letzten Tage oder gar Monate zu verleben. Aber eben, so alleine das wäre doch irgendwie fad. Wie von Honig angelockte Fliegen kamen alle verlorengeglaubten Freunde –natürlich ganz zufällig—ins Hotel um an der Bar oder im Speisesaal absolut überraschend  auf Heiner zu treffen. Keiner sprach offen von dem Fabelhaften Gewinn, gewisse Anspielungen aber waren nicht zu überhören. Heiner genoss es sehr, erzählte von seinem abenteuerlichen Leben und freute sich diebisch über die Manöver die einige der wiedergewonnenen Freunde anstellten um zum Drink oder  gar zum Essen eingeladen zu werden. Heiner lud nie ein, denn er musste, als Stammgast auch nie eine Rechnung verlangen oder gar unterschreiben. Als Heiner nach wenigen Wochen starb, veröffentlichte der Freund—jener Journalist—diese Geschichte, die sie eben gelesen haben, in der Tageszeitung. Manch einer ärgerte sich grün und blau über seine eigene Dummheit.

Sonntag, 26. Juni 2016

Kalauer

Du mein Mann hat Krebs, sagt eine Frau zu ihrer Freundin bei der  Frühstückspause-

Ja was denn für einen Krebs, Languste, Hummer  Garnele oder einfach nur eine Kellerassel?

Unrat

Es braucht nur ein wenig Phantasie um, nicht mehr Gebrauchtes, also Müll, kostenfrei zu entsorgen. Die, von vielen Jugendlichen gewählte Methode einfach alles auf Strassen und Trottoirs zu werfen finde ich wenig originell. Besser schon sind Orte wie Vorgärten, Hauseingänge und natürlich alle Vehikel des öffentlichen Verkehrs. Grade für Kinder sind aber  auch Brief und Ablage-kästen ein beliebter Ort, so bleiben die Treppenhäuser sauber.
Dass alle Autos das haben, was die Eisenbahn schon seit langem abgeschafft hat, nämlich zu öffnende Fenster, ist ja eine klare Einladung unsere Strassen-Gräben und Ränder mit Müll zu veredeln.
Wenn’s aber raffinierter wird, handelt es sich meist um Rentner. Ja wir/die Alten haben den Schalk meist im—durch Arthrose steifen—Nacken.
Im Supermarkt gibt es ja fast überall Entsorgungsstationen für Batterien, Glasflaschen, Pet-Flaschen und restliche Kunststoffbehälter. Diese Restlich- Kunststoffbehälter lesen die/wir Alten meist als RestMÜLL-Behälter und das ermöglicht fast alles—ohne die lästigen Kehrichtsackgebüren zu berappen— zu entsorgen, der senilen Involution sei‘s gedankt. Noch viel simpler ist es allerdings, Abfall einfach im brav zurückgestellten Einkaufskaddy zu  v e r g e s s e n !                                       
Die/wir Alten sind meist noch fit genug um mit dem Auto die Gegend unsicher zu machen und dabei Sperrmüll mitzunehmen und auf den schönen Rastplätzen unserer Autobahnen oder an lauschigen Bächen und besonnten Waldrändern zu vergessen—wieder diese senile Zerstreutheit.
Eine, bei weiblichen Singles sehr beliebte Methode, ist es alles wie Pizzaschachteln leere Getränkedosen gebrauchte Hygiene-Artikel, zerrissene Wäschestücke, Zeitschriften und Tageszeitungen, Packmaterial der im Supermarkt gekauften Waren und so vieles andere ,einfach im Auto zwischen den vorderen und hinteren Sitzen und vor dem Beifahrersitz am Boden  zu vergessen. Denn, und das ist der Grund dafür, beim nächsten Service in der Garage wird ja alles kostenlos entsorgt damit der Mechaniker überhaupt an die Stellen seines Wirkens gelangen kann.

Übrigens Herr Eugène Poubelle (der dem französischen Mülleimer seinen Namen gab)  und Herr J. Ochsner ( dessen Zürcher Firma das Ochsner-System kreierte) drehen sich seit geraumer Zeit in ihren jeweiligen Gräbern um!

Samstag, 25. Juni 2016

Brexit

 Wenn sich Bürosesselkleber weiterhin um Gurkenkrümmungen Präservativnormierungen und sonstige Lappalien kümmern, die politischen und ethischen Herausforderungen nicht in den Griff bekommen, den Irrtum der gemeinschaftlichen Währung bei so ungleichen Volkswirtschaften nicht irgendwie korrigieren, werden immer mehr Trennungsgelüste nicht nur von den EU-Gegnern sondern auch von frustrierten, vergessenen Arbeits-und perspektive losen Bürgern unterstützt werden. Dann Ade vereintes Europa und  willkommen Nationalchauvinismus. Glücklicherweise bin ich, als Schweizer, erstens nicht in der kriselnden EU und zweitens alt genug es mit Fassung zu beobachten, denn was soll mir noch passieren?