In Indonesien steht auf Drogenhandel die Todesstrafe. Jeder
Tourist der in dies Land kommt weiss es oder müsste es wissen. Nun scheint es,
dass in diesen Tagen mehrere überführte Dealer, die der recht effizienten
Polizei in Indonesien—sie sind in den Fünfzigerjahren schon in Deutschland ausgebildet
worden—ins Netz gegangen sind, hingerichtet werden oder worden sind. Die
Heimatstaaten und ihre Regierungen sind empört. Australien und Frankreich
sprechen von Repressalien, so ein Blödsinn; im eigenen Land kämpft man gegen
diese Todes-Händler mit Worten und Polizeieinsätzen, aber kaum sind die Dealer
in Gewahrsam, müssen sie wieder freigelassen werden weil unsere Justiz es nicht
fertigbringt konsequent zu handeln. Dass die Polizei deshalb nur halbherzig durchgreift ist absolut verständlich. Wir brauchen viel härtere Gesetze—auch (leider)
ohne Todesstrafe—. Jeder Dealer muss
wissen, dass er unbedingt und ohne eine Möglichkeit frühzeitiger Entlassung mindestens
zwanzig Jahre aus diesem Todes-Business abgezogen wird. Auch die vielen Asylanten-Dealer müssten
unbedingt in ihre Herkunftsländer
ausgeschafft und der dortigen Justiz
übergeben werden; würde dies klar kommuniziert und konsequent durchgeführt,
wären diese Dealer plötzlich nicht mehr an jeder Strassenecke der Städte zu
sehen. Viele dieser Pseudo-Asylanten würden gar nicht erst zu uns kommen wenn
sie riskierten zurück in meist Afrikanische Gefängnisse zu kommen. Nun zurück zu den Hingerichteten, ich kann
wirklich nicht verstehen wie man gegen die, in Indonesien legale, Todesstrafe
sein kann—ausser man will sich zum Komplizen der Drogenkartelle machen—!
Mittwoch, 29. April 2015
Dienstag, 28. April 2015
Unser JAHRHUNGERT
Zur
Jahrtausendwende war ich mit Freunden in Paris. Wir stiessen auf eine
friedliche Zukunft an, der Champagner war wohl nicht gut genug, denn es hat
nicht gewirkt!
Die Hoffnung auf ein
ruhigeres Jahrhundert in dem man die Probleme mit Wohlwollen und Vernunft zu
lösen versucht war sehr gross. Aber es wurde mir bald schon klar, dass es sich
um eine Illusion handeln musste. Denn
seit der Jahrtausendwende sind nun schon bald fünfzehn Jahre vergangen und es
scheint leider dass wir mal wieder in
ein neues JAHRHUNGERT gekommen sind.
Wir sehen, gleichgültig, hilflos,
genervt, betroffen, uninteressiert, gelangweilt, traurig aber vor allem hilflos.
wie tagtäglich am Fernseher—und dass zu Essenszeit—über Flüchtlingskatastrophen,
Hunger, Bürgerkriege, sogenannte Religionskriege, Erderwärmung und sonstige
Naturkatastrophen sowie viele andere Scheusslichkeiten berichtet wird. Den
Naturkatastrophen könnte man ja gut begegnen, das sieht man schon aus der weltweiten
Spendenbereitschaft bei diesen fatalen Ereignissen; den Katastrophen,
hervorgerufen durch irre, korrupte, unfähige Politiker und geistiger Führer ist
aber kaum zu begegnen, insbesondere weil die „sogenannten vernünftigen“ aber
eher charakterlosen unfähigen westlichen Politiker nicht auf die alten
Spielregeln verzichten wollen, diplomatisch korrekt mit machthungrigen
amoralischen Gegnern umgehen. Keiner hat den Mut das einzig wirksame zu tun, nämlich
Terror mit Gegenterror zu beantworten. Wenn man auf faire Art mit
Falschspielern am Spieltisch umgeht ist man automatisch der Verlierer; man muss
den Gegner mit denselben Waffen bekämpfen die er gegen die Gesellschaft
gebraucht.
Montag, 27. April 2015
Erzwungene Klausur
Es war in den
frühen siebziger-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, ich war als
Ärztebesucher—heute heisst das Pharmareferent— an der, wie es damals noch hiss,
Sprachgrenze—der Röstigraben war noch nicht ausgehoben— tätig. Da ich dieser Arbeit schon seit
beinahe zehn Jahren nachging kannte ich meine Kunden recht gut. Bei einem sehr
netten Arzt in Freiburg/Fribourg hatte ich einen Termin so gegen zwölf Uhr
mittags ;das war die übliche Besuchszeit bei diesem Arzt, denn er wollte zuerst
alle Patienten des Vormittags „erledigen“ „liquider“. An diesem
Tag hatte ich mehrere Termine, alle im Stadtzentrum, darum lies ich mein Auto
ein wenig weiter vom Zentrum entfernt in einer
Zone mit unbeschränkter Parkzeit stehen und nahm meine Tour zu Fuss in Angriff. Da es plötzlich
stark regnete ging ich etwas zu früh in die Praxis meines Kunden, das störte
mich keineswegs hatte dieser Arzt doch in dem Wartezimmer viele gute
Kunstzeitschriften aufliegen. So vertiefte ich mich in die Gazette de l’Hôtel
Drouot in der sowohl alle Kunstversteigerungen wie die erzielten Resultate
abgedruckt waren, was meiner Sammlerwut entgegen kam. Plötzlich merkte ich,
dass es um mich herum eigenartig still geworden war, es war inzwischen halb
eins. Als ich aus dem Wartezimmer trat, merkte ich, dass ich alleine in der
Praxis war. Ja man hatte mich einfach
vergessen und eingeschlossen. Ich sah mir den Terminkalender der Praxis an und
stellte fest, dass der erste Patient um viertel vor zwei eingeschrieben war. Ich
ging in die Küche und nahm mir einen lauwarmen
Kaffee aus der Filter-Kaffeemaschine, kleine Esspressomaschienen gab’s
damals noch nicht. Dann setzte ich mich hinter die Empfangstheke und freute mich auf das dumme Gesicht der Praxishilfe. Nicht die Praxishilfe, nein
der Arzt kam um halb zwei und als er mich sah erschrak er, es war ihm sehr
peinlich, er und nicht seine
Praxishilfe hatte mich vergessen, denn
die war noch vor zwölf ,von ihm selbst
zur Post geschickt worden.
Samstag, 25. April 2015
Paulette
Paulette war
als ich sie, als eine Mieterin meiner Schwiegereltern, kennenlernte schätzungsweise
anfang fünfzig. Sie ging an Krücken. Bei einem Autounfall
vor vielen Jahren hatte sie sich einen äusserst komplizierten Beckenbruch
zugezogen, war damals aber bei weitem
die glücklichste der fünf Autoinsassen gewesen, wenn man es als Glück ansehen
kann mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sie waren an einem Silvesterabend, mit ihrem Mann, ihrer besten Freundin mit Mann sowie ihrem gemeinsamen
Liebhaber, bei Freunden zur feucht-fröhlichen Silvesterfeier gewesen. Als sie
alle fünf so gegen vier Uhr früh loszogen ,mussten sie erst das total
zugeschneite Auto freischaufeln, dann fuhren sie auf verschneiten Strassen, im
Neuenburger Jura von la Brévine nach La Chaux-de-Fonds, sie kamen aber nur bis
zu einem Baum an Strassenrand, den wir ,beim vorbeifahren,immer den „Baum der Paulette“ nannten. Als
Paulette wieder zu sich kam war es still und sehr kalt, sie war eingeklemmt und
das Auto, das von der Strasse abgekommen war, war noch nicht entdeckt worden. Stunden
später sie war inzwischen mehrmals ohnmächtig geworden, wachte sie in einem
Spitalbett auf. Komischerweise konnte sie sich an alles genau erinnern, den
Streit zwischen den beiden Ehemännern und dem gemeinsamen Liebhaber der beiden
Freundinnen, der wohl im Zusammenspiel
mit Alkohol, Eis und Schnee auch mitschuldig am Unfall war. Nur sie hatte knapp
überlebt, das lang ersehnte Kind, mit dem sie endlich schwanger ging, war mit
der zerstörten Gebärmutter zusammen weg.
Es war in den späten vierziger oder frühen Fünfzigerjahren passiert, die
Chirurgie war noch nicht so entwickelt wie heute, besonders die orthopädische
Chirurgie steckte noch in den Kinderschuhen.
Dass Paulette überhaupt, wenn auch
schwerfällig mit Krücken, wieder laufen konnte grenzt an ein Wunder. Sie hatte
ein fröhliches Naturell, versuchte aus allem immer das Beste zu machen und nahm
das Leben auch so als ein Geschenk an. Mit dem restlichen ererbten Geld kaufte
sie sich in der Nähe der Schulen nicht weit vom Zentrum einen kleinen Tabak und
Zeitungsladen. Sie verkaufte, etwas Schreibwaren Rauch und Süsswaren; einfach alles was Schüler brauchen konnten. Sie war
immer schon sehr Lebens und Liebeslustig gewesen und trotz ihrer Behinderung
machte sie allen Männern, ob Jung oder Alt, schöne Augen .Ja die Gymnasiasten
durften bei ihr auch im Versteck hinter einem Vorhang sogenannte
Herren-Magazine ansehen. Nicht wenige wurden von ihr in die Erwachsenenwelt
eingeführt und viele der Herren blieben auch mal kurz nach Ladenschluss im
immer gut geheizten Hinterzimmer bei Kaffee und…gingen dann erleichtert nach
Hause. So kam Paulette zu dem was ihr lieb war, die Schüler und gewisse Herren
erkälteten sich nicht im rauen Juraklima und die unschuldigen Schülerinnen
konnten meist als Jungfrau auf einen
,dank Paulette, geschickten, erfahrenen Ehemann hoffen.
Freitag, 24. April 2015
Erbschleicherin(en) oder nur eine nette Krankenpflegerin(en) ?
Ob sie aus Ungarn, Tschechien oder aus dem Balkan stammte ist
ja einerlei, so wie sie aussah würde sie nicht lange als Hilfspflegerin
arbeiten. Ob sie nun in Österreich, der Schweiz, Deutschland oder einem anderen Land diese Spitalarbeit gefunden hatte ist schlussendlich auch egal. Wer sie
sah dachte meist an das ausklappbare Zentralbild von Herrenmagazinen der
Siebziger-Jahre. Ihr Anblick war, für die meisten Pflegerinnen eine Qual, die
Ärzte und Pfleger, wenn sie nicht, wie sehr oft, schwul waren sahen das ganz
anders. Sie hatte viele Affären, war dabei aber immer sehr umsichtig und
diskret. Irgendwie erreichte sie, dass ihre Liebhaber dieselbe Zurückhaltung an
den Tag legten—man munkelte viel, wusste aber nichts—.Sie, nennen wir sie
Jovanna, arbeitete sehr gut, nie kamen Reklamationen oder auch nur schon
Bemerkungen, im Gegenteil sie wurde immer und von allen Patienten, aber auch
von Patientinnen, in höchsten Tönen, gelobt. Und dann kam dieser ältere Patient,
mit gebrochener Hüfte, in die Abteilung. Heinrich, so hiess der Patient war ein
gebildeter aber leider sehr ungepflegter Mitsechziger, alleinstehend—ja er
hatte nie geheiratet—der in seiner verqualmten, mit Büchern vollgestopften
Wohnung, eines Abends wohl bedingt durch ungehemmten Weingenuss, über einen
seiner vielen Teppiche gestürzt war. In jungen Jahren schon, als sein Vater an
einem Herzversagen plötzlich starb, hatte er das Buchantiquariat das schon der
Grossvater gegründet hatte, geerbt. Darum brach er sein altphilologisches
Studium ab und kümmerte sich um das Antiquariat und seine noch nicht sehr alte
Mutter. Die Geschäfte liefen gut und Heinrich wurde, durch Selbststudium, zum
versierten Buchhändler und ein wenig zum Privatgelehrten. Es war die Zeit vor
den modernen Kommunikationsmöglichkeiten und nach dem Erscheinen seiner
Kataloge meldeten viele seiner Kunden einen Besuch in seinem
Antiquariat an. Als er das Antiquariat, nach vielen Jahrzehnten, an einen
seiner Konkurrenten verkauft hatte,
füllte er seine Wohnung mit all den Büchern von denen sich zu trennen ihn am meisten schmerzen würde. Durch den Wegfall seiner Kunden nach dem Verkauf waren
seine sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert. Wirt und
Serviererin, da wo er seinen Mittagstisch hatte und die Kassiererin im kleinen
Quartierladen wo er Zigaretten, Wein, Schnaps und den übrigen Bedarf deckte,
waren die wenigen Menschen mit denen er kommunizierte. Und nun war er zum ersten Mal in einem
Spital, Ärzte hatte er im ganzen Erwachsenenleben nur selten gesehen, ach ja
bei der Aushebung zum Militär hatte ihn ein netter älterer Arzt ausgemustert,
warum ist nicht bekannt. Nun wurde er endlich einmal gründlich untersucht, wie
staunten die Ärzte, dass er trotz eines ansehnlichen Weinkonsums und
Kettenrauchens, nicht nur dem Alter entsprechend, kerngesund war. Jovanna
pflegte ihn sehr sehr liebevoll, soviel Zuwendung hatte er noch nie in seinem
Leben erfahren. Um seinen sexuellen Bedürfnissen nachzugehen, war er, als er
noch jünger war, regelmässig nach dem benachbarten Ausland—wo es noch Bordelle
gab— gefahren; aber dieses Bedürfnis –so dachte er—war vorbei. Nuttenmässig sah
Jovanna nicht aus, gab sich auch nicht so, schon eher Vamp- mässig
selbstbewusst. Mit dem laufen hatte Heinrich viele Probleme, für eine gute
Physiotherapie und weitere Pflege kam er in ein privates, seinen finanziellen
Möglichkeiten angepasstes, Klinikum.
Jovanna besuchte ihn jeden Abend, ja sie nahm die circa achtzig Kilometer gerne
in Kauf, denn sie hoffte dass es gut investiertes Geld sei. Man
konnte Heinrich vieles nachsagen, doch war er weder naiv noch dumm. Er sah
Jovanna wie die Kirsche auf seinem Alterskuchen, und er hatte sehr schnell
Gefallen an dieser Kirsche gefunden. Dass die Kirsche, kurz nach der etwas
unüberlegten und forcierten Heirat recht bald zu einer „Sauerkirsche“ mutierte
hatte Heinrich nicht erwartet. Er kaufte Jovanna eine Wohnung, blieb aber
lieber alleine in seiner altbekannten Bleibe. Jedes Mal wenn Jovanna Geld forderte,
sie war meist nicht in ihrer Wohnung sondern irgendwo im Ausland, gingen sie
zusammen zur Bank wo Jovanna ums Geld
feilschte wie ein Marktweib um halbverdorbenen Fisch. Eine Vollmacht für seine
Konten hat ihr Heinrich, klugerweise, stets verweigert. Ob Jovanna sich ab und
zu, auf gewisse Art und Weise, dankbar erwies, sei dahingestellt! Seit kurzem kümmert sich ein neuer „Vamp“ um
Heinrich, der inzwischen ins betreute Wohnen abgewandert ist. Dieser neue
„Vamp“ nistet sich nun in der Wohnung der noch Ehefrau ein und drängt den armen
Heinrich —ganz uneigennützig—sich von diesem schrecklichen schmarotzenden
Weibsbild, Jovanna, scheiden zu lassen und dann dank ihrer selbstlosen und
liebevollen Pflege das Wohn-Heim zu verlassen und in seine—durch die Scheidung freigeräumte—
Wohnung zu kommen.
Donnerstag, 23. April 2015
Erben
Schon manche Kinder haben nach der Testamentseröffnung gemerkt das ERBRECHT eigentlich
ER BRECHT geschrieben werden müsste!
Weil's oft zum Kotzen ist.
ER BRECHT geschrieben werden müsste!
Weil's oft zum Kotzen ist.
Mittwoch, 22. April 2015
Stummfilmerinnerungen
In dem kleinen Park-Spielplatz-Hundeklo den ich von meinem Fenster aus sehe ,kommt
seit einiger Zeit—so etwa drei Wochen—mehrmals täglich und oft auch spät abends
eine recht füllige etwa vierzigjährige, nicht sehr gepflegt wirkende, Frau ;
sie kommt aus zwei Gründen, erstens um eine Zigarette nach der anderen zu
rauchen und zweitens um stundenlang zu
telefonieren. Trotz ihrer Körperfülle ist sie sehr agil. Sie ereifert sich am
Apparat, ihrer Gestik nach kommt sie aus einem Land wo man vor allem mit den
Händen spricht. Ja sie bringt es fertig, Telefon Zigarette und meist auch eine
Brille zu halten, die Handtasche ist stets in ihrer Armbeuge, und dennoch sind
ihre Hände immer in Bewegung. Es
erinnert an Stummfilme wo ja die Gesten immer leicht übertrieben waren. Je nach
Gesprächspartner ist ihre Körpersprache sehr verschieden. Der bei weitem
am häufigsten angerufene
Gesprächspartner muss wohl ihr Freund sein, ihre Körpersprache wechselt von
schnurrend verliebt über zärtlich verspielt hin zu Passion und dann auch schon
mal zu Wut und Entrüstung. Man kann sich den lethargisch hingefläzten Partner
unschwer vorstellen. Beim nächsten Anruf muss es sich um d i e
beste Freundin handeln, das ganze
vorherige Gespräch wird nun, mit übermässigen Gesten nacherzählt. Meist sitzt
sie auf einer der Bänke, ist sie aber erregt oder gar ausser sich geht sie mal
rasch mal langsam von Bank zu Bank, setzt sich kurz und steht sofort wieder
auf, ja die Zigaretten zündet sie immer sitzend an. Nun bin ich sehr gespannt, wie lange ich noch
in den Genuss dieser Gratisvorstellungen komme.
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