Samstag, 15. November 2014

Betrug, Nötigung, sanfte Bettelei oder nie verbalisierte Erpressung?

Was man so erleben und einstecken muss in fünfzig Jahren Pharmaaussendienst! Es ist kaum zu glauben wie sich manche, oder einige, oder zu viele Ärzte, den Pharmareferenten gegenüber, benehmen. Mürrisch empfangen zu werden ist zwar noch verständlich aber beschimpfen lässt  sich sicher keiner gerne, insbesondere wenn es von einem Kunden kommt der ja glaubt immer im  Recht zu sein  und dem man nicht oder kaum widersprechen darf! Komischerweise kommen Vorwürfe wie—die Pharmafirmen wollen nur so viel Geld wie möglich machen—sind nur auf Profit aus—verkaufen wissentlich wirkungsloses Zeug—usw. von den Ärzten die die grössten Abzocker sind. Weil sie viel zu viel Labor und Röntgen machen, zu lange Konsultationen aufschreiben, nicht erbrachte, für den Laien unerkennbare, Leistungen verrechnen, das teuerste Material verrechnen aber billigstes verwenden und bei Haus-Besuchen das Kilometergeld optimieren. Es sind auch dieselben die sagen: was bringen sie mir als Geschenk, die Zeit die ich mit einem Vertreter verbringe muss sich finanziell lohnen, in der Zeit könnte ich einen Patienten mehr behandeln, ich werde der Firma eine Rechnung stellen, oder auch, sie müssen mir eine Kongressreis  bezahlen.                                               Als Beispiel dient ein Urologe in der Westschweiz, er kam in den Sechzigerjahren  aus einem kommunistischen Staat im Balkan, hat aber den Kapitalismus extrem schnell verstanden, sagte er doch allen Pharmareferenten: „ich verschreibe nur noch Medikamente der Firmen die mir einen Anteil an meine Kongressreise zum Europäischen Urologie Kongress (den er aber nie besuchte) bezahlen“. Was er wollte war einen jährlich wiederkehrenden Barscheck!! ich organisiere meine Kongressreise selbst, ihr habt keine Arbeit damit deshalb könntet ihr gerne mehr bezahlen.             Ein anderes typisches Beispiel: an einem Kongress (welcher wird nicht gesagt) sagt ein guter Kunde und Chefarzt zum Pharma-Mensch (Frauen sind Pharma-Schlampen):heute ist nichts Interessantes am Kongress zu hören, zeigen sie mir Paris, und finden sie Konzertkarten für heute Abend! Als der Pharma-Mensch auf dem Montmartre in einem Souvenir-Shop ein Paar Ansichtskarten kaufte, kam der Chefarzt mit einem grossen Stapel Ansichtskarten „können sie das für mich erledigen, mit Briefmarken denn ich muss vielen schreiben“. Als daraufhin der Pharma-Mensch sagte er könne es wohl bezahlen, der Firma aber nicht verrechnen, kam die lakonische Antwort „ sie finden sicher einen Weg“. Klar bezahlte der Pharma-Mensch die Karten und Briefmarken… wie heisst es im bekannten Wienerwalzer  –immer nur lächeln und immer vergnügt —                                                                                                                                                                                                 Vor vielen Jahren, ich war noch sehr jung, kam ein Arzt aus Basel in den Waadtländer  Jura .Er hatte längere Zeit bei eine Basler Pharma-Firma gearbeitet. Er übernahm eine verwaiste Praxis  in einer Kleinst-Stadt. Sein Französisch war nicht allzu gut darum freute er sich immer sehr wenn ich kam, denn dann konnte er Deutsch, nein sogar Schweizerdeutsch, reden. Ein Vertrauensverhältnis war schnell da, sodass er mir schon bald seine Lebensphilosophie darlegte.  Er sei mit seiner Frau, die aus diskretionsgründen, allein in der Praxis mitarbeitete, hierhergekommen um schnell viel Geld zu verdienen. Sobald er genug verdient habe um sich ein Haus am Meer, in Südfrankreich, und eins in einem Walliser Skigebiet zu kaufen, gehe er zurück in seine alte Firma, denn bis dann würde sein Ex- Vorgesetzter endlich in den Ruhestand gegangen sein und ihm sei, von dem obersten Chef, diese Kader- Stelle versprochen.  In seiner dummen Überheblichkeit hat er mir aufs Genauste seine Betrügereien erklärt. Für Injektionen, die einzigen Medikamente die er den Patienten oder deren Krankenkassen verrechnen konnte, alles andere musste er verschreiben, kaufe er das billigste Nachahmer Präparat ein, aber verrechnet würde das teuerste von den Kassen bezahlte Produkt. Er erklärte mir dies am Beispiel von Kortison folgendermassen: „ich spritze das Generikum das ich achtzig Rappen bezahle und verrechne das was du verkaufst, das bessere, für vierzehn Franken, das lohnt sich wirklich. Röntgenbilder sind auch sehr gut bezahlt und die Kassen kontrollieren nie ob man die Bilder wirklich schiesst Ha Ha Ha.   Aber auch Labor bringt sehr viel ein,ob man es macht oder nur verrechnet. Nach drei Jahren hat er die Praxis mit viel Gewinn an einen Bulgarischen Kollegen verkauft, inklusiv Geschäftsmethode. Dieser Arzt war weniger clever, er wurde bald beim Betrügen erwischt. Er aber hatte seine Häuser und ging zurück an den schönen Rhein, nach Basel, wo sein Chefsessel noch nicht von dem, in Rente gegangenen Vorgänger, erkaltet war .                       Nun eine eher brutale, leider, wahre Geschichte. Ein älterer Arzt aus Süddeutschland hatte im Jura eine Praxis übernommen es war die einzige Praxis im Ort und er betreute auch ein recht grosses Altersheim. Die Firma für die ich damals unterwegs war verkaufte unter vielem anderen auch das Krebsmittel Endoxan .Es muss auch noch gesagt werden dass dieser Arzt auch Medikaments selbst abgeben konnte  da im Ort keine Apotheke war .Nun fiel mir auf ,das seit einiger Zeit grosse Mengen Endoxan Tabletten bestellt wurden ;monatlich fünfzig Packungen. Und da machte ich einen unverzeihlichen, grossen, Fehler. Ich besuchte den alten Arzt, bedankte mich für die Bestellungen und fragte wie er die vielen Packungen einsetze. Seine Antwort war überraschend „es verhindert doch Krebs nicht wahr“ mein Fehler war, ihn über Risiken und Nebenwirkungen sowie Vorsichtsmassnahmen wie regelmässige Blutkontrollen zu informieren.  „Das ist viel zu kompliziert“ sagte er. Und das war das Ende der grossen Bestellungen, die Katastrophe für meinen Umsatz, aber, so hoffte ich damals, eine Lebens Verlängerung für mehrere alte Heiminsassen.                                 In Lausanne gab es einen Arzt einen sogenannten „Docteur Seringue“ Spritzendoktor, wo immer möglich therapierte er mit Injektionen. Die Firma für die ich damals arbeitete hatte mehrheitlich Medikamente die man injizieren musste; zwei bis dreimal pro Woche über Monate. Das hatte grosse Vorteile für die Kasse—nein nicht die Krankenkasse—die des Arztes. Anstatt diese Injektionen von der Praxishilfe machen zu lassen machte er jede Injektion selbst und verrechnete natürlich eine Konsultation; seine Begründung „ich muss doch den Krankheitsverlauf kontrollieren! Dazu machte er bei den Patienten die ein Arthrose Mittel bekamen regelmässige Röntgenbilder zur Verlaufskontrolle. Einen Teil der Ampullen lagerte er an einem kalten Ort somit schmerzten die Injektionen; dies sei bei vielen Patienten gut dann wirken die Kuren auch besser!                                                                    Ein anderer Arzt hatte Probleme mit den Kassen, denn er verrechnete vierundzwanzig Konsultationen nach einer Zehennagel Behandlung. Der Patient kam drei Mal wöchentlich für Kamillen-Fussbäder in die Praxis, der Arzt kontrollierte jedes Mal und verrechnete natürlich eine Konsultation. Seine Antwort an die Kasse „ es ist ja ein Bauer, da ist die Hygiene für das Fussbad und Verband nicht gewährleistet,!!                                                                                                   Dann gibt es die Kunden vor allem in Spitälern die grosse Mengen Produkte verwenden, das sind gewisse!!! Chef und Leitende Ärzte zum Teil auch Oberärzte die stereotyp dasselbe fragen: was habe ich oder was hat die Abteilung davon dass wir bei ihrer Firma kaufen? Welches sind die Nebenleistungen neben den Rabatten die sie dem Spitalapotheker geben. Und wenn diese Abteilungen schon Kunde sind und teils seit längerer Zeit kaufen, kommen sogenannte Sponsoring - Anfragen manchmal nett ,oft aber eher fordernd mit subliminaler Betonung  : es gibt ja auch andere Firmen ,sind sie glücklich mit uns als Kunde, was tun sie anderswo um die Kunden zu binden? Häufig auch: ihre Mitbewerber sind auch sehr nett, äusserst  aktiv, inventiv, tun viel mehr als ihr für die Abteilung und sind  grosszügig mit tollen Angeboten etc. Sie verkaufen doch viel in der Uni-Klinik, womit haben sie das „Erkauft“?                                                                                                 Es gibt aber auch Rachemomente wo einen geplagten Pharmareferenten das Herz schon höher schlagen kann!                                                                                                                                     Und hier die Geschichte dazu.   Es war in einer Stadt in der französischen Schweiz, wo spielt keine Rolle. Ein Arzt, der allen Pharma-Mitarbeitern schon in seiner Zeit als Assistentsarzt in den Spitälern der Westschweiz seine politische Einstellung—er war Kommunist—dargelegt hatte und auf die böse kapitalistische Industrie schimpfte, die ja eigentlich verstaatlicht werden sollte, war plötzlich Chefarzt einer geriatrischen Gemeinde-Klinik geworden. Der sozialistische Politiker der dem Gesundheits-Departement vorstand hatte ihn, ohne eine öffentliche Ausschreibung, ernannt. Solcher Nepotismus ist ja in allen politischen Parteien gang und gäbe.  Er sagte allen Pharmareferenten bei ihrem ersten Kontakt, dass er keine Besuche wünsche, er habe wissenschaftlichere Informationsquellen, er nehme nie solch tendenziöses Werbematerial entgegen. Nun wurde ihm, von seinen Kollegen, den Geriatern, der ehrenhafte Auftrag erteilt, den Geriatrie Kongress  in seiner Klinik zu organisieren; es wurden dazu alle „Grundversorger“ eingeladen. Da es üblich ist dass die Pharmafirmen an solchen Kongressen Stände aufstellen, für die natürlich viel Geld zu bezahlen ist, um dem Kongress zu  finanzieren, machte er ein bettel- Rundschreiben an alle Firmen. Weil die Firmen immer den Aussendienst der entsprechenden Region befragen und alle sich einig waren, wurde der Kongress ohne die Industriegelder zum grossen Flopp.  Ärzte werden sicher nicht aus der eigenen Tasche für Essen und sonstige Spesen aufkommen wollen, ganz im Gegenteil durch die Präsenz der Pharma- Vertreter kann man sich ja schon mal zu einem guten Essen einladen lassen; aber eben dies eine Mal war kein Pharma-Mensch zu sehen und der eigene Geldbeutel der sonst immer hermetisch verschlossen bleibt musste geöffnet werden. Der Organisator aber erntete nur Spott aber kein Lob.                                                                                                                                                      Ach ja da erinnere ich mich auch an einige nette, freundliche, hilfsbereite Ärzte, die vor lauter Freundlichkeit sehr lustige Situationen hervorriefen. Ich bespreche ein neues Medikament, erst seit einigen Tagen im Handel, und der Arzt sagt mir: “oh ja damit hatte ich mehrmals sehr gute Erfolge“ das war doch wirklich nett wie er mir Freude machen wollte. Ein anderer sagte sogar:  ich verschreibe viel Robapharm( so hiess die Firma in der ich damals arbeitete) sicher täglich, ich habe ihn nicht gefragt welches Produkt, sein Schweigen wäre doch allzu peinlich gewesen.  Da man seit den siebziger Jahren durch die Marktforschungsinstitute genau sieht was in einem Gebiet verschrieben wird, ist es auch sehr lustig wenn ein Arzt behauptet etwas täglich mehrmals zu verschreiben ,wenn es in diesem Gebiet nie verkauft wir. Soviel zur Glaubwürdigkeit der Aussagen. An grossen internationalen Kongressen, wo die Ärzte Punkte sammeln müssen ,oft mit aufliegenden Coupons, um ihre obligate Weiterbildung zu belegen, haben mich schon einige Kunden gebeten, weil sie früher abreisen mussten, Coupons für sie zu sammeln! Glücklicherweise hatte ich—zur ihrer grossen Enttäuschung—mit meinem Aussteller-Badge keinen Zugang zu den Vortragssälen, konnte somit diesen Sklavendienst nicht ausführen.                                                                                          Es gäbe noch sehr viel zu erzählen, oft werden Spionageaufträge gegeben,: wie viele Untersuchungen macht die Konkurrenz? wie verrechnen die anderen diese Untersuchung, stimmt es dass………… ich vertraue dir und nur dir etwas an, wird allen gesagt, und alle haben das Vertrauen missbraucht wenn das Geheimnis  publik wird ….oder warum haben sie schlecht über mich gesprochen…... oder auch: könntest du dies Gerücht streuen…. Ja der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber trotz allem ,es war ein schöner Beruf da ein Grossteil der Kunden höflich, angenehm ja gar liebenswürdig war ,aber  die negativen Beispiele  prägen sich viel mehr im Gedächtnis ein.

Freitag, 14. November 2014

Verführung Minderjähriger ?

Sie waren ein eigenartiges Gespann, gut achtzehn Jahre trennten sie voneinander, man sah es, doch der Altersunterschied schien wesentlich geringer zu sein. Ja er, nennen wir in Jean-Pierre, war noch keine fünfzehn sah aber eher wie zwanzig aus, sie Ingeborg war knapp dreiunddreissig sah aber wesentlich jünger aus, na ja, so etwa Mitte zwanzig. Jean-Pierre trug, wie  damals üblich, meist Anzug und Schlips, er war der Verführer, er hatte fast ein Jahr gebraucht um sie dazu zubringen ihren Widerstand aufzugeben. Fast acht Jahre, das ist in dieser Altersgruppe eine sehr lange Zeit, dauerte dieses Verhältnis. Es war für alle beide sehr bereichernd, aber je länger diese aussergewöhnliche Liebe, ja es war Liebe, dauerte, desto sichtbarer war auch der Altersunterschied. War es zu Beginn problemlos zusammen in Museen, Theater, Kinos und Restaurants zu gehen—Hotel war zu dieser Zeit ohne Trauschein undenkbar—wurden mit der Zeit missbilligende Blicke immer häufiger, sodass  ihre Begegnungen auf die Wohnung von Ingeborg beschränken war.                                               Das Studium von Jean-Pierre das er schon mit knapp neunzehn Jahren begann nahm ihn sehr in Anspruch, er hatte kaum noch Zeit für Liebe und Zärtlichkeit. Wenn er kam wollte er „kommen“. Sex guten Sex und, immer wieder Sex dazwischen etwas zu essen und schon musste er wieder weg. Er lebte noch bei seinen Eltern mit sechs Geschwistern, er war der zweitälteste und es war nicht möglich den Eltern oder Geschwistern sein Liebesverhältnis zu erzählen, mit Ausnahme seiner grossen Schwester. Diese Schwester fand es sehr aufregend, wollte alles über das Verhältnis wissen, besonders natürlich alles was dem Sex betraf; reagierte dann aber mit einer Mischung aus Scheu Angst und Gier. Eines Sonntags beim Familienfrühstück sagte ihm seine Mutter vor allen anwesenden „du bist ein Schwein, du könntest auch wieder mal duschen, dein Badetuch ist seit einer Woche nicht benutzt worden“ woraufhin Jean-Pierre antwortete „ich dusche immer bei meiner Freundin nach dem Liebe machen“. Mutters –du Angeber—wurde vom Gelächter der ganzen Tischrunde übertönt, nur die grosse Schwester lächelte vielwissend. Nun zurück zum Paar Ingeborg und Jean-Pierre, die Begegnungen wurden von beiden Seiten immer problematischer, aber keiner hatte den Mut eine Entscheidung herbeizuführen. Und da kam das Schicksal zu Hilfe. Ingeborgs Mutter starb und der gebrechliche Vater musste versorgt werden, also gab sie ihre Stelle in der Schweiz auf und ging zurück in ihre Schwarzwald-Heimat. Damit schlief die Beziehung sanft ein. Nur die zärtliche Erinnerung an diese aussergewöhnliche Begleitung während der Pubertät, ja die, blieb bestehen.

Donnerstag, 13. November 2014

Er/Sie/Er/Sie/Es ??? So was ?

Er fühlte sich schon als Kind nicht richtig wohl in seiner Haut, verstand aber noch nicht warum. Glücklich war er nur wenn er alleine mit seiner Mutter zusammen spielen konnte .Seine Lieblingsspiele waren alles was, wie er wusste, sonst die Mädchen gerne spielten. Puppen, Stofftiere, Seilspringen Hüpfen zog er den für ihn brutaleren Spielen wie, Fussball Cowboy Räuber und Polizist, vor. Aussehen tat er aber wie ein Junge, er war auch ein Junge, glaubte er.Bei seiner Geburt allerdings war es nicht ganz klar ob Mädchen oder eben doch Bub; man entschied wie damals die Praxis es wollte: Bub.    Er wurde von den Ärzten auf Bub getrimmt; so war das üblich damals, wohl leider oft auch noch heute. Sein „Kleiner „war sehr klein und, was schlimmer war, blieb klein. In der Schule musste er immer aufpassen, dass er beim Pipi alleine war, beim Baden war es schwierig sich so umzuziehen dass keiner was sehen konnte. Er machte seine Mutter verrückt denn er trug nur Hemden die lang genug waren seine „ Schande“  zu verdecken, weder T-Shirts noch die so praktischen Polos  wollte er. Diese Scham war noch wage bis zum Biologieunterricht wo ihm vieles klar wurde, er hatte keine Hoden! Warum wie konnte das sein? er war doch ein Knabe, Buben hatten doch Hoden, er hatte es oft gesehen alle hatten Hoden und einen richtigen Penis, nicht ein kleines Ding wie er. Es kam, trotz Scham und grossen Hemmungen, zum Gespräch mit der allein erziehenden Mutter, ja einen Vater gab es nicht, auch das war ein bedrückendes Geheimnis worüber er nie aber auch gar nie reden durfte.  Nun zu seinem Problem die Mutter erklärte ihm ihr damaliges Dilemma. Sie musste  in so jungen Jahren, sie war gerademal neunzehn Jahre alt damals, alleine alle Entscheidungen  treffen. Ausserdem sei sie ja so froh dass sie mit ihm zusammen bleiben konnte. Ihre Grossmutter—nicht ihre Eltern—hatte sie beide aufgenommen  womit die sonst übliche Zwangswegnahme des Kindes verhindert werden konnte. Weisst du, ich wurde vor die Tatsche gestellt dass dein Geschlecht unklar war, aber ich wusste damals nicht was das bedeutete. Ich vermutete, nein ich glaubte, dass die Ärzte  ja sicher Erfahrung mit so was hatten.Woraufhin der Bub ausrief „ ich bin in Deinen Augen ein  „ SO WAS!!“                                                                           Die Probleme blieben, der Sohn bestand mit Bravour die Matura. Dann musste er zur sogenannten „Aushebung“ um als Rekrut zur Armee einberufen zu werden. Weil er wusste, dass man für die Untersuchung vor allen anderen nackt dastehen musste, zog er es vor sich im Keller aufzuhängen. Der Mutter kamen, in ihrer Trauer, doch noch Zweifel alles richtig gemacht zu haben.

Mittwoch, 12. November 2014

Pinnwand oder Verschobene Prioritäten

Ja früher da pinnte ich die Fotos aller meiner Eroberungen an die Pinnwand, es waren nicht wenige! heute sind an meiner Pinnwand nur noch die verschiedenen Kärtchen mit den Terminen bei Ärzten, Therapeuten, Pediküre, Massage,Seniorentreff und Altersturnen angepinnt. Sch………ade!



Dienstag, 11. November 2014

Tiefenpsychologie oder Boshaftigkeit

Er wusste selbst nicht, warum er solche negativen Gefühle für die Nachbarskinder hegte. War es der Lärm, der übertriebene Lärm und die Ungezogenheit, welche durch dumme, gleichgültige, überforderte Eltern nie geahndet wurde; oder lag es tiefer in seiner Vergangenheit, sicher ein wenig von beidem. Ja ihm war der Kinderwunsch nie in Erfüllung gegangen und seit seiner Verwitwung war es ihm sehr schmerzlich, nicht durch den Anblick eigener Kinder hindurch, das geliebte Gesicht seiner Frau sehen zu können. Auch dass er nie Grossvater werden konnte und weder Familienbesitz noch Name weitergegeben würden, stimmte ihn traurig und machte ihn zum bösen, aufbrausenden, Alten. Das einzige was ihm noch blieb war seine Bastelleidenschaft, er hatte im Keller eine perfekt eingerichtete Werkstadt wo er, unter anderem, auch an seiner elektrischen Eisenbahn, die er schon sehr früh—für den kommenden Stammhalter—in einem alten Anbau angelegt hatte, weiterhin bastelte. Der Zufall gab ihm die teuflische Idee, ja ohne diesen Zwischenfall hätte er nie an sowas gedacht, sagte er sich, um sich selbst, zu beruhigen. Seine alte Drehmaschine gab den Geist auf, bei der Demontage kam ihm diese teuflische Idee. Er hatte schon oft beobachten können, dass die Rasselbande der Nachbarskinder alles was zu nehmen war nahmen, ob erlaubt oder nicht. Und so reparierte er die Maschine so dass der erste der sie am Strom anschloss eine starken Stromstoss bekam; dann stellte er sie zur Entsorgung vor das Gartentor.

Montag, 10. November 2014

Die gute alte Bahn

Er war noch recht jung aber in keiner Weise unerfahren. Er sass im Erstklassabteil des Schnellzuges von Zürich nach Neuchâtel es war Freitagabend. Er dachte noch an die Problemchen über die man sich an der Quartalstagung ereifert hatte; --Profilneurotiker—war damals noch kein gebräuchlicher Modeterminus aber so hätte er mehrere seiner Kollegen bezeichnen müssen ;er war zwölf Jahre jünger als der bisher Jüngste im Aussendienst. Alle Interventionen fingen mit „Ich“  „meine Meinung“ „ durch meine Erfahrung“ und „sie wissen noch nicht, sind zu jung um es zu verstehen“ usw. Ja er dachte an all dies und fragte sich ob er wohl in einigen Jahren auch so blöd sein werde.   Er, der Schreiber, ist es nur zum Teil geworden! hat aber sicher andere Macken.                                  Aber kommen wir zum Hauptthema, er sass also in der Bahn, sinnierte und rauchte seine geliebte Camel ohne Filter. Genau ihm gegenüber hatte sich eine blonde recht attraktive nicht mehr ganz junge  Frau gesetzt; sonst war niemand in das Abteil zugestiegen. Kein Wort, nur verstohlene Blicke waren ausgetauscht worden. Auch die Blondine steckte sich nach einiger Zeit eine Zigarette in den Mund das war die Gelegenheit Kontakt zu nehmen, er gab ihr Feuer sie bedankte sich überschwänglich und rauchte schweigend. Ihre nächste Zigarette wurde wortlos von ihm angezündet, sie nahm einige Züge, dann sank ihre Hand auf die Knie, sie war eingeschlafen. Um eine Verbrennung zu vermeiden nahm er ihr sanft die brennende Zigarette aus der Hand, ein verschlafenes, lächelnd gemurmeltes, merci war die Reaktion. Nach einem kurzen, sicher vorgetäuschten, Schlaf erwachte sie  und fing sehr deutlich zu flirten an, richtig zu flirten. Schell kam es zum ersten, aber nicht letzten, Kuss. Sie fuhr nach einem Bummeltag in Zürich Heim nach Biel, wo sie Mann und zwei Kinder hatte. Sie stieg nicht aus in Biel, einfach so.   Im Gespräch hatte sie erfahren dass er alleine lebte und in Neuchâtel eine Wohnung hatte und so habe sie beschlossen mit ihm zu kommen. Er hatte nichts dagegen wohnte er doch zurzeit wirklich ALLEIN. In der Wohnung angekommen rief sie ihren Mann an, sagte sie habe den Zug verpasst und bleibe bei einer Freundin in Zürich. Sie blieb bis Montag früh, vergass es zuhause anzurufen und erwartete dass er sie im Auto nach Biel mitnahm, was er gerne tat obwohl er von dem Wochenende sehr erschöpft war, sie war nämlich in JEDER Beziehung extrem ermüdend. Die Telefonnummer die er von ihr bekommen hatte war sichtlich falsch,    „kein Anschluss unter dieser Nummer“ und Repetitionstasten waren damals noch nicht erfunden. Wie es Hans Albers so schön sang:                                                                       „Der Schmerz wird vergehen, die Erinnerung bleibt“

Samstag, 8. November 2014

Sie haben Rache gesagt? Es war nicht Rache sondern logische Konsequenz

Gérard und Rudi waren schon seit Kindertagen eng befreundet. Sie waren gegenseitige Trauzeugen und haben ein Leben lang viel gemeinsam gemacht. Geburtstage, Feiertage, Sankt-Niklaus, Ostereiersuchen wirklich fast alles zusammen auch oft die Urlaube gemeinsam .Rudi hatte ein grosses Haus in den Bergen Gerard hatte das Familienhaus in  St.Raphael übernommen, ein grosses Anwesen direkt am Strand. Beide hatten mehrere Kinder, man kann schon beinahe von Grossfamilien reden .Rudi hat sich vom Hotelsekretär, mit grosser Energie und auch einer gewissen notwendigen Skrupellosigkeit  zum Besitzer einer exklusiven Hotelgruppe hochgearbeitet. Gérard war Arzt, eigentlich hätte er nicht  arbeiten müssen, als einziger Sohn und Erbe eines grossen Vermögens. Doch er liebte seinen Beruf und wollte nicht, dass seine vielen Kinder das schlechte Beispiel  eines“ Freizeitvaters „ bekämen.  Die beiden Freunde waren auch noch im fortgeschrittenen Alter für jedem Jungen-scherz zu haben. Und so kam es das eines Abends, als sie beide alleine in Rudis Berghaus bei der dritten Flasche Petrus waren, Rudi eine Idee hatte, eigentlich nicht zu verstehen bei so einem guten Wein eine Schnapsidee zu haben ;aber so war es. Du Gérard, es wäre doch sicher sehr lustig, wenn ich mal krank spielte, weisst du einfach ein paar Tage so tun als ob ich einen kleinen Schlaganfall hatte ,dann wirst du natürlich gerufen und heilst mich. Wir können alles planen, sodass zum Zeitpunkt der Heilung  die Küchenequippe mit einem Riesenbankett auffährt. Gérard hatte ethische Bedenken, aber was kann Ethik gegen Petrus? Der Plan wurde ausgeführt, eines Morgens fand seine Frau Rudi den Frühaufsteher im Bett, er sah sie an, antwortete aber nicht auf ihre Fragen. Gérard wurde gerufen, er war aber nicht erreichbar denn er war, liess er sagen,  zu einem Kongress  gefahren. Ein Notarzt kam untersuchte und wollte Rudi für weitere Untersuchungen in die Klinik einweisen, Rudi gab durch kleine Zeichen und verzweifelte Blicke zu verstehen, dass er nicht wollte; noch in diesem hilflosen Zustand war er es der alle Entscheide traf. Der Arzt ging unverrichteter Dinge frustriert weg. Nun passierte etwas völlig unvorhergesehenes, die Mutter und die schon halb erwachsenen Kinder zankten sich im Nebenraum, Rudi hörte genau zu und war erschrocken .Ja er hörte dass man sich um das Erbe stritt, heftig stritt und dass über ihn unschöne Dinge gesagt wurden. Rudi tat als ob nichts gewesen wäre. Dann kam der notfallmässig gerufene Gérard, er wusste natürlich nicht was Rudi gehört hatte. Er ging zu Rudi, sprach mit ihm und bereitete eine Spritze vor und erwartete dass Rudi wie besprochen laut Lachen würde. Rudi schwieg bat aber durch Blicke mit Gérard alleine zu sein. Nun sagte er Gérard was er schreckliches erlebt hatte und der Plan wurde kurzentschlossen geändert. Als die Spritze gemacht war rief Gérard die Familie herein und sagte  Rudi würde in fünf Minuten wieder der Alte sein. So geschah es. Kurz darauf  kam die bestellte Küchenequippe und das Bedienungspersonal und verwandelte den Wohnbereich des Hauses in ein grosses Bankett. Bald  kamen auch die viele vorher schon geladenen Freunde sowie auch Gérards Familie zu diesem Bankett.                                                                                                                    Es wurde feucht-fröhlich bis Rudi sich zu Worte meldete. Die Stimmung wurde eisig als Rudi bekanntgab, dass er in Zukunft alleine leben wollte, seine Familie verlassen würde, alles verkaufen und jede finanzielle Unterstützung  abbräche. Von eisig wurde die Stimmung verlegen und bestürzt als Rudi fein lächelnd alle Details der ungewollt gehörten Diskussionen und Erbschaftsstreitereien wörtlich wiederholte und sagte ,er wolle ihnen nicht wiedersprechen da sie ihn ja als einen senilen bösartigen Geizkragen bezeichnet hatten.