Was man so
erleben und einstecken muss in fünfzig Jahren Pharmaaussendienst! Es ist kaum
zu glauben wie sich manche, oder einige, oder zu viele Ärzte, den
Pharmareferenten gegenüber, benehmen. Mürrisch empfangen zu werden ist zwar noch
verständlich aber beschimpfen lässt sich
sicher keiner gerne, insbesondere wenn es von einem Kunden kommt der ja glaubt immer
im Recht zu sein und dem man nicht oder kaum widersprechen
darf! Komischerweise kommen Vorwürfe wie—die Pharmafirmen wollen nur so viel
Geld wie möglich machen—sind nur auf Profit aus—verkaufen wissentlich
wirkungsloses Zeug—usw. von den Ärzten die die grössten Abzocker sind. Weil sie
viel zu viel Labor und Röntgen machen, zu lange Konsultationen aufschreiben,
nicht erbrachte, für den Laien unerkennbare, Leistungen verrechnen, das
teuerste Material verrechnen aber billigstes verwenden und bei Haus-Besuchen
das Kilometergeld optimieren. Es sind auch dieselben die sagen: was bringen sie
mir als Geschenk, die Zeit die ich mit einem Vertreter verbringe muss sich
finanziell lohnen, in der Zeit könnte ich einen Patienten mehr behandeln, ich werde
der Firma eine Rechnung stellen, oder auch, sie müssen mir eine Kongressreis bezahlen. Als Beispiel dient ein Urologe in der Westschweiz, er kam in den Sechzigerjahren
aus einem kommunistischen Staat im
Balkan, hat aber den Kapitalismus extrem schnell verstanden, sagte er doch
allen Pharmareferenten: „ich verschreibe nur noch Medikamente der Firmen die
mir einen Anteil an meine Kongressreise zum Europäischen Urologie Kongress (den
er aber nie besuchte) bezahlen“. Was er wollte war einen jährlich
wiederkehrenden Barscheck!! ich organisiere meine Kongressreise selbst, ihr
habt keine Arbeit damit deshalb könntet ihr gerne mehr bezahlen. Ein anderes typisches Beispiel: an einem
Kongress (welcher wird nicht gesagt) sagt ein guter Kunde und Chefarzt zum
Pharma-Mensch (Frauen sind Pharma-Schlampen):heute ist nichts Interessantes am
Kongress zu hören, zeigen sie mir Paris, und finden sie Konzertkarten für heute
Abend! Als der Pharma-Mensch auf dem Montmartre in einem Souvenir-Shop ein Paar
Ansichtskarten kaufte, kam der Chefarzt mit einem grossen Stapel Ansichtskarten
„können sie das für mich erledigen, mit Briefmarken denn ich muss vielen
schreiben“. Als daraufhin der Pharma-Mensch sagte er könne es wohl bezahlen,
der Firma aber nicht verrechnen, kam die lakonische Antwort „ sie finden sicher
einen Weg“. Klar bezahlte der Pharma-Mensch die Karten und Briefmarken… wie
heisst es im bekannten Wienerwalzer
–immer nur lächeln und immer vergnügt — Vor
vielen Jahren, ich war noch sehr jung, kam ein Arzt aus Basel in den
Waadtländer Jura .Er hatte längere Zeit
bei eine Basler Pharma-Firma gearbeitet. Er übernahm eine verwaiste Praxis in einer Kleinst-Stadt. Sein Französisch war
nicht allzu gut darum freute er sich immer sehr wenn ich kam, denn dann konnte
er Deutsch, nein sogar Schweizerdeutsch, reden. Ein Vertrauensverhältnis war
schnell da, sodass er mir schon bald seine Lebensphilosophie darlegte. Er sei mit seiner Frau, die aus
diskretionsgründen, allein in der Praxis mitarbeitete, hierhergekommen um
schnell viel Geld zu verdienen. Sobald er genug verdient habe um sich ein Haus
am Meer, in Südfrankreich, und eins in einem Walliser Skigebiet zu kaufen, gehe
er zurück in seine alte Firma, denn bis dann würde sein Ex- Vorgesetzter
endlich in den Ruhestand gegangen sein und ihm sei, von dem obersten Chef, diese
Kader- Stelle versprochen. In seiner
dummen Überheblichkeit hat er mir aufs Genauste seine Betrügereien erklärt. Für
Injektionen, die einzigen Medikamente die er den Patienten oder deren
Krankenkassen verrechnen konnte, alles andere musste er verschreiben, kaufe er
das billigste Nachahmer Präparat ein, aber verrechnet würde das teuerste von
den Kassen bezahlte Produkt. Er erklärte mir dies am Beispiel von Kortison
folgendermassen: „ich spritze das Generikum das ich achtzig Rappen bezahle und
verrechne das was du verkaufst, das bessere, für vierzehn Franken, das lohnt
sich wirklich. Röntgenbilder sind auch sehr gut bezahlt und die Kassen
kontrollieren nie ob man die Bilder wirklich schiesst Ha Ha Ha. Aber auch Labor bringt sehr viel ein,ob man
es macht oder nur verrechnet. Nach drei Jahren hat er die Praxis mit viel
Gewinn an einen Bulgarischen Kollegen verkauft, inklusiv Geschäftsmethode.
Dieser Arzt war weniger clever, er wurde bald beim Betrügen erwischt. Er aber
hatte seine Häuser und ging zurück an den schönen Rhein, nach Basel, wo sein
Chefsessel noch nicht von dem, in Rente gegangenen Vorgänger, erkaltet war . Nun eine eher brutale, leider, wahre
Geschichte. Ein älterer Arzt aus Süddeutschland hatte im Jura eine Praxis
übernommen es war die einzige Praxis im Ort und er betreute auch ein recht
grosses Altersheim. Die Firma für die ich damals unterwegs war verkaufte unter
vielem anderen auch das Krebsmittel Endoxan .Es muss auch noch gesagt werden
dass dieser Arzt auch Medikaments selbst abgeben konnte da im Ort keine Apotheke war .Nun fiel mir auf ,das seit einiger Zeit grosse
Mengen Endoxan Tabletten bestellt wurden ;monatlich fünfzig Packungen. Und da
machte ich einen unverzeihlichen, grossen, Fehler. Ich besuchte den alten Arzt,
bedankte mich für die Bestellungen und fragte wie er die vielen Packungen
einsetze. Seine Antwort war überraschend „es verhindert doch Krebs nicht wahr“ mein
Fehler war, ihn über Risiken und Nebenwirkungen sowie Vorsichtsmassnahmen wie
regelmässige Blutkontrollen zu informieren.
„Das ist viel zu kompliziert“ sagte er. Und das war das Ende der grossen
Bestellungen, die Katastrophe für meinen Umsatz, aber, so hoffte ich damals,
eine Lebens Verlängerung für mehrere alte Heiminsassen. In
Lausanne gab es einen Arzt einen sogenannten „Docteur Seringue“ Spritzendoktor,
wo immer möglich therapierte er mit Injektionen. Die Firma für die ich damals
arbeitete hatte mehrheitlich Medikamente die man injizieren musste; zwei bis
dreimal pro Woche über Monate. Das hatte grosse Vorteile für die Kasse—nein
nicht die Krankenkasse—die des Arztes. Anstatt diese Injektionen von der
Praxishilfe machen zu lassen machte er jede Injektion selbst und verrechnete
natürlich eine Konsultation; seine Begründung „ich muss doch den
Krankheitsverlauf kontrollieren! Dazu machte er bei den Patienten die ein
Arthrose Mittel bekamen regelmässige Röntgenbilder zur Verlaufskontrolle. Einen
Teil der Ampullen lagerte er an einem kalten Ort somit schmerzten die
Injektionen; dies sei bei vielen Patienten gut dann wirken die Kuren auch
besser! Ein
anderer Arzt hatte Probleme mit den Kassen, denn er verrechnete vierundzwanzig
Konsultationen nach einer Zehennagel Behandlung. Der Patient kam drei Mal
wöchentlich für Kamillen-Fussbäder in die Praxis, der Arzt kontrollierte jedes
Mal und verrechnete natürlich eine Konsultation. Seine Antwort an die Kasse „
es ist ja ein Bauer, da ist die Hygiene für das Fussbad und Verband nicht
gewährleistet,!! Dann gibt es die
Kunden vor allem in Spitälern die grosse Mengen Produkte verwenden, das sind
gewisse!!! Chef und Leitende Ärzte zum Teil auch Oberärzte die stereotyp dasselbe
fragen: was habe ich oder was hat die Abteilung davon dass wir bei ihrer Firma
kaufen? Welches sind die Nebenleistungen neben den Rabatten die sie dem
Spitalapotheker geben. Und wenn diese Abteilungen schon Kunde sind und teils
seit längerer Zeit kaufen, kommen sogenannte Sponsoring - Anfragen manchmal
nett ,oft aber eher fordernd mit subliminaler Betonung : es gibt ja auch andere Firmen ,sind sie
glücklich mit uns als Kunde, was tun sie anderswo um die Kunden zu binden?
Häufig auch: ihre Mitbewerber sind auch sehr nett, äusserst aktiv, inventiv, tun viel mehr als ihr für die
Abteilung und sind grosszügig mit tollen
Angeboten etc. Sie verkaufen doch viel in der Uni-Klinik, womit haben sie das
„Erkauft“? Es gibt aber auch Rachemomente wo einen
geplagten Pharmareferenten das Herz schon höher schlagen kann! Und hier die Geschichte dazu. Es war in einer Stadt in der französischen Schweiz,
wo spielt keine Rolle. Ein Arzt, der allen Pharma-Mitarbeitern schon in seiner
Zeit als Assistentsarzt in den Spitälern der Westschweiz seine politische
Einstellung—er war Kommunist—dargelegt hatte und auf die böse kapitalistische
Industrie schimpfte, die ja eigentlich verstaatlicht werden sollte, war
plötzlich Chefarzt einer geriatrischen Gemeinde-Klinik geworden. Der
sozialistische Politiker der dem Gesundheits-Departement vorstand hatte ihn,
ohne eine öffentliche Ausschreibung, ernannt. Solcher Nepotismus ist ja in
allen politischen Parteien gang und gäbe.
Er sagte allen Pharmareferenten bei ihrem ersten Kontakt, dass er keine
Besuche wünsche, er habe wissenschaftlichere Informationsquellen, er nehme nie
solch tendenziöses Werbematerial entgegen. Nun wurde ihm, von seinen Kollegen, den Geriatern, der ehrenhafte Auftrag erteilt, den Geriatrie Kongress in seiner Klinik zu organisieren; es wurden
dazu alle „Grundversorger“ eingeladen. Da es üblich ist dass die Pharmafirmen
an solchen Kongressen Stände aufstellen, für die natürlich viel Geld zu
bezahlen ist, um dem Kongress zu
finanzieren, machte er ein bettel- Rundschreiben an alle Firmen. Weil
die Firmen immer den Aussendienst der entsprechenden Region befragen und alle
sich einig waren, wurde der Kongress ohne die Industriegelder zum grossen Flopp.
Ärzte werden sicher nicht aus der
eigenen Tasche für Essen und sonstige Spesen aufkommen wollen, ganz im
Gegenteil durch die Präsenz der Pharma- Vertreter kann man sich ja schon mal zu
einem guten Essen einladen lassen; aber eben dies eine Mal war kein Pharma-Mensch
zu sehen und der eigene Geldbeutel der sonst immer hermetisch verschlossen
bleibt musste geöffnet werden. Der Organisator aber erntete nur Spott aber kein
Lob.
Ach ja da erinnere ich mich auch an einige
nette, freundliche, hilfsbereite Ärzte, die vor lauter Freundlichkeit sehr
lustige Situationen hervorriefen. Ich bespreche ein neues Medikament, erst seit
einigen Tagen im Handel, und der Arzt sagt mir: “oh ja damit hatte ich mehrmals
sehr gute Erfolge“ das war doch wirklich nett wie er mir Freude machen wollte.
Ein anderer sagte sogar: ich verschreibe
viel Robapharm( so hiess die Firma in der ich damals arbeitete) sicher täglich,
ich habe ihn nicht gefragt welches Produkt, sein Schweigen wäre doch allzu
peinlich gewesen. Da man seit den
siebziger Jahren durch die Marktforschungsinstitute genau sieht was in einem
Gebiet verschrieben wird, ist es auch sehr lustig wenn ein Arzt behauptet etwas
täglich mehrmals zu verschreiben ,wenn es in diesem Gebiet nie verkauft wir.
Soviel zur Glaubwürdigkeit der Aussagen. An
grossen internationalen Kongressen, wo die Ärzte Punkte sammeln müssen ,oft mit
aufliegenden Coupons, um ihre obligate Weiterbildung zu belegen, haben mich
schon einige Kunden gebeten, weil sie früher abreisen mussten, Coupons für sie
zu sammeln! Glücklicherweise hatte ich—zur ihrer grossen Enttäuschung—mit
meinem Aussteller-Badge keinen Zugang zu den Vortragssälen, konnte somit diesen
Sklavendienst nicht ausführen. Es
gäbe noch sehr viel zu erzählen, oft werden Spionageaufträge gegeben,: wie
viele Untersuchungen macht die Konkurrenz? wie verrechnen die anderen diese
Untersuchung, stimmt es dass………… ich vertraue dir und nur dir etwas an, wird
allen gesagt, und alle haben das Vertrauen missbraucht wenn das Geheimnis publik wird ….oder warum haben sie schlecht
über mich gesprochen…... oder auch: könntest du dies Gerücht streuen…. Ja der
Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber trotz allem ,es war ein schöner
Beruf da ein Grossteil der Kunden höflich, angenehm ja gar liebenswürdig war
,aber die negativen Beispiele prägen sich viel mehr im Gedächtnis ein.
Samstag, 15. November 2014
Freitag, 14. November 2014
Verführung Minderjähriger ?
Sie waren ein
eigenartiges Gespann, gut achtzehn Jahre trennten sie voneinander, man sah es,
doch der Altersunterschied schien wesentlich geringer zu sein. Ja er, nennen
wir in Jean-Pierre, war noch keine fünfzehn sah aber eher wie zwanzig aus, sie
Ingeborg war knapp dreiunddreissig sah aber wesentlich jünger aus, na ja, so
etwa Mitte zwanzig. Jean-Pierre trug, wie
damals üblich, meist Anzug und Schlips, er war der Verführer, er hatte
fast ein Jahr gebraucht um sie dazu zubringen ihren Widerstand aufzugeben. Fast
acht Jahre, das ist in dieser Altersgruppe eine sehr lange Zeit, dauerte dieses
Verhältnis. Es war für alle beide sehr bereichernd, aber je länger diese
aussergewöhnliche Liebe, ja es war Liebe, dauerte, desto sichtbarer war auch
der Altersunterschied. War es zu Beginn problemlos zusammen in Museen, Theater,
Kinos und Restaurants zu gehen—Hotel war zu dieser Zeit ohne Trauschein
undenkbar—wurden mit der Zeit missbilligende Blicke immer häufiger, sodass ihre Begegnungen auf die Wohnung von Ingeborg
beschränken war. Das Studium von Jean-Pierre das
er schon mit knapp neunzehn Jahren begann nahm ihn sehr in Anspruch, er hatte
kaum noch Zeit für Liebe und Zärtlichkeit. Wenn er kam wollte er „kommen“. Sex
guten Sex und, immer wieder Sex dazwischen etwas zu essen und schon musste er
wieder weg. Er lebte noch bei seinen Eltern mit sechs Geschwistern, er war der
zweitälteste und es war nicht möglich den Eltern oder Geschwistern sein
Liebesverhältnis zu erzählen, mit Ausnahme seiner grossen Schwester. Diese
Schwester fand es sehr aufregend, wollte alles über das Verhältnis wissen,
besonders natürlich alles was dem Sex betraf; reagierte dann aber mit einer
Mischung aus Scheu Angst und Gier. Eines Sonntags beim Familienfrühstück sagte
ihm seine Mutter vor allen anwesenden „du bist ein Schwein, du könntest auch
wieder mal duschen, dein Badetuch ist seit einer Woche nicht benutzt worden“ woraufhin
Jean-Pierre antwortete „ich dusche immer bei meiner Freundin nach dem Liebe
machen“. Mutters –du Angeber—wurde vom Gelächter der ganzen Tischrunde
übertönt, nur die grosse Schwester lächelte vielwissend. Nun zurück zum Paar
Ingeborg und Jean-Pierre, die Begegnungen wurden von beiden Seiten immer
problematischer, aber keiner hatte den Mut eine Entscheidung herbeizuführen. Und
da kam das Schicksal zu Hilfe. Ingeborgs Mutter starb und der gebrechliche
Vater musste versorgt werden, also gab sie ihre Stelle in der Schweiz auf und
ging zurück in ihre Schwarzwald-Heimat. Damit schlief die Beziehung sanft ein.
Nur die zärtliche Erinnerung an diese aussergewöhnliche Begleitung während der
Pubertät, ja die, blieb bestehen.
Donnerstag, 13. November 2014
Er/Sie/Er/Sie/Es ??? So was ?
Er fühlte
sich schon als Kind nicht richtig wohl in seiner Haut, verstand aber noch nicht
warum. Glücklich war er nur wenn er alleine mit seiner Mutter zusammen spielen
konnte .Seine Lieblingsspiele waren alles was, wie er wusste, sonst die Mädchen
gerne spielten. Puppen, Stofftiere, Seilspringen Hüpfen zog er den für ihn
brutaleren Spielen wie, Fussball Cowboy Räuber und Polizist, vor. Aussehen tat
er aber wie ein Junge, er war auch ein Junge, glaubte er.Bei seiner Geburt
allerdings war es nicht ganz klar ob Mädchen oder eben doch Bub; man entschied
wie damals die Praxis es wollte: Bub. Er wurde von den Ärzten auf Bub getrimmt; so
war das üblich damals, wohl leider oft auch noch heute. Sein „Kleiner „war sehr
klein und, was schlimmer war, blieb klein. In der Schule musste er immer
aufpassen, dass er beim Pipi alleine war, beim Baden war es schwierig sich so
umzuziehen dass keiner was sehen konnte. Er machte seine Mutter verrückt denn
er trug nur Hemden die lang genug waren seine „ Schande“ zu verdecken, weder T-Shirts noch die so
praktischen Polos wollte er. Diese Scham
war noch wage bis zum Biologieunterricht wo ihm vieles klar wurde, er hatte
keine Hoden! Warum wie konnte das sein? er war doch ein Knabe, Buben hatten
doch Hoden, er hatte es oft gesehen alle hatten Hoden und einen richtigen
Penis, nicht ein kleines Ding wie er. Es kam, trotz Scham und grossen
Hemmungen, zum Gespräch mit der allein erziehenden Mutter, ja einen Vater gab
es nicht, auch das war ein bedrückendes Geheimnis worüber er nie aber auch gar
nie reden durfte. Nun zu seinem Problem die Mutter erklärte
ihm ihr damaliges Dilemma. Sie musste in
so jungen Jahren, sie war gerademal neunzehn Jahre alt damals, alleine alle Entscheidungen
treffen. Ausserdem sei sie ja so froh
dass sie mit ihm zusammen bleiben konnte. Ihre Grossmutter—nicht ihre Eltern—hatte
sie beide aufgenommen womit die sonst
übliche Zwangswegnahme des Kindes verhindert werden konnte. Weisst du, ich
wurde vor die Tatsche gestellt dass dein Geschlecht unklar war, aber ich wusste
damals nicht was das bedeutete. Ich vermutete, nein ich glaubte, dass die Ärzte
ja sicher Erfahrung mit so was hatten.Woraufhin
der Bub ausrief „ ich bin in Deinen Augen ein
„ SO WAS!!“ Die Probleme blieben, der Sohn bestand mit
Bravour die Matura. Dann musste er zur sogenannten „Aushebung“ um als Rekrut
zur Armee einberufen zu werden. Weil er wusste, dass man für die Untersuchung
vor allen anderen nackt dastehen musste, zog er es vor sich im Keller
aufzuhängen. Der Mutter kamen, in ihrer Trauer, doch noch Zweifel alles richtig
gemacht zu haben.
Mittwoch, 12. November 2014
Pinnwand oder Verschobene Prioritäten
Ja früher da pinnte ich die Fotos aller meiner
Eroberungen an die Pinnwand, es waren nicht wenige! heute sind an meiner
Pinnwand nur noch die verschiedenen Kärtchen mit den Terminen bei Ärzten,
Therapeuten, Pediküre, Massage,Seniorentreff und Altersturnen angepinnt. Sch………ade!
Dienstag, 11. November 2014
Tiefenpsychologie oder Boshaftigkeit
Er wusste
selbst nicht, warum er solche negativen Gefühle für die Nachbarskinder hegte.
War es der Lärm, der übertriebene Lärm und die Ungezogenheit, welche durch dumme,
gleichgültige, überforderte Eltern nie geahndet wurde; oder lag es tiefer in
seiner Vergangenheit, sicher ein wenig von beidem. Ja ihm war der Kinderwunsch
nie in Erfüllung gegangen und seit seiner Verwitwung war es ihm sehr
schmerzlich, nicht durch den Anblick eigener Kinder hindurch, das geliebte
Gesicht seiner Frau sehen zu können. Auch dass er nie Grossvater werden konnte
und weder Familienbesitz noch Name weitergegeben würden, stimmte ihn traurig
und machte ihn zum bösen, aufbrausenden, Alten. Das einzige was ihm noch blieb
war seine Bastelleidenschaft, er hatte im Keller eine perfekt eingerichtete
Werkstadt wo er, unter anderem, auch an seiner elektrischen Eisenbahn, die er
schon sehr früh—für den kommenden Stammhalter—in einem alten Anbau angelegt
hatte, weiterhin bastelte. Der Zufall gab ihm die teuflische Idee, ja ohne
diesen Zwischenfall hätte er nie an sowas gedacht, sagte er sich, um sich
selbst, zu beruhigen. Seine alte Drehmaschine gab den Geist auf, bei der
Demontage kam ihm diese teuflische Idee. Er hatte schon oft beobachten können,
dass die Rasselbande der Nachbarskinder alles was zu nehmen war nahmen, ob
erlaubt oder nicht. Und so reparierte er die Maschine so dass der erste der sie
am Strom anschloss eine starken Stromstoss bekam; dann stellte er sie zur
Entsorgung vor das Gartentor.
Montag, 10. November 2014
Die gute alte Bahn
Er war noch
recht jung aber in keiner Weise unerfahren. Er sass im Erstklassabteil des
Schnellzuges von Zürich nach Neuchâtel es war Freitagabend. Er dachte noch an
die Problemchen über die man sich an der Quartalstagung ereifert hatte; --Profilneurotiker—war damals noch kein gebräuchlicher Modeterminus aber so hätte
er mehrere seiner Kollegen bezeichnen müssen ;er war zwölf Jahre jünger als der
bisher Jüngste im Aussendienst. Alle Interventionen fingen mit „Ich“ „meine Meinung“ „ durch meine Erfahrung“ und
„sie wissen noch nicht, sind zu jung um es zu verstehen“ usw. Ja er dachte an
all dies und fragte sich ob er wohl in einigen Jahren auch so blöd sein werde. Er, der Schreiber, ist es nur zum Teil geworden! hat aber sicher andere Macken. Aber kommen wir zum Hauptthema, er sass also
in der Bahn, sinnierte und rauchte seine geliebte Camel ohne Filter. Genau ihm
gegenüber hatte sich eine blonde recht attraktive nicht mehr ganz junge Frau gesetzt; sonst war niemand in das Abteil zugestiegen.
Kein Wort, nur verstohlene Blicke waren ausgetauscht worden. Auch die Blondine
steckte sich nach einiger Zeit eine Zigarette in den Mund das war die Gelegenheit
Kontakt zu nehmen, er gab ihr Feuer sie bedankte sich überschwänglich und
rauchte schweigend. Ihre nächste Zigarette wurde wortlos von ihm angezündet,
sie nahm einige Züge, dann sank ihre Hand auf die Knie, sie war eingeschlafen.
Um eine Verbrennung zu vermeiden nahm er ihr sanft die brennende Zigarette aus
der Hand, ein verschlafenes, lächelnd gemurmeltes, merci war die Reaktion. Nach
einem kurzen, sicher vorgetäuschten, Schlaf erwachte sie und fing sehr deutlich zu flirten an, richtig
zu flirten. Schell kam es zum ersten, aber nicht letzten, Kuss. Sie fuhr nach
einem Bummeltag in Zürich Heim nach Biel, wo sie Mann und zwei Kinder hatte.
Sie stieg nicht aus in Biel, einfach so. Im Gespräch hatte sie erfahren dass er
alleine lebte und in Neuchâtel eine Wohnung hatte und so habe sie beschlossen
mit ihm zu kommen. Er hatte nichts dagegen wohnte er doch zurzeit wirklich
ALLEIN. In der Wohnung angekommen rief sie ihren Mann an, sagte sie habe den
Zug verpasst und bleibe bei einer Freundin in Zürich. Sie blieb bis Montag früh, vergass es zuhause anzurufen und erwartete dass er sie im Auto nach Biel
mitnahm, was er gerne tat obwohl er von dem Wochenende sehr erschöpft war, sie
war nämlich in JEDER Beziehung extrem ermüdend. Die Telefonnummer die er von
ihr bekommen hatte war sichtlich falsch,
„kein Anschluss unter dieser Nummer“ und Repetitionstasten waren damals
noch nicht erfunden. Wie es Hans Albers so schön sang: „Der Schmerz wird vergehen, die Erinnerung
bleibt“
Samstag, 8. November 2014
Sie haben Rache gesagt? Es war nicht Rache sondern logische Konsequenz
Gérard und
Rudi waren schon seit Kindertagen eng befreundet. Sie waren gegenseitige
Trauzeugen und haben ein Leben lang viel gemeinsam gemacht. Geburtstage,
Feiertage, Sankt-Niklaus, Ostereiersuchen wirklich fast alles zusammen auch oft
die Urlaube gemeinsam .Rudi hatte ein grosses Haus in den Bergen Gerard hatte
das Familienhaus in St.Raphael
übernommen, ein grosses Anwesen direkt am Strand. Beide hatten mehrere Kinder, man
kann schon beinahe von Grossfamilien reden .Rudi hat sich vom Hotelsekretär,
mit grosser Energie und auch einer gewissen notwendigen Skrupellosigkeit zum Besitzer einer exklusiven Hotelgruppe
hochgearbeitet. Gérard war Arzt, eigentlich hätte er nicht arbeiten müssen, als einziger Sohn und Erbe
eines grossen Vermögens. Doch er liebte seinen Beruf und wollte nicht, dass
seine vielen Kinder das schlechte Beispiel
eines“ Freizeitvaters „ bekämen. Die beiden Freunde waren auch noch im
fortgeschrittenen Alter für jedem Jungen-scherz zu haben. Und so kam es das eines
Abends, als sie beide alleine in Rudis Berghaus bei der dritten Flasche Petrus
waren, Rudi eine Idee hatte, eigentlich nicht zu verstehen bei so einem guten
Wein eine Schnapsidee zu haben ;aber so war es. Du Gérard, es wäre doch sicher
sehr lustig, wenn ich mal krank spielte, weisst du einfach ein paar Tage so tun
als ob ich einen kleinen Schlaganfall hatte ,dann wirst du natürlich gerufen
und heilst mich. Wir können alles planen, sodass zum Zeitpunkt der Heilung die Küchenequippe mit einem Riesenbankett auffährt.
Gérard hatte ethische Bedenken, aber was kann Ethik gegen Petrus? Der Plan
wurde ausgeführt, eines Morgens fand seine Frau Rudi den Frühaufsteher im Bett,
er sah sie an, antwortete aber nicht auf ihre Fragen. Gérard wurde gerufen, er
war aber nicht erreichbar denn er war, liess er sagen, zu einem Kongress gefahren. Ein Notarzt kam untersuchte und
wollte Rudi für weitere Untersuchungen in die Klinik einweisen, Rudi gab durch
kleine Zeichen und verzweifelte Blicke zu verstehen, dass er nicht wollte; noch
in diesem hilflosen Zustand war er es der alle Entscheide traf. Der Arzt ging
unverrichteter Dinge frustriert weg. Nun passierte etwas völlig
unvorhergesehenes, die Mutter und die schon halb erwachsenen Kinder zankten sich
im Nebenraum, Rudi hörte genau zu und war erschrocken .Ja er hörte dass man
sich um das Erbe stritt, heftig stritt und dass über ihn unschöne Dinge gesagt
wurden. Rudi tat als ob nichts gewesen wäre. Dann kam der notfallmässig
gerufene Gérard, er wusste natürlich nicht was Rudi gehört hatte. Er ging zu Rudi,
sprach mit ihm und bereitete eine Spritze vor und erwartete dass Rudi wie
besprochen laut Lachen würde. Rudi schwieg bat aber durch Blicke mit Gérard
alleine zu sein. Nun sagte er Gérard was er schreckliches erlebt hatte und der
Plan wurde kurzentschlossen geändert. Als die Spritze gemacht war rief Gérard
die Familie herein und sagte Rudi würde in
fünf Minuten wieder der Alte sein. So geschah es. Kurz darauf kam die bestellte Küchenequippe und das
Bedienungspersonal und verwandelte den Wohnbereich des Hauses in ein grosses Bankett.
Bald kamen auch die viele vorher schon
geladenen Freunde sowie auch Gérards Familie zu diesem Bankett.
Es
wurde feucht-fröhlich bis Rudi sich zu Worte meldete. Die Stimmung wurde eisig
als Rudi bekanntgab, dass er in Zukunft alleine leben wollte, seine Familie
verlassen würde, alles verkaufen und jede finanzielle Unterstützung abbräche. Von eisig wurde die Stimmung
verlegen und bestürzt als Rudi fein lächelnd alle Details der ungewollt gehörten
Diskussionen und Erbschaftsstreitereien wörtlich wiederholte und sagte ,er
wolle ihnen nicht wiedersprechen da sie ihn ja als einen senilen bösartigen
Geizkragen bezeichnet hatten.
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