Freitag, 7. November 2014

Geografie oder der verschwundene Ort (Glosse)

Überall habe ich gesucht, erst natürlich im Internet—wo man ja alles findet—dann in alten Atlanten. In alten Folianten die alle Orte, wo je Deutsch gesprochen wurde, auflisten; nichts nirgends nada! Daraufhin habe ich meine Recherchen auf Nord und Südamerika erweitert wo ja Auswanderer oft neue Orte unter altem Namen gegründet hatten, auch Fehlanzeige. Aber irgendwo muss dieser spezielle Ort doch sein, so viele berühmte Menschen sind ja dort gestorben.                                                                               Zum Beweis hier die, leider unvollständige, Liste.

Peter Falk –Amerikanischer Schauspieler /Friedrich Nitzsche –Philosoph und Dichter/Vladimir Ilijitsch Uljanov genannt Lenin—Politiker/Karl VI.König v.Frankreich / Niklaus Lenau Poet aus Österreich/ Guy de Maupassant—Schriftsteller  Frankreich/Robert Schumann—Deutscher Komponist / Friedrich Hölderlin—Poet aus Tübingen Deutschland/Jonathan Swift—Irischer Pfarrer und Schriftsteller/Emanuel Schikaneder—Deutsch Österreichischer Schmierenkomödiant und Libretto Dichter/

Ja all diese berühmten Persönlichkeiten und tausende mehr sind dort gestorben, denn alle ihre Lebensläufe enden, ohne jede Ausnahme mit:                                                                                  „gestorben in Geistigerumnachtung!“ und diesen Ort finde ich einfach, trotz Jahrelangen Suchens, nicht. 


Donnerstag, 6. November 2014

Nötigung ? oder Erziehung ?

Es war in den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in La Chaux-de-Fonds einer mittelgrosse Stadt im Neuenburger Jura. Einige Ärzte, Gynäkologen aber auch Allgemeinpraktiker machten, gegen gutes Geld, die damals noch illegalen Abtreibungen. Es ging natürlich nicht um das liebe Geld, nein sie halfen ja nur armen verirrten unverheirateten Fräuleins, die wohl das Vergnügen aber nicht die Konsequenzen haben wollten. Viele dieser armen Dinger kamen aus dem benachbarten Frankreich; für diese jungen Frauen waren die üblichen neunhundert Franken ein Vermögen. Damals verdiente ein Arbeiter in der Fabrik sechs bis siebenhundert pro Monat.                                                   Nun erzähle ich eine leider nicht erfundene Geschichte die kurz vor Weihnacht im Jahr Vierundsechzig passiert ist.   Es war KEIN Gynäkologe, denn die Gynäkologen die Abtrieben, und damit viel Geld kassierten, machten es in der Klinik, sauber und professionell!! Die junge Frau, sehr junge Frau, der heute jeder geholfen hätte da sie von ihrem eigenen Vater geschwängert worden war, kam mit erbettelten neunhundert Franken zu einem, na ja? Arzt .Er war alt und nicht sehr vertrauenerweckend, die Praxis war düster und alt. Sie kam alleine denn sie kannte niemanden der ihr helfen und sie begleiten konnte. Unfreundlich wurde sie nicht rein-gebeten sondern rein-befohlen. Erst das Geld, es wurde gezählt neunhundert dann Unterhose ausziehen und hopp auf den gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Die Prozedur begann ohne Schmerzlinderung, nach etwa gefühlten zehn Minuten zieht der Arzt die Handschuhe aus und sagt „es ist schwieriger als sonst üblich, ich brauche dreihundert mehr sonst kann ich nicht weitermachen“. Die Patientin weinte, bettelte sie hatte kein Geld mehr. Umsonst! Nachdem sie einen Schuldschein unterschrieben hatte wurde die Schlächterei beendet. Wenn sie nicht mit dem Geld kommen oder jemandem etwas sagen würde, kommen  sie ins Gefängnis, mir passiert nichts verstanden? sie haben abgetrieben, sie sind strafbar. Als die Frau für ein Taxi telefonieren wollte sagte der Arzt nicht bei mir da unten hundert Meter weiter ist eine Kabine, freundlicher Weise gab er ihr  etwas Kleingeld fürs Telefonieren.             Der Taxifahrer kam, sie wollte zum Bahnhof aber er  brachte die blutende und bald bewusstlose Frau ins Spital, sie weigerte sich den Namen des Pfuschers zu nennen.                                                     Alle Ärzte der Stadt wussten es, Behörden waren schon lange informiert, trotzdem hat dieser Arzt hat noch jahrelang „praktiziert“.

Mittwoch, 5. November 2014

Sadistischer Doktor

Er war ein kleiner glatzköpfiger immer süss—süffisant lächelnder nicht mehr junger Mann. Er war Arzt, Hautarzt  Doktor X  der vor allem Krampfadern als lukrative Einkommensquelle entdeckt hatte. Er strippte, verödete und operierte jede noch so kleine Krampfader, selbst harmlose Besenreiter waren vor ihm nicht sicher. Alles was Geld bringen konnte wurde vor ihm und seinen Therapien rücksichtslos ins Visier genommen. Er hatte sich auch ein Netz von Zuweisern, unter seinen Kollegen, geschaffen, die es nicht zu bereuen hatten ihn mit Patientinnen und Patienten zu versorgen. “Manus lavat Manum“ ja er und seine Kollegen gehörten  zur Generation die noch Latein brauchte um zum Medizinstudium zugelassen zu werden. Eines Tages fragte ihn ein  Ärztebesucher der ihn regelmässig für seine Firma besuchte und den er schon lange kannte, ob er mit seinem fünf jährigen Sohn kommen könne um ein Nävus zu zeigen. Sehr gerne, kommen sie einfach vorbei wann sie wollen. Noch am selben Tag gegen Abend kam er, mit seiner Frau und dem Kleinen, in die Praxis. Der sonst ja immer lächelnde Arzt machte ein sehr besorgtes Gesicht schnitt den Nävus heraus um das Präparat ins Labor zur histologischen Untersuchung zu schicken. Doktor X sagte „es sieht nicht gut aus, aber die Untersuchung wird Klarheit bringen, kommen sie bitte am Montag nach elf Uhr in die Praxis dann ist die Post mit dem Resultat der Untersuchung da. Am Montag so gegen elfuhrdreissig kam der Vater, nach einem angsterfüllten Wochenende, zur Praxis .Mit Schreck und Wut las er den Aushang: Praxis wegen Ferien bis Ende August geschlossen; das waren sechs Wochen! Durch seinen Beruf kannte er viele Ärzte; mit der Hilfe einiger verständnisvoller Ärzte  war es möglich das Labor, zu dem Doktor X seine Histologischen Untersuchungen zu schicken pflegte, ausfindig zu machen. Das Resultat der Untersuchung wurde, nach Intervention des Amtsarztes, herausgegeben. Es war ganz normales Nävusgewebe. Am ersten Arbeitstag im September war der Vater in der Praxis von Doktor X. der ihn süss lächelnd mit folgenden Worten begrüsste „ gute Nachricht alles ist normal“.   Dass Doktor X kurz darauf notfallmässig ins Spital musste, weil er brutal zusammengeschlagen worden war, wurde verschwiegen, es wurde auch nicht gegen den Vater geklagt!  Eigentlich komisch oder eher logisch?                                                                             Später hat er erfahren dass Doktor X schon immer eine sadistische Freude an solchen „Spielchen „ hatte, es war ihm eine grosse Genugtuung dem Arzt dies Freude genommen zu haben.

Dienstag, 4. November 2014

Die lieben kleinen Tierchen

Sie hatte sich  endlich ihren Traum erfüllt, und dies eigentlich durch Verkettung mehrere Zufälle. Erster Zufall, sie hatte die Nase voll und ihren Job hingeschmissen, zweiter Zufall, sie hatte die Nase voll von ihrem Partner und entschied sich weit  weg einen neuen Job zu suchen. Inzwischen hatte sie eine neue Beziehung keine ganz einfache aber spannende Beziehung; gibt es eigentlich einfache Beziehungen die auch noch spannend sind? Wohl eher nicht. Ach ja nun zum erfüllten Traum, halt! erst noch zum Job, es war etwas ganz neues, ein echter Challenge, sie wusste nicht wo sie den Mut gefunden hatte sich bei einer Weinfirma zu bewerben. Sie hatte keine kaufmännische Ausbildung, Wein trank sie zwar gerne, konnte sich aber nicht vormachen sehr viel darüber zu wissen—aber lernen –das wollte sie. Auf jeden Fall hatte es mit dem neuen Chef auf Anhieb gefunkt, es war ihre starke Persönlichkeit und ihr manifester eiserner Wille Erfolg zu haben der den Ausschlag gab, den Chef überzeugte, es mit ihr zu versuchen. Und jetzt zum Traum, ja der Zufall wollte es das neben der Firma, keine zwei Minuten zu Fuss, ein Reihenhaus zu vermieten war! Und das war ja schon lange ihr Traum, eigene vier Wände mit Dach und Garten und Keller und Licht und fünf Minuten zum See und und und, Absolut genial! Es sprengte zwar ihr Budget, aber was soll’s so etwas findet man sonst nirgends, da wo sie herkam war so ein Haus nicht bezahlbar. Es hatte sich recht bald bei Freunden und vor allem bei neugierigen Bekannten herumgesprochen, dass sie in einem Haus wohnte, also meldeten sich viele, aus Neugier und Neid, um zu spionieren. Ja es war ihr bald klar dass einige Bekannte aus der Zeit mit ihrem Ex Freund in dessen Auftrag Erkundigungen einziehen wollten. Und so kam es das eines Abends, sie hatte sich eben mit ihrem Freund zum Apéro auf die kleine Terrasse gesetzt, an der Haustür geklingelt wurde. Es war ein befreundetes Paar aus ihrem alten Leben. Eigentlich waren es Freunde von ihrem Ex die sie nie so richtig hatte leiden mögen .Sie seien ganz zufällig hier in der Gegend vorbeigefahren und hätten sich gesagt, ach wir könnten mal die Ex von unserem Freund besuchen.  Sie luden sich  praktisch zum Essen ein, sie hätten  Brot Wurst Rauchfisch und Käse und natürlich Wein dabei. Sie waren ja Besitzer eines kleinen Weinladens. Es wurde ein—na ja—ganz netter Abend. Da sie viel fragten merkte man sofort dass sie im Auftrag des Ex da waren. Es wurde viel getrunken und man kam nicht umhin ein Zimmer anzubieten, man hatte schliesslich ein ganzes Haus  mit fünf Zimmern zur Verfügung.                                                        Komisch wie die da unten rumtoben meinte sie zu ihrem schon halb schlafenden Freund. Am nächsten Morgen bei einem improvisierten Frühstück beklagten sich die ungebetenen Gäste im empörten Worten, sie hätten kaum geschlafen wegen der vielen Stechmücken. Der Abschied war unterkühlt. Ihre Wut riesig als sie im Gästezimmer die vielen Blutflecke der gekillten Mücken an der einst weissen Wand sah. Die Einladung zu einem Essen, Weinseminar mit Degustation und Übernachtung für alle beide die des Nachts mehrmals versprochen wurde,  kam komischerweise nie—es war wohl nicht im Sinne des EX--.


Montag, 3. November 2014

Vom Risiko Erbonkel zu sein Vom Risiko Erbonkel zu sein

Willibald war Lisas  Grossonkel und sie war seine einzige Verwandte, seit ihre Eltern vor einigen Jahren nicht von einer Kreuzfahrt zurückgekommen waren. Die Reise war zur silbernen Hochzeit organisiert worden, auch ihre Grosseltern waren dabei ums Leben gekommen; zwei Generationen von Mutters Seite tot, ausgestorben. Da der Vater Waise gewesen war hatte sie sonst keine Verwandte, eben nur Willibald den sie ab und zu an Sonntagen zum Mittagstisch einlud, halb aus Verpflichtung halb aus Berechnung. Denn Willibald war nach einem abenteuerlichen Leben von dem man nur wusste dass er lange Jahre in Südamerika und in Südost Asien verbracht hatte, als reicher Mann zurück in die Schweiz in die Nähe seiner Schwester gezogen .Er hatte, soviel sie wusste, immer allein gelebt und das sollte auch so bleiben. Vor einigen Monaten hatte sich der Onkel die Hüfte gebrochen er war im Keller auf einen wackligen alten Schemel gestiegen um eine vergessene Flasche Wein zu holen—ja nicht vergessen—eher für einen besonderen Anlass reserviert. Der Anlass war ihr dreissigster Geburtstag gewesen und so war sie es die ihn mit gebrochener Hüfte in die Klinik bringen musste; statt mit Willibald Foie Gras und die schöne Flasche Yquem, die sich nicht die Hüfte sondern den Hals gebrochen hatte, zu geniessen.  Willibald kam von der Klinik erst mal zur Reha, einer Luxuriösen Reha .Eigentlich ein Schloss in einem schönen Park idyllisch direkt am See  gelegen. Sie besuchte Willibald oft abends  in seiner Luxus Reha, denn er  dinierte gerne mit ihr im schönen Speisesaal und sie musste dann zuhause nicht mehr kochen. Willibald war in dieser kurzen Zeit, wohl durch dem Schock etwas seltsam geworden, na ja mit über achtzig auch kein Wunder.Er kam nicht etwa alleine nach Hause, nein er hatte eine Pflegerin die sich sehr  liebevoll um ihn kümmerte. Für Lisas Geschmack zu liebevoll! An den Wochenenden war die Pflegerin aber nicht da, denn sie hatte zwar keinen Mann aber zwei Söhne zu versorgen .Deshalb kümmerte sich dann Lisa um ihren Willibald ,so konnte sie auch in dem grossen Haus zum Rechten sehen und in Ruhe rumstöbern.  Sie fand viele Belege über den zu erwartenden Nachlass. Dies motivierte sie  zu überlegen was sie gegen die ach so nette hübsche Pflegekraft tun musste.Lisa war Historikerin und unterrichtete in „der“ Privatschule am Bodensee. Also dachte sie an Karl VI. den Kaiser der 1740 an einer Pilzvergiftung gestorben war. Es war Herbst, Willibald liebte Pilze, die Pflegerin war eine sehr gute Köchin…. Vom reinen Gedankenspiel zur Ausführung war nur ein Schritt, Lisa tat ihn resolut. Sie fand drei hübsche kleine grüne Knollenblätterpilze; rief die alte Pilz-Frau die sie schon als Kind gekannt hatte, kaufte ihr alles ab, mischte die Pilze und bereitete sie  vor. Kurz abgebrüht waren sie bereit für ein Pilz Omelett Willibalds Leibspeise. Am Montag war Lisa  in der Schule als die Pflegerin das Mittagsessen für Willibald und sich selbst zubereitete.  Willibald  hatte ihr gesagt dass seine Pilz-Frau da gewesen und Pilze gebracht hatte , die  Lisa  schon geputzt und vorgekocht habe. Das Mahl schmeckte vorzüglich war allerdings für beide das letzte.                                                          Willibald starb schon auf dem Weg ins Krankenhaus, sein geschwächter Kreislauf ertrug den starken Durchfall nicht; die nette Pflegerin konnte auch nicht gerettet werden.  Die beiden noch jungen Söhne waren mit Lisa die einzigen Trauernden am Grab der netten Pflegerin,  ihrer Mutter. Dann musste Lisa zur zweiten Beerdigung eilen.

Sonntag, 2. November 2014

Eheidylle

Ich erinnere mich an die Geschichte, die leider erlebte Geschichte, eines befreundeten Ehepaares. Es war im Sommer auf der Reise in die Ferien, ins heimatliche Italien. Im Auto, damals noch ohne Klimaanlage, Eltern zwei kleine Kinder und Oma, die Schwiegermutter meines Freundes. Alle hatten Durst und mussten mal, auch die Windeln—noch aus Stoff—mussten gewechselt werden. Beim Weiterfahren war es dann recht ruhig im Auto, zu ruhig. Plötzlich fragte mein Freund seine dösende Frau „wo ist deine Mutter“?? Ja die Mutter war an der Raststätte vergessen worden.   Die Ferienstimmung war für den Rest der drei Wochen, besonders da man ja zur Familie der „Vergessenen „ fuhr, gründlich versaut. Schuld war natürlich er, denn  der Fahrer musste sehen ob alle da waren, seine Frau hatte mit den Kindern schon genug am Hals. Sicher hatte er es absichtlich gemacht? er hatte die Schwiegermutter nie gemocht.                                                  Einige Jahre danach wollte sich  mein Freund von seiner Frau trennen, er ertrug ihre krankhafte Eifersucht und ihre ständigen Kontrollen, schon seit langem, nicht mehr. Er war Arzt mit eigener Praxis seine Frau arbeitete seit Anfang an mit in der Praxis,  trotz der Kinder, die sie lieber fremd betreuen liess, um ihn und alles zu Überwachen .Wenn er eine Patientin untersuchte kam sie unaufgefordert ins Untersuchungszimmer um ihn ja nie mit einer Frau alleine zu lassen.Machte er Hausbesuche kontrollierte sie die Route durch Anrufe bei den Patienten.Damit zeigte sie ihm dass ihr Charakter dem ihrer Mutter in nichts nachstand. Du bist ein Schwein, ich habe in der Fabrik geschuftet um dir das Studium zu finanzieren und jetzt willst du mich mit deinen Kindern sitzenlassen. Aussagen wie: wenn du mich verlässt töte ich deine Kinder und dann mich selbst, dann kannst du ja mit einer“ Puttana“ glücklich werden setzte sie ihn immer mehr unter Druck. Dass er eine Freundin hatte wusste seine Frau nicht, sie ahnte es, aber eben sie wusste nicht wer sie war. Die „Puttana“ war übrigens ihre beste Freundin gewesen. Eben gewesen. Denn auch sie die “Puttana „war verheiratet und hatte zwei Kinder. Ihr Mann war ein Nörgler, introvertiert, rachsüchtig und einfach zum Kotzen.   Seit vielen Jahren waren diese beiden Paare die besten Freunde und verbrachten viel Freizeit zusammen. Dass keiner,der vielen Freunde, bemerkt hatte,dass sich die Zwei ineinander verliebt hatten , grenzt an ein Wunder. Aber erst als Beide zur selben Zeit spurlos verschwunden waren kam die Wahrheit ans Licht. Das Auto meines Freundes wurde, nach einigen Tagen, verlassen am Bahnhof gefunden.  Geld kam zwar für den Unterhalt der Kinder, aber anonym über ein Notariat, kein Absender. Jahre später kam er aus Neuseeland zurück und eröffnete mit der „Puttana“ zusammen eine Praxis in Lugano.  Als ich eines Abends mit ihm und der „Puttana“  die inzwischen seine Frau geworden war, beim Essen sass, sagte er mir: es war Notwehr, ich hätte sie sonst sicherlich umgebracht.    Dann erzählten beide die filmreife Flucht über Paris, London, New York mit Taxi wechsel etc. Alles weil er fürchtete seit langem überwacht und jetzt sogar verfolgt zu werden.  

Samstag, 1. November 2014

Konzert

Er hatte sich sehr auf dieses Konzert gefreut, es ist ja nicht alltäglich, dass so ein Star der internationalen Musikszene in einer kleinen Grossstadt oder doch eher einer grossen Kleinstadt auftritt. Er hatte auch, als Förderer des Musikvereins, einen sehr guten Platz erhalten. Das Programm war äusserst  attraktiv. Kurz vor Beginn, kam eine Kleinfamilie Mutter Vater und leider auch ein etwa sechsjähriger Sohn, die sich auf die drei letzten freien Plätze genau vor ihm setzten; was heisst hier setzten—nein sich hinlümmelten—und dann während das Konzert begann, noch einige Male die Plätze tauschten .Mal wollte das kleine Biest zwischen den Eltern mal links mal rechts sitzen. Es wurde geredet, rumgezappelt ja einfach ständig gestört. Nach dem ersten Stück ging es weiter wie gehabt, sodass  aus der Freude eine Qual wurde. Sowohl seine  ermahnenden Blicke, auch die Reaktionen anderer Zuhörer blitzten an dem Egoismus und der Dummheit dieser Familie völlig ab. Da er an Klaustrophobie litt und wusste dass Mord –auch im Affekt—mit Gefängnis bestraft wird, verzichtete er nach der Pause auf den zweiten Teil des Konzerts und ging, aus Frust in das nahegelegene Luxusrestaurant wo er sich ein gutes Essen mit einer Flasche Haut-Brion gönnte.