Sonntag, 12. März 2017

Schmerzliche Blamage.

Ein Freund hat mir vor vielen Jahren eine Geschichte erzählt, die in seiner Familie—einer sehr wohlhabenden Familie—immer mal wieder erzählt wurde.
Aber natürlich nur, wenn die Betroffenen, sein Onkel und dessen Ehefrau nicht dabei waren. Onkel und Tante waren in den frühen Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts mehrmals nach Paris gereist, um sich eine Wohnung, eine Zweitwohnung, zu suchen. Beide liebten Paris und vor allem das kulturelle Angebot von dem sie profitieren wollten. Von den vielen Onkeln und Tanten war Onkel Sebastian der einzige der keine Kinder hatte, dies war wohl auch mit ein Grund, in Paris einen Zweitwohnsitz zu kaufen um an Familienfesten wie Weihnachten und Ostern eine gute Ausrede zu haben nicht zu erscheinen; zu den Geburtstagen der Eltern musste er notgedrungen stets kommen.
Auf einer dieser Erkundigungsreisen passierte das Ungeheuerliche! Beim Abreisen aus dem Hotel Ritz an der „Place Vendome“ ihrem bisherigen„Pariser Heim“  Fragte der Kassierer, ob er die beiden  Bademäntel auch auf die Rechnung setzen solle. Also hatte Sebastians Frau, Tante Eulelia, die so flauschigen Bademäntel mit dem schönen Ritz-Logo hinter Sebastians Rücken in die Koffer gepackt. Mit zorngerötetem Gesicht bezahlte Sebastian die Rechnung mit den beiden Bademänteln, bar wie es damals vor der Kreditkarten-Zeit üblich war und verliess fluchtartig das Ritz.
Was dann geschah und wie die Heimfahrt im grossen Mercedes verlief kann man sich sehr gut vorstellen. Sebastian, der als ältester Sohn mit seinem Vater zusammen die Fabrik leitete, war so erzürnt und verwirrt über das Verhalten seiner Frau Eulelia, dass er am Montag in der Fabrik seinem Vater und den anwesenden Brüdern seine Schande erzählte.
 Seither wurde n i e wieder in seiner Gegenwart darüber gesprochen es blieb aber bei vielen Festen und in vorgerückter Stunde  ein immer wiederkehrendes Thema. Es genügte  das Wort  „Ritz“ auszusprechen—in welchem kein Mitglied der Familie, welche einen sehr bekannten seltenen Namen trug je wieder absteigen konnte—auszusprechen um eine Lachsalve auszulösen.





Freitag, 10. März 2017

Blamage einer „Mehrbesseren“ Dame

Es war in den frühen Neunzigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts—fast so etwas wie die gute alte Zeit ,in den Flugzeugen der ehemaligen Crossair gab’s noch Champagner und Aschenbecher—als ich Zeuge dieser grossen Peinlichkeit, nein dieser  unerhörten Blamage wurde.
Eine ganze Anzahl Ärzte, die von einem mehrtägigen Kongress in Paris zurück nach Bern flogen, waren im Warteraum am Pariser Flughafen„Charles de Gaulle“. 
Alle  kannten sich untereinander und ich kannte auch alle, waren es doch zum grossen Teil meine Kunden, meist in Begleitung ihrer Partner, denn nach Paris wollten die meisten ihren Partner  nicht alleine reisen lassen.
Ein Paar fiel besonders auf, er, der Arzt, war ein kettenrauchender schmächtiger Mittfünfziger der immer auf Trab zu sein schien. Seine Frau, eine stattliche Dame, die ihren Gatten um einen guten Kopf überragte, machte nicht wie alle anderen Konversation, nein sie hielt  quasi Audienz!
Bei der Ankunft in Bern, dirigierte sie ihren Mann zur Kofferausgabe um das Luxus-Gepäck auf ein Wägelchen zu laden. Da die beiden ohne Auto waren, hatte ich mich anerboten sie nach Hause zu fahren—was tut man nicht alles für gute Kunden— ? damit sie ihren Sohn nicht zum Flugplatz rufen mussten.  Nun strömten alle dem Ausgang zu. Keiner wurde vom Zöllner behelligt ausser …. Haben sie etwas eingekauft, ist etwas zu verzollen. Das überhebliche recht schnippische Nein blieb den Zöllner wohl—bildlich gesprochen—im Halse stecken. Madame und natürlich auch Monsieur mussten alles, wirklich alles, auspacken. Etwa zwei Drittel der Kleider war fabrikneu und noch mit den Laden -Etiketten versehen, selbst die Kreditkartenbelege die in der neuen grossen Kroko-Tasche säuberlich aufbewahrt waren, erlaubten es dem Zöllner den Betrag des Schmuggelversuchs auf den Rappen genau zu beziffern.
Es war ein sehr teurer Paris-Einkauf geworden, dies wegzustecken war den beiden sicherlich leichter gefallen, als die Blamage vor so vielen Kollegen der ganzen Gegend zu verkraften.
Die versprochene Fahrt zu ihrer Villa verlief recht schweigsam und erst als ich die zwei ausgeladen und verabschiedet hatte brach ein unkontrolliertes wohl ein wenig schadenfrohes zu lange aufgestautes Gelächter aus mir heraus.



Dienstag, 7. März 2017

Peinlich wirklich peinlich.

Vor vielen vielen Jahren, als ich noch berufstätig war, habe ich anlässlich eines Kongresses eine ganze Abteilung eines Spitals—es waren sehr gute Kunden—zu einem Nachtessen in Paris eingeladen. Es handelte sich um vier Ärzte und vier Frauen  der Pflege die bei  Herz-Interventionen assistierten.
Es war ein eingeschworenes Team welches alles—ausser dem Lohn—teilte. Ja die Frauen machten ganz selbstverständlich Überstunden wurden dafür aber immer auf Kongresse mitgenommen, obwohl an diesen Kongressen kein Fortbildungsprogramm für Pflegepersonal angeboten wurde; es war ganz offensichtlich ein touristisches “Dankeschön“ für den unterwürfigen Arbeitseinsatz.
Ich hatte in einem der schönsten Restaurants, dem „Le Grand Véfour“ im Palais Royale einen Tisch bestellt. Die Gäste wären am liebsten schon um 18:00 Uhr zu Tisch gekommen, nach mühevollem Erklären schienen sie begriffen zu haben, dass man in Paris n i e vor 20:00 Uhr, ja eher so gegen Neun zum Essen geht.
Als ich vorsichtigerweise so gegen viertel vor acht ins Restaurant kam, sagte mir der Oberkellner lächelnd, ihre Gäste sind schon seit längerem da.
Ich war doch einigermassen überrascht meine Gäste, zwar gut gekleidet, aber eben viel zu früh am gedeckten Tisch sitzend und Brot und Butter verzehrend, welches sie— mit dem vom Oberkellner offerierten Champagner—herunterspülten, zu entdecken. Es waren die ersten und bisher einzigen  Gäste, die der Chef de Service aus Mitleid wegen der herrschenden Kälte, schon kurz vor sieben eingelassen hatte. Dreimal schluckte ich leer ehe es mir gelang ein professionelles Lächeln aufzusetzen und meine „ provinzlerischen Gäste“ mit Handschlag und Küsschen Küsschen zu begrüssen.
Danach verlief der Abend sehr harmonisch, das Essen war fantastisch und die Stimmung ausgelassen fröhlich, nur ich dachte  „in Petto“ an die Bergpredigt aus dem Evangelium des Apostels Matthäus  wo doch explizit davor gewarnt wird „die Perlen vor die Säue“ zu werfen.






Montag, 6. März 2017

Missverständnis

Alle Welt hat den guten alten Donald während seiner Wahlkampagne falsch verstanden!

America first   !!!     sollte eigentlich Amerika fist—also Faust— heissen; was immer der gute „Alte“ damit gemeint haben kann? Politische Zornesgeste oder etwa Fisting als Aufforderung an alles nicht-Amerikanische??





Sonntag, 5. März 2017

Profitable Schlamperei

Vor vielen Jahren hatte Gaston ein altes Haus gekauft. Die Bausubstanz war sehr solide, da das Gebäude aus dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts stammte. Natürlich musste in das Haus investiert werden um die—der Räumlichkeiten entsprechende—Wohnqualität nicht nur zu erhalten, nein sogar erheblich zu verbessern.  In diesen sechs  Wohnungen,  die je knapp zweihundert Quadratmeter gross waren sollte nach Gastons Wunsch alles erhaltenswerte bewahrt werden. Kein Parkett, keine der schönen gusseisernen Heizkörper, einfach nichts was den Charme der Gründerzeit ausmachte durfte verschwinden. Aus diesem Grund übernahm Gaston die Bauleitung selbst und war immer vor Ort um Fehler zu vermeiden. Alle Handwerker wurden sorgfältig ausgesucht und dauernd überwacht. Pfusch und Schlamperei gab’s bei Gaston nicht.
Die einzige Schlamperei, gegen die Gaston—aus kaltem Kalkül—nichts unternahm war das unbeabsichtigte Zurücklassen von Material.
Ja alle Handwerker „vergassen“ regelmässig Material auf der Baustelle; nicht nur kleines Material, nein auch sehr viel teures Werkzeug und noch wertvollere Maschinen.
Am Ende der Bauzeit, alles war zu Gastons voller Zufriedenheit beendet worden, lagen  in einem grossen Keller alle vergessenen Materialien und Geräte, welche komischerweise keiner der Arbeiter oder der Handwerker je zurückforderte. Dies erlaubte Gaston, das nächste Haus das er schon im Visier hatte mit Hilfe einiger Schwarzarbeite viel kostengünstiger umzubauen.
Also kann Schlamperei doch recht hilfreich und profitabel sein.


Donnerstag, 2. März 2017

Schick mir doch dann ein Bild von dir.

Man hatte sich irgendwo auf der Welt, sei es im Urlaub oder auf Geschäftsreise, kennen und mögen gelernt. Manchmal war es ja auch die sogenannte„nicht Liebe sondern sexuelle Attraktion“ auf den ersten Blick  gewesen. War man sich dann wirklich so nahe gekommen, dass das erwünschte stattgefunden hatte und musste dann kurze Zeit danach wieder die Heimreise antreten, versprach man sich zu schreiben und ein Bild zu senden.
War es, trotz erotischem Knistern nicht zu einer gemeinsamen Nacht gekommen, schwor man sich ja auch zu schreiben und  ein Bild zu senden.
Freizügige Bilder bedingten damals eine Polaroid-Kamera, denn die Filme die man zum Entwickeln einschickte wurden—sollten die Bilder zu explizit sein—oft als nicht belichtet zurückgeschickt oder zerstört!
Man war damals eher weniger freizügig mit dem Schicken seines unbekleideten Konterfeis, noch schwieriger war es eine fast noch unbekannte um ein Nack Bild zu bitten. Es war aber sehr prickelnd solch ein Konterfei implizit zu suggerieren.

Dann das gespannte Warten ! Wird sie auf meine Ansichtskarte hin  schreiben? Wird ein Bild beiliegen, wird das Bild eher brav oder doch freizügig sein….? Kommt ein Wiedersehen zustande?? Dieses Erotik-geladene Warten und hoffen ist durch die Moderne elektronischen Kommunikation leider inexistent geworden.

Mittwoch, 1. März 2017